Samstag, 13.9.2025
Etwa um 9 Uhr sind wir fertig, alles ist gepackt und verstaut…. es geht los! Wir haben bis Ende Oktober Zeit und lassen uns treiben. Ziel ist zunächst mal Frankreich, auf der letzten Reise haben wir von Le Croisic aus die Heimfahrt angetreten…. geplant ist, jetzt etwas südlich davon zu beginnen…. z.B. in Pornic, in Les Sables-d’Olonne oder auf der Île de Noirmoutier.
Heute fahren wir knapp 500 km bis nach Moulins am Allier, das kennen wir noch nicht.

Kurz nach 11 Uhr sind bei Genf nahe der französischen Grenze



Wir fahren in Moulins zur Aire Camping-Car de Moulins, ein schöner und grosser Stellplatz am Ufer des Allier. In die Stadt ist es nicht weit, den Allier über die Pont Régemortes überqueren…. insgesamt etwa 20 Minuten zu Fuss in’s Zentrum.
Die folgende Route gehen wir, das sind etwa 6 km…. das Wetter ist nicht besonders…. wir hoffen, dass wir trocken wieder zum Stellplatz zurückkommen.

Grosse Aire de jeux am Ufer des Allier

Blick zur Stadt

Moulins hat etwa 20’000 Einwohner und liegt in der Region Auvergne-Rhône-Alpes im Département Allier. Die Stadt ist Sitz der Präfektur des Départements. Wegen ihrer langen Geschichte, unter anderem als Residenz der Herzöge von Bourbon, nennt sich die Stadt Ville d’Art et d’Histoire.

Die Pont Régemortes über den Allier

Blick zur Cathédrale Notre-Dame-de-l’Annonciation (links) und zur Église du Sacré-Cœur (rechts)

In der Rue Régemortes


Die Église du Sacré-Cœur de Moulins…. heute wegen einer Hochzeit geschlossen
Die Pfarrei Saint-Nicolas wurde 1751 errichtet. Ihre Kirche ist das ehemalige Gebäude des Dominikanerklosters, das zu Beginn des 15. Jahrhunderts erbaut wurde.
1839 beschloss Abbé Martinet, eine neue Kirche zu bauen, die dem Heiligen Herzen Jesu gewidmet war. Ein erstes Projekt des Departementsarchitekten Esmonnot im romanischen Stil wird vorgestellt, aber es wird schliesslich das Projekt von Jean-Baptiste-Antoine Lassus im neogotischen Stil sein, das unter dem Zweiten Kaiserreich beibehalten und gebaut wird.





Place d’Allier

Die Rue Datas….

…. bei dem trüben Wetter macht sich die Deko noch ganz gut! 😜

Brasserie Le France…. warum Le France und nicht La France?
Die KI weiss es:
Die Brasserie heisst Le France (maskulin), weil sie sich auf Le pays de France, das Land Frankreich bezieht, das traditionell als männlich betrachtet wird, obwohl der Landesname La France weiblich ist. Der Name wird oft als das Land der Franken gedeutet und in gastronomischen Namen häufig Le anstelle von La verwendet, um eine allgemeine, klassische Anmutung zu erzeugen und eine historische Verbindung zum Begriff Brasserie (Brauerei) zu schaffen, die oft mit le brasseur, dem Brauer, verbunden ist.
Wieder was gelernt! 👍


Magasins Modernes…. ein ehemaliges Kaufhaus…. es wäre zu wünschen, wenn es für dieses Gebäude eine ähnliche Lösung geben würde, wie für das ehemalige Magasins Modernes in Reims, das heute ein vornehmes Kaufhaus von Galeries Lafayette ist.

In der Rue d’Allier


Ziemlicher Aufwand für die Restauration des Gebäudes


Ecke Rue d’Allier / Rue de la Flèche und Rue de l’Horloge

Der Tour Jacquemart ist der mittelalterliche Uhrturm von Moulins. Er steht in unmittelbarer Nähe zur einstigen Residenz der Herzöge von Bourbon. Der 30 Meter hohe Turm wurde im Jahr 1445 errichtet und mit einem zu dieser Zeit beliebten, aufwendigen Uhrwerk versehen.

Das Hôtel de Ville, Sitz der Mairie





Aux 7 Planches…. Bar / Lounge…. Fensterdekoration von kev1_art
Cathédrale Notre-Dame-de-l’Annonciation, auf deutsch Unsere Liebe Frau von der Verkündigung


Mit dem Bau wurde Anfang des 15. Jahrhunderts begonnen, nachdem ein romanischer Vorgängerbau die Gläubigen der Stadt nicht mehr fassen konnte. Der für die Spätgotik charakteristische Flamboyant-Stil kennzeichnet besonders den Chor. Seit 1817 ist sie Kathedrale (Bischofskirche) des Bistums Moulins. Die beiden Westtürme sind in der Neogotik des 19. Jahrhunderts entstanden.



Das Querschiff




Orgel
Die Hauptorgel wurde 1880 von dem Orgelbauer Joseph Merklin in einem Orgelgehäuse erbaut, das von dem Architekten Eugène Millet entworfen wurde. Das Instrument hat 42 Register auf drei Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertrakturen sind mechanisch. Die Orgel ist weitgehend in ihrem Originalzustand erhalten.

Das bedeutendste Kunstwerk der Kathedrale ist jedoch das Altargemälde von circa 1502 des Meisters von Moulins (franz. Maître de Moulins). Sein Triptychon (von altgriechisch τρίπτυχος (tríptychos): in drei Teile gefaltet, aus drei Lagen bestehend) zeigt auf der Mitteltafel die Jungfrau Maria vor einem Regenbogen, ebenfalls umgeben von dem Stifter Herzog Pierre II. und Anne de Beaujeu sowie deren Tochter Suzanne, und gilt als ein bedeutendes Beispiel eines Stifterporträts der Spätgotik.
Die Identität des Urhebers war lange Zeit ein Rätsel. Heute weiss man mit Sicherheit, dass es sich um den Maler Jean Hey handelt, ein Maler flämischer Herkunft, der in den Archiven erwähnt wird. Zuletzt in Frankreich zu finden war sein Hauptauftraggeber, der Hof der Herzöge von Bourbon, mit ihrer Residenz in Moulins, dem La Mal Coiffée, der Ancien Palais du Bourbon.
Der Triptychon von Moulins wird als Spitzenwerk am Ausgang der Spätgotik betrachtet. Es ist typisch für die prominente Darstellung des Stifters im Bild zu dieser Zeit.

Le panneau central…. die zentrale Tafel

Hier sind die Jungfrau Maria und das Kind, umgeben von Engeln, dargestellt.
Die Jungfrau der Apokalypse wird von einem Halbmond getragen, und ihr sitzender Körper befindet sich in einer schillernden Mandorla, die die Sonne symbolisiert und in der Mitte des Himmels schwebt. Umgeben von vierzehn Engeln halten die beiden oberen, Seraphim mit ausgebreiteten Flügeln, eine Krone aus zwölf Sternen über ihrem Kopf. Die beiden unteren tragen ein Phylakterium mit einem Text, der vom Buch der Apokalypse (Offenbarung des Johannes) inspiriert ist.
Sie ist es, deren Lob in den heiligen Schriften gesungen wird…. mit der Sonne bekleidet, den Mond unter ihren Füssen, war sie würdig, mit zwölf Sternen gekrönt zu werden.
Les panneaux latéraux…. die Seitentafeln….
Panneau de gauche…. die linke Tafel

Links kniet Herzog Pierre II. von Bourbon, begleitet von seinem Schutzpatron Petrus, der an seinen Attributen (Papsttiara und Schlüssel) zu erkennen ist.
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Panneau de droite…. die rechte Tafel
Rechts die Herzogin Anne de Beaujeu und ihre Tochter Suzanne, ebenfalls kniend im Gebet, unter dem Schutz der Heiligen Anna.

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Sehr originelles Schild an der Eingangstür:
Es ist möglich, dass Sie beim Betreten dieser Kirche den Ruf Gottes hören. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass er Sie per Telefon kontaktiert!
DANKE, DASS SIE IHRE HANDYS AUSGESCHALTET HABEN


Das Château des Ducs de Bourbon
Der im Bourbonnais als La Mal Coiffée (die schlecht Frisierte) bekannte Hauptturm des Schlosses war lange Zeit das höchste Gebäude der Stadt. Dieser bemerkenswerte Ort ist ein privilegierter Zeuge der Geschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart.
Heute ist das Schloss ein Museum.

Blick zur Église du Sacré-Cœur

Street Art

Unser Abendessen möchten wir in der Brasserie Les Ducs geniessen…. einen Tisch haben wir uns schon reserviert…. aber wir können erst ab 19 Uhr bestellen…. also werden wir noch ein wenig durch die Altstadt streifen!



Das Hôtel de Ville
Es ist soweit….
…. wir entscheiden uns für Bavette d‘aloyau mit Frites, Salat und Sauce moutarde
Die KI beschreibt das Fleisch wie folgt:
Bavette d’aloyau ist französisch für ein grobfaseriges, saftiges Steak aus dem Bauchlappen (Flanke) des Rindes, das in Deutschland oft grosses Bavette, Flap Steak oder Top Butt Flap genannt wird und durch intensiven Geschmack und gute Marmorierung besticht, ideal zum Kurzbraten, Grillen oder für Tacos, muss aber unbedingt gegen die Faser geschnitten werden.
Wir hatten das noch nie gegessen, es ist kein Fleisch, dass man mit der Gabel drücken kann, statt mit dem Messer zu schneiden…. so zart ist es nicht…. es hat richtig Biss und schmeckt ausgezeichnet…. uns gefällt’s!

Frisch gestärkt machen wir uns auf den Rückweg zum Stellplatz





Baustelle 🚧 an der Place des Halles

Pont Régemortes

Das ist eine recht umfangreiche Dokumentation und Fotosammlung für ein Zwischenziel, wo wir uns nur wenige Stunden aufhalten…. diese Zwischenziele sind wie Wundertüten…. man weiss nie, was drin ist. Manche Städte sind eben sympathisch und der Funke springt über…. wie heute bei Moulins. Morgen geht’s weiter nach Poitiers!
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