60. – 62. Tag: Le Croisic…. Erinnerungen an unsere zweite Bretagne-Reise 2011

Montag, 23.6.2025

Wir verlassen Vannes Richtung Süd-Osten. 2011 war Le Croisic das erste Ziel, das wir mit unserem damals fast neuen Kastenwagen CS Luxor in der Bretagne angesteuert hatten. Ein paar Tage blieben wir hier und waren begeistert von der bretonischen Küche und von frischen Fischen und Meeresfrüchten…. Langoustines und Muscadet dazu…. ein Traum!

Map data ©2025 Google

Wir fahren zum Camping La Pierre Longue, ein wirklich schöner Platz mit sehr freundlichem Personal, gutem Restaurant und sehr ordentlichen Sanitäranlagen. Ausserdem bekommt man in der Vor- und Nachsaison mit der ACSI-Card einen sehr fairen Preis incl. Strom.

Am Abend machen wir noch einen kleinen Spaziergang zum Menhir de la Pierre Longue

Le Croisic (bretonisch Ar Groazig) hat etwa 4’000 Einwohner im Département Loire-Atlantique in der Region Pays de la Loire. Es gehört zum Arrondissement Saint-Nazaire, zum Kanton La Baule-Escoublac und zum Gemeindeverband Presqu’île de Guérande Atlantique. Die Hafenstadt Le Croisic liegt am Atlantik, an der Côte d’amour (dt. Küste der Liebe) auf der Spitze der Halbinsel Kervenel.

Le Croisic war von Anfang an eine bretonische Stadt, woran ihr historisches Wappen erinnert, auch wenn die Stadt verwaltungstechnisch zum Département Loire-Atlantique in der Region Pays de la Loire gehört. Ihre Architektur und Traditionen sind stark vom nahe gelegenen Morbihan inspiriert. Die Beziehungen zu den Herzögen der Bretagne, denen die Stadt direkt unterstellt war, waren sehr eng. Die mit der Sardinenfischerei verbundenen Bevölkerungswanderungen aus dem Finistère zu Beginn des 20. Jahrhunderts bestätigten diese bretonischen Wurzeln.


Dienstag, 24.6.2025

Heute machen wir eine Wanderung rund um die Spitze der Halbinsel Kervenel nach Le Croisic…. insgesamt 10.5 km.

Maplibre | © komoot | Map data © OpenStreetMap-Mitwirkende

Auf dem Weg zum Menhir de la Pierre Longue kommen wir durch ein Neubaugebiet von Einfamilienhäusern. Dabei fällt uns dieses Haus auf…. es wurde in und auf einen Bunker gebaut…. sehr speziell!

Es sind noch mehr Bunker da, die bebaut werden könnten! 😜

Der Menhir de la Pierre Longue

Vigie de la Romaine ist ein Wohnhaus in Le Croisic. Es ist der höchste Punkt der Côte sauvage (wilde Küste) der Presqu’île guérandaise (dt. Halbinsel Guérande). Die Spitze der Halbinsel an der Côte sauvage war bereits 10’000 Jahre vor unserer Zeitrechnung ein ausgezeichneter Beobachtungsposten.

Im Jahr 1744 liess der Herzog von Aiguillon, Gouverneur der Bretagne, dort einen einfachen Wachposten errichten. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es als Semaphor genutzt, dann von den Seebehörden aufgegeben und verfiel. 1883 wurde es an eine Privatperson verkauft. 1930 kaufte der Architekt André Chauvet aus Nantes das alte Wachhaus und sanierte es.

1943 wurde das Hauptgebäude von der deutschen Besatzungsarmee vollständig zerstört und durch eine Radarstation ersetzt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs beschloss der Architekt und Eigentümer André Chauvet jedoch, den Wachturm wieder aufzubauen. Er errichtete das Gebäude 1949 neu und versetzte es dabei etwas weiter vom ursprünglichen Standort zurück. Die heute sichtbaren Gebäude sind das Ergebnis dieser aufeinanderfolgenden Bauarbeiten.

Die Côte sauvage

Le Croisic aux couleurs des peintres (dt. Le Croisic in den Farben der Maler)

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts, mit dem Aufkommen des Seebades und der Entwicklung des Badeortes, wird Le Croisic zu einem beliebten Aufenthaltsort für Maler.

Der lebhafte Hafen mit seinen Booten, den Sardinenkuttern mit ihren bunten Segeln, die lebhafte Fischauktion oder auch die traditionellen maritimen Szenen ziehen die Aufmerksamkeit der Maler ebenso auf sich wie das sich ständig verändernde Licht des Traict, der Côte sauvage und des Ozeans. Le Croisic verwandelt sich so je nach Laune der Künstler und der Entwicklung der Malströmungen.

Auf diesem Rundgang Le Croisic aux couleurs des peintres kann man auf den Spuren der Künstler wandeln, die im 19. und 20. Jahrhundert in Le Croisic lebten oder sich dort aufhielten, wie z.B. Eugène Boudin, Paul Signac, Maxime Maufra, Charles Émile Jacque, Ferdinand du Puigaudeau, Henri Le Sidaner, Jean-Émile Laboureur, aber auch regionaler Künstler wie Émile Gautier, Émile Guillaume, Jack Cholet, Eugène-Jean Chapleau, Georges Lhermitte, Robert Micheau-Vernez und viele andere.

Die Reproduktionen ihrer Gemälde, die in Le Croisic angefertigt wurden, werden auf Podesten gegenüber dem gemalten Ort entlang der beiden Routen, dem Hafen und der Côte sauvage, präsentiert.

Le Fort de l’Océan…. ein ⭐️⭐️⭐️⭐️ Hotel

Das nächste Bild

Hundeverbot am Strand!

So eine Strandvilla würde uns auch gefallen!

Villa an der Plage Saint Goustan

Die Hafenmole mit dem Phare du Tréhic

SNSM Les Sauveteurs en Mer

Hier angeln sich die Leute ihr Mittag- oder Abendessen!

Die Bronzestatue zeigt Hervé Riel am Quai de la Canonnière

Hervé Riel war ein französischer Fischer aus Le Croisic, der im 17. Jahrhundert lebte. Er ist dafür bekannt, dass er 1692 während seines Dienstes in der französischen Marine die französische Flotte in der Schlacht von La Hougue rettete. Dieses Ereignis wurde von Robert Browning in einem heroischen Gedicht verewigt.

Nach der Schlacht von Barfleur am 29. Mai 1692 zog sich die französische Flotte unter Anne Hilarion de Costentin de Tourville (44 Schiffe) nach Westen zurück, um einen sicheren Hafen zu erreichen, und wurde von der niederländischen und englischen Flotte (89 Schiffe) unter Edward Russell verfolgt.

Am 31. Mai war die Flotte über ein grosses Gebiet um die Spitze der Halbinsel Cotentin verstreut. 29 Schiffe unter dem Kommando von François Panetié gingen westlich von Cap de la Hague vor Anker, während die übrigen unter dem Kommando von Tourville nach Osten in Richtung Brest oder Cherbourg fuhren.

Die Flotte von Panetié, die sich zwischen dem Cap de la Hague und Alderney befand, lag an der Mündung des Raz Blanchard (dt. Strasse von Alderney), dicht gefolgt von der weissen niederländischen Flotte unter dem Kommando von Philipp van Almonde sowie der blauen englischen Flotte unter dem Kommando von John Ashby, während er sich der roten englischen Flotte unter dem Kommando von Russell stellte.

Panetié versuchte zu entkommen und glaubte, dies durch die Raz zu schaffen, aber seine Navigatoren zögerten, da sie sich wegen der Turbulenzen dieser Passage und ihrer gefährlichen Leeseiten und felsigen Böden, die es ihnen nicht ermöglichen würden, bei Bedarf den Anker zu werfen, Sorgen machten. In dieser Situation bietet Hervé Riel, ein lokaler Fischer, der mit dieser Passage vertraut ist und für den Feldzug zwangsrekrutiert wurde, an, die Flotte dorthin zu führen. Panetié nimmt das Angebot an und steuert mit Riels Rat das Schiff Grand (80 Kanonen) durch den Raz, gefolgt vom Rest der Flotte. Weder Almonde noch Ashby folgten ihnen: Ersterer führte seine Flotte nach Westen um Alderney herum, aber mit dem Wechsel der Gezeiten verschaffte sich Panetié einen zu grossen Vorsprung, sodass die Verfolgung aufgegeben wurde. Die Flotte erreichte Saint-Malo unversehrt.

Als er gefragt wird, welche Belohnung er sich wünscht, bittet Riel nur darum, zu seinem nicht weit entfernten Wohnort zurückkehren zu dürfen, um seine Frau, die schöne Aurore, zu sehen. Das Gedicht erwähnt nicht ohne Zynismus, dass er genau das bekam und nichts weiter.

Der Port de Pêche du Croisic mit der Criée (Fischauktionshalle)

Der Salle Jeanne d’Arc, ein Theater

Am Quai du Port Ciguet

An der Place d’Aiguillon

SNSM Maison du Sauvetage

Blick zum Quai d’Aiguillon

Impressionen aus der Altstadt

Église Notre-Dame-de-Pitié de Le Croisic, im gothique flamboyant Stil erbaut. Die Bauarbeiten begannen am 4. Dezember 1494 mit der Grundsteinlegung der Kirche durch Jacques Penfaut. Am 15. Oktober 1501 erlaubte der Papst den Bewohnern von Le Croisic, sie segnen und weihen zu lassen, dort Taufbecken zu haben und die Sakramente dort verabreichen zu lassen. Am 23. August 1528 wurden das Nordtor und das Baptisterium fertiggestellt. Der Turm, der am 6. April 1526 begonnen wurde, wurde um 1700 fertiggestellt.

Place Donatien Lèpre

Ein sehr schönes und sympathisches Städtchen!


Mittwoch, 25.6.2025

Heute wandern wir in entgegengesetzter Richtung der Küste entlang…. nach Batz-sur-Mer (bretonisch Bourc’h-Baz), etwa 2’800 Einwohner, gehört wie Le Croisic zum Département Loire-Atlantique. Batz ist deutlich weniger touristisch, obwohl es mit der Plage Valentin an der Baie de la Barrière einen sehr schönen Strand hat.

Ich habe es gerade gemerkt…. es wird zu viel und zu voll auf dieser Seite…. hier geht’s weiter!

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