4. und 5. Tag: Zwischenstopp in Halle (Saale)

Montag, 28.4.2025

Morgens geht’s los…. frühstücken, duschen, Grauwasser ablassen, Wasser auffüllen und dann Abfahrt!

Map data ©2025 Google

In Halle (Saale) haben wir Glück…. auf dem Wohnmobilstellplatz An der Fährstrasse ist noch ein Platz frei…. insgesamt passen (offiziell) 4 Fahrzeuge drauf…. wenn die normalen Parkplätze frei sind, passen auch mehr drauf. Strom funktioniert nicht, brauchen wir auch nicht für eine Nacht, Frischwasser geht auch nicht…. zum Glück ist unser Tank voll…. Abwasser geht gerade so, aber der Abfluss ist derart unglücklich angebracht, dass die Hälfte daneben geht. Dafür ist der Platz konkurrenzlos günstig.

Wir fahren mit dem Tram, das hier Strassenbahn heisst, bis zum Marktplatz. Fairtiq funktioniert, aber immer nur für eine Person. In Freiburg und Baden-Baden konnte ich für Regula das Ticket in meiner App mitkaufen, in Halle (Saale) muss sie ihr Ticket in ihrer App separat kaufen…. merkwürdig, aber Hauptsache es klappt!

Der Marktplatz von Halle (Saale) ist wunderschön….

…. markant ist die Marktkirche Unser Lieben Frauen, auch Marienkirche genannt mit den beiden Hausmannstürmen…. davor findet gerade eine Montagsdemonstration statt, was mir später der Wirt vom Restaurant Hermes bestätigt, wo wir später unser Abendessen einnehmen. Er will nicht so recht raus mit der Sprache, wer da demonstriert, aber er bestätigt meine Vermutung, dass die Teilnehmer aus dem Umfeld einer rechten Partei stammen. Essen tut man dort übrigens recht gut, wir waren schon öfter da.

Der Rote Turm…. das klingende Wahrzeichen in Halles Mitte. Mit seinen 84 Metern Höhe überragt er die Bauwerke in der Innenstadt. Für die Menschen aus Halle ist er ein Wahrzeichen ihrer Stadt: Zusammen mit den den vier Türmen der Marktkirche bildet der Rote Turm die berühmten Fünf Türme.

Seine Glocken tönen nicht nur im Takt der Zeit. Sie verraten auch täglich die Zahl der neugeborenen Kinder in Halle und bereiten ihnen mit dem Halleluja aus Händels Messias einen gebührenden Empfang. Das Carillon im Roten Turm auf dem halleschen Marktplatz ist mit seinen 76 Bronzeglocken das grösste Glockenspiel Europas. Deshalb heisst es Europa-Carillon.

Direkt am Roten Turm steht die Würstchenbude mit dem legendären Werbespruch don’t worry be curry.… es gibt hier Curry- und Rostbratwürste…. die sind wirklich lecker…. diesmal verzichten wir drauf. Der Komiker Johann König erwähnt in einem Sketch die Würstchenbude.

Das Georg Friedrich Händel Denkmal, ein 1859 gestiftetes Bronzestandbild des Komponisten zu seinem 100. Todestag.

Leider gibt es diese wunderschöne Aussicht aus dem Jahr 2019 auf den Marktplatz vom Dinea Café und Restaurant im 4. Stock des Galeria Kaufhauses nicht mehr…. das Gebäude ist geschlossen. Hoffentlich wird es irgendwann mal wieder eröffnet.

Schöne alte Architektur in der Grossen Ulrichstrasse…. benannt wurde die Strasse nach der hier ehemals befindlichen und von Kardinal Albrecht abgebrochenen Ulrichskirche.

Es wir vertreiben uns den Nachmittag noch mit Shopping, es gibt viele Geschäfte abseits vom Mainstream…. auch dafür lohnt sich ein Besuch in Halle.


Dienstag, 29.4.2025

Schon lange auf unserer To-Do-Liste steht ein Besuch des Landesmuseums für Vorgeschichte. Montags ist es geschlossen, aber heute Vormittag wollen wir dahin…. zu Fuss ist es nur ein knapper Kilometer vom Stellplatz aus.

Der Schwedenring von Steigra ist eine ungelöste Kuriosität, die sich am Ortsrand des alten Dorfes befindet. Dieses in den Rasen geschnittene Labyrinth, ist hunderte, vielleicht aber auch tausende Jahre alt. Die Frage, die damit einhergeht ist die, wie es Menschen schaffen, ohne die Möglichkeit der Vogelperspektive, diese Symmetrie herzustellen. In Halle befindet sich eine Nachbildung dieses Rasenlabyrinths aus Ziegelsteinen in der Triftstrasse neben dem Landesmuseum. Eine Erklärungstafel informiert über die Hintergründe.

Der Menhir von Krosigk (auch Schön-Ännchenstein, Frössnitzstein oder Heidenstein)

Im Inneren des Landesmuseums

Wir erfahren sehr viel über das Leben von Mensch und Tier in der Vorzeit, hauptsächlich basierend auf archäologischen Ausgrabungen in Halle (Saale) und Umgebung. Die Sammlung und die einzelnen Exponate sind sehr interessant und spannend präsentiert…. ein tolles Museum!

Unbestrittenes Highlight des Museums ist die Himmelsscheibe von Nebra, eine kreisförmige Bronzeplatte mit Applikationen aus Gold, die als die älteste bisher bekannte konkrete Himmelsdarstellung gilt. Ihr Alter wird auf 3’700 bis 4’100 Jahre geschätzt.

Auch die Geschichte des Fundes und die Bergung durch illegale Sondengänger liest sich sehr spannend und zum Glück

Seit Juni 2013 gehört die Himmelsscheibe von Nebra zum UNESCOWeltdokumentenerbe in Deutschland.

Die Vorderseite….

…. und die Rückseite

Auch zwei Bronzeschwerter, zwei Beile, ein Meissel und Bruchstücke spiralförmiger Armreife gehörten zu dem gesamten Fund.

Der Besuch des Museums hat sich wirklich gelohnt!

Wir gehen zurück zum Stellplatz…. es geht weiter nach Potsdam.

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