3. Tag: Paris…. Wanderung vom Camping de Paris durch den Bois de Boulogne, über den Pont de Bir-Hakeim, dann entlang der Seine, vorbei am Tour Eiffel über die Place de la Concorde in die Galeries Lafayette und dann in’s L’Olympia

Mittwoch, 4.3.2026

Tolles Wetter heute und morgen offenbar auch…. wir verlängern unseren Aufenthalt um einen Tag, also morgen sind wir auch noch in Paris. Die heutige Wanderung ist etwa 12.5 km lang, die Route ist im Titel dieses Beitrags beschrieben.

Zuerst geht’s durch den Bois de Boulogne (Wald von Boulogne) im Westen von Paris und an die Vororte Neuilly-sur-Seine sowie Boulogne-Billancourt grenzend.

Maplibre | © komoot | Map data © OpenStreetMap-Mitwirkende

Sehr idyllisch ist der Bois de Boulogne und man merkt nicht, das man sich mitten in der am dichtesten besiedelten Grossstadt Europas befindet…. 20’000 Einwohner pro Quadratkilometer…. ein riesiger urbaner Raum mit 12.5 Mio. Einwohnern!

Die historische Moulin de Longchamp (auch Moulin de Rouvray genannt), eine bekannte Windmühle im Bois de Boulogne. Sie wurde 1312 in der Abtei Longchamp erbaut, die 1255 von Isabella von Frankreich, Tochter von König Ludwig VIII., gegründet wurde. 1792 wurden die Nonnen vertrieben und die Gebäude verkauft. Die Abtei wurde 1795 zerstört, aber die Mühle blieb erhalten. Sie blieb bis 1809 in Betrieb und wurde verwendet, um das Wasser aus dem unteren See zum oberen See zu pumpen. Im 19. Jahrhundert wurde die Pivot-Mühle durch eine Turmmühle aus Stein ersetzt. Ihre neue Bestimmung: als Kulisse für das Hippodrome de Longchamp (Pferderennbahn von Longchamp) zu dienen, die 1857 eingeweiht wurde und sich direkt dahinter befindet.

Das Château de Longchamp, Sitz der GoodPlanet Foundation, eine 2005 von Yann Arthus-Bertrand gegründete Nichtregierungsorganisation (NGO), die die Ökologie und nachhaltige Entwicklung fördert.

Die Skulptur auf einer Verkehrsinsel zwischen der Route de Suresnes und der Avenue de l’Hippodrome ist ein Werk der norwegischen Bildhauerin Anne Grimdalen. Die Skulptur mit dem Titel Ours (Bär) war ein Geschenk der Norvégiens de France, der norwegischen Gemeinde in Frankreich an die Stadt Paris. Typisch für Grimdalen ist die massive, fast blockhafte Form aus Granit, die den Bären in einer ruhigen, sitzenden Pose zeigt. 

La Grande Cascade du Bois de Boulogne…. der Grosse Wasserfall wurde 1856 unter dem Zweiten Kaiserreich mit Sandsteinfelsen aus Fontainebleau angelegt. Der Wasserfall hat eine Höhe von 7.5 m.

Der Ort hat auch eine traurige Vergangenheit…. am 16. August 1944 fand hier das Massaker vom Bois de Boulogne statt, als 35 junge Résistancekämpfer ermordet wurden. Die Täter waren französische Kollaborateure unter Führung der deutschen Agenten Friedrich Berger und Karl Rehbein, die als Agents Provocateurs die Kämpfer in eine Falle gelockt hatten.

Gedenkstele im Bois de Boulogne

Photo by Polymagou, License CC BY-SA 4.0

Gegenüber befindet sich das historische und luxuriöse Restaurant La Grande Cascade

Die Preise gehen hier vom einfachen Menu du Marché für 99 € über das Menu du Jardin für 128 € und das Menu Itinéraire 5 Étapes für 195 € bis zum Menu Itinéraire 7 Étapes für 245 €.

Wem das zu gewöhnlich oder nicht exklusiv genug ist, für den oder die gibt’s die Moments d’exception à la Grande Cascade: das Déjeuner étoilé für 130 € p.P., das Dîner oder Déjeuner signature pour 2 personnes für 520 € oder das Dîner d’exception pour 2 personnes für 650 €….

…. heute haben wir keine Zeit für sowas! 🤣🤣

Jetzt kommen wir in den eigentlichen Bois de Boulogne…. im Grössenvergleich von Stadtparks der Welt rangiert er mit einer Fläche von 8.5 km² nach dem Londoner Richmond Park, dem Amsterdamse Bos und dem Birminghamer Sutton Park auf Platz 8. Der Bois de Vincennes im Osten von Paris liegt mit 9.95 km² auf Platz 5 in diesem Vergleich.

Sie sorgen für Ordnung im Wald!

Die giftigen Raupen des Prozessionsspinners sind unterwegs…. Vorsicht…. giftig! ☠️

Der Kiosque de l’Empereur am Lac Inférieur, der grösste See im Park….

…. er ist 1’152 Meter lang und 100 Meter breit.

Wir haben den Boulevard Périphérique, die als Ringstrasse konzipierte Stadtautobahn um Paris herum, die in den Jahren 1954 bis 1973 mit weitgehend 4 Fahrstreifen pro Richtung gebaut wurde, überquert und sind jetzt am Boulevard Suchet im 16. Arrondissement, auch Arrondissement de Passy genannt. Zusammen mit dem 7. Arrondissement und dem Vorort Neuilly-sur-Seine im Westen bildet es das teuerste und wohlhabendste Residenzviertel Frankreichs.

Das wäre sicher sehenswert….

…. das Musée Marmottan Monet….

…. aber bei einem zweitägigem Aufenthalt in Paris fehlt einfach die Zeit für einen Besuch im Museum.

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Durch den Jardin du Ranelagh, wo sich gerade eine Gruppe Leute beim Frühsport betätigt

Statue von Jean de La Fontaine, einem französischen Schriftsteller….

…. mit einigen seiner Fabeln ist er noch heute jedem französischen Schulkind bekannt.

Bei der Metro-Station La Muette gehen wir in einer der zahlreichen Bars und kleinen Restaurants einen Salat essen…. im Tabac de la Muette, Google-Bewertung mit 3.6, ist es recht ordentlich und der Salat ist gut. Da sind viele Einheimische dort…. die essen sicher nirgends, wo es nicht schmeckt.

Die Urzeit stimmt übrigens nicht…. es ist 13.24 Uhr! 😜

La Grande Épicerie de Paris…. ein nobler Feinkostladen!

Les Choupettes de ChouChou…. das sieht lecker aus…. schnell weiter! 🤣🤣

Wir nähern uns der Seine…. hier ist die Station Metro Passy

Am Square Alboni, eine Privatstrasse, auf dem Weg zur Seine

Über uns fährt die Metro…. nur noch die Treppe hoch, dann sind wir auf dem Pont de Bir-Hakeim….

…. und durch die Bäume sehen wir die Seine und den Eiffelturm….

…. oder La Tour Eiffel, wie der Turm auf französisch heisst und in dieser Sprache weiblich ist….

…. und die Brücke ist mit le pont in der französischen Sprache männlich….

…. genauso bei der Platz…. la place ist weiblich!

Nochmal ein Blick zurück an’s Ufer von Passy….

…. und ein Blick ohne Bäume auf Seine und Eiffelturm

Die Skulptur La France Renaissante (das wiedergeborene Frankreich) ist eine Statue équestre (Reiterstandbild) aus Bronze, die auf der Île aux Cygnes (Insel der Schwäne) und dem Pont de Bir-Hakeim installiert ist. Sie wurde 1930 von dem Dänen Holger Wederkinch erstellt und ist ein Geschenk der dänischen Gemeinschaft an die Stadt Paris. Diese Statue befindet sich in der Mitte des Belvédère Susan-Travers (Aussichtspunkt), einem Platz zwischen den beiden Ufern der Seine.

Der Pont de Bir-Hakeim wurde 1878 als Pont de Passy erbaut. 1949 erhielt er den heutigen Namen, am 10. Juli 1986 wurde die Brücke zum Monument historique (historisches und schützenswertes Denkmal) erklärt.

Bir Hakeim ist eine Oase in der libyschen Wüste, rund 65 km südlich von Tobruk gelegen. Der Ort ist nicht mehr bewohnt. Die Schlacht von Bir Hakeim vom 26. Mai bis 11. Juni 1942 ist für Frankreich ein wichtiges geschichtliches Ereignis. Auch wenn die Schlacht letztlich nur eine Episode des Krieges in Nordafrika war, so gilt sie doch in Frankreich als Beginn der Wiederherstellung der militärischen Ehre des Landes nach der Niederlage von 1940.

Gedenktafel am Pont de Bir-Hakeim, der das 15. und 16. Pariser Arrondissement verbindet:

In Bir-Hakeim wehrte die erste Brigade der Forces françaises libres (Freie französische Streitkräfte) vom 27. Mai bis zum 11. Juni 1942 den wütenden Angriff von zwei feindlichen Divisionen ab und bewies der Welt, dass Frankreich den Kampf nie aufgegeben hat.

Photo by Wikimedia Commons / Mu, License CC BY-SA 3.0

Hausboote am Ufer der Seine

Wir bleiben erst mal auf dem Uferweg…. ein Besuch des Eiffelturms sparen wir uns….

…. wir haben keine Lust auf Schlange stehen!

Skulptur Crevettes de Paris (Garnelen von Paris)…. entworfen von Nastassia Kotava, einer Absolventin der École des Beaux-Arts. Das Werk besteht aus recycelten Schiffsteilen der Reederei Vedettes de Paris. Am Sockel sieht man eine Schiffsschraube.

Am Pont d’Iéna (Jenaer Brücke) gehen wir doch nach oben, um einen vollständigen Blick auf den Eiffelturm zu haben…. hier sieht man noch die Erinnerung an die Olympischen Sommerspiele 2024

La Tour Eiffel in voller Grösse!

Mémorial de la Guerre d’Algérie et des Combats du Maroc et de la Tunisie (Denkmal für den Algerienkrieg und die Kämpfe in Marokko und Tunesien) am Quai Jacques Chirac

Ziemlich reger Schiffsbetrieb auf der Seine!

Die Passerelle Debilly…. eine Fussgängerbrücke, die anlässlich der Weltausstellung Paris 1900 gebaut wurde.

Die Cathédrale de la Sainte-Trinité (Dreifaltigkeitskathedrale)…. eine russisch-orthodoxe Kathedrale….

…. man kommt nicht so richtig heran an das Gebäude, es befindet sich innerhalb des Centre spirituel et culturel orthodoxe russe (CSCOR), das Russisch-orthodoxe spirituelle und kulturelle Zentrum. Bei Google Maps ist der gesamte Bereich verschwommen und nicht näher bezeichnet, bei OpenStreetMap ist alles ganz normal sichtbar.

Noch ein Foto der Kathedrale aus der Distanz

Photo by Ninara, License CC BY 2.0

Am gegenüberliegenden Ufer der Seine steht das Grand Palais, ein ebenfalls für die Weltausstellung Paris 1900 in errichtetes Ausstellungsgebäude. Es handelt sich um eine Jugendstilhalle mit einem Kuppeldach aus Glas für Ausstellungen und Kulturveranstaltungen, das Programm siehe hier!

Die Statue Le Messager (der Bote) von Ossip Zadkine am Quai d’Orsay

Er gilt als einer der grössten Meister der kubistischen Plastik

Pont Alexandre III, eine zwischen 1897 bis 1900 im Stil des Neobarocks errichtete Brücke über die Seine

Sehr prachtvoll!

Am Pont de la Concorde geht’s jetzt über die Seine….

…. und wir sind an der Place de la Concorde, mit 7.56 ha der grösste Platz in Paris….

…. nachdem wir uns durch den Autoverkehr gewühlt haben, stehen wir vor der Fontaine des Mers (Brunnen der Meere). Zwischen 1836 und 1846 wurde der Platz vom Architekten Jacques-Ignace Hittorff (Jakob Ignaz Hittorff) neu gestaltet, einschliesslich der beiden monumentalen Brunnen.

Die beiden Brunnen feiern die Flussschifffahrt (Brunnen auf der Nordseite in Richtung Rue Royale) und die Seeschifffahrt (Brunnen auf der Südseite in Richtung Seine). Der maritime Brunnen enthält sechs kolossale Figuren, die den Ozean, das Mittelmeer, den Fischfang, das Fischen von Korallen und das Angeln von Perlen und Muscheln darstellen. Schwäne vermischen sich mit drei Genies, die Seeschifffahrt, Handel und Astronomie symbolisieren.

Der Platz mit dem Obélisque de Louxor (Obelisk von Luxor)

Die Fontaine des Fleuves (Brunnen des Flüsse) ist noch nicht in Betrieb. Der Flussbrunnen besteht aus sitzenden Figuren, die den Rhein und die Rhône, die Produkte der bewässerten Regionen (Trauben, Weizen, Früchte, Blumen), Statuen der Flussschifffahrt, der Landwirtschaft und der Industrie darstellen.

Wir verlassen die Place de la Concorde und gehen durch die Rue Royale, vorbei am weltberühmten Maxim’s…. bei den Preisen reisst mich die Google-Bewertung von 4.2 nicht gerade vom Hocker! 😜

Der McDonalds am Boulevard de la Madeleine gleich um die Ecke hat die gleiche Bewertung! 🤣🤣

Die Église de la Madeleine an der Place de la Madeleine

Im Dezember 1806 beschloss Napoleon I., unter Verwendung der Fundamente und aufgehender Teile des vorrevolutionären Baus einen Temple à la Gloire, eine Ruhmeshalle für seine Soldaten, zu bauen. Der klassizistische Entwurf des Architekten Pierre-Alexandre Vignon (1763-1823) für diese Ruhmeshalle ähnelt mit seinen 52 korinthischen Säulen einem antik-römischen Podiumstempel. Nach dem gescheiterten Russlandfeldzug 1812 rückte Napoleon allerdings von seinem Plan einer Ruhmeshalle ab und kehrte zum ursprünglichen Projekt einer Kirche zurück. 

Nach dem Fall Napoleons beschloss König Ludwig XVIII., das Gebäude als Kirche zum Andenken an Ludwig XVI. und Marie-Antoinette fertigstellen zu lassen. Abgeschlossen wurden die Bauarbeiten unter König Louis-Philippe von dem Architekten Jean-Jacques-Marie Huvé (1783-1852) im Jahre 1842.

Am 9. Oktober 1845 wurde das Gebäude als Pfarrkirche geweiht.

1915 wurde die Kirche als Monument historique unter Denkmalschutz gestellt.

t.b.c.

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