2. Tag: Besuch im GEM…. dem grossartigen Grand Egyptian Museum in Gizeh / Giza / الجيزة al-Dschīza

Samstag, 17.10.2026

Der morgendliche Blick aus dem nicht zu öffnenden Fenster des Hotelzimmers wäre durchaus steigerungsfähig! 😜

Das Buffet im Hotel ist allerdings sensationell…. sogar zum Frühstück könnten wir Tintenfisch-Carpaccio essen….

…. wenn wir es wollten! Die Fotos zeigen nur einen Teil des Angebots, es gibt sogar Laugenbrezeln, die nicht mal schlecht schmecken.

Pünktlich um 7.30 Uhr geht’s los…. der Kleinbus von Spring Tours mit Fahrer und unserem persönlichen Reiseführer Bishoy holen uns beim Hotel ab. Wir fahren zuerst über den Kreisverkehr am Tahrir-Platz, dann über den Nil, und dann durch das endlose Häusermeer von Gizeh, lokale Schreibweise Giza, arabisch al-Dschīza الجيزة . Kairo, die Hauptstadt Ägyptens, hat etwa 10 Mio. Einwohner, es liegt auf der rechten Seite des Nils, Gizeh hat etwas über 4 Mio. Einwohner, es liegt auf der linken Seite des Nils und die Metropolregion Kairo hat gesamt knapp 20 Mio. Einwohner.

Map data ©2026 Google

Die Fahrt ist unbeschreiblich…. ein Gewirr aus Autos, Motorrädern, kleinen überladenen Lastwagen, vollgestopften Kleinbussen…. wir sehen Motorräder, da sitzen Vater, Mutter und drei Kleinkinder drauf…. alle natürlich ohne Helm! Es gibt je Menge Videos bei YouTube dazu…. suche nach «Cairo Traffic» oder «Kairo Verkehr».

Ein Beispiel:

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Wir erreichen den Parkplatz vom Grand Egyptian Museum, kurz GEM. Ich frage Bishoy, unseren Reiseführer, ob denn der Fahrer nicht etwas anderes macht, solange wir im GEM sind, das sind ja sicher einige Stunden. Nein, antwortet er, der Fahrer wartet solange. Der bekommt seinen festen Monatslohn, egal ob er fährt oder nicht.

Das durchschnittliche Bruttogehalt in Ägypten liegt bei rund 6’130 ägyptischen Pfund (EGP) pro Monat (ca. 98 €), was etwa 5’040 EGP netto (ca. 80 €) entspricht. Das sind umgerechnet auf das Jahr etwa 73’600 EGP brutto (knapp 1’200 €) bzw. 60’500 EGP netto (knapp 1’000 €). Der gesetzliche Mindestlohn liegt seit Juli 2025 bei 7’000 EGP (etwa 112 €) in der Privatwirtschaft und soll ab Mitte 2026 auf 8’000 EGP (etwa 128 €) steigen.

Da muss man sich nicht wundern, dass die Leute sehr gern Trinkgeld nehmen…. im Gegenteil, bei diesen Löhnen sind sie geradezu darauf angewiesen. In den Genuss von Trinkgeld kommen, soweit wir das sehen, Leute, die direkt oder indirekt mit Touristen in Kontakt sind…. Reiseführer, Fahrer, Bedienung im Restaurant, Reinigungspersonal im Hotel…. alle andern gehen da leer aus. Wir wissen nicht, ob in Restaurants oder Hotels ein Ausgleich stattfindet. z.B. für Köche, Küchenhilfen, Gärtner usw.

Bei diesen Löhnen wundert es nicht, dass der Fahrer halt solange wartet, bis wir aus dem Museum zurückkommen…. bei uns wäre sowas undenkbar bzw. unmöglich zu finanzieren.

Der Hängende Obelisk

Der ca. 27 Meter hohe und rund 87 Tonnen schwere Obelisk ist etwa 3’375 Jahre alt und stammt ursprünglich aus der antiken Stadt Tanis (San El Hagar) im Nildelta. Er wurde so auf vier Säulen und eine Plattform gehoben, dass Besucher darunter hindurchgehen können. Der Obelisk bildet das erste Exponat des GEM auf dem 30’000 Quadratmeter grossen Vorplatz (Piazza) direkt vor dem Museum.

Der Übersichtsplan des GEM

Die markanten Dreiecksstrukturen an der rund 800 Meter langen Frontfassade des GEM vereinen tiefgründige historische Symbolik mit mathematischer Perfektion. Das irische Architekturbüro Heneghan Peng nutzte das Dreieck als zentrales gestalterisches Element, um eine Brücke zwischen der altägyptischen Hochkultur und der Moderne zu schlagen.

1. Hommage an die Pyramiden von Gizeh: das Dreieck ist die zweidimensionale Grundform, aus der in der dritten Dimension die Pyramide entsteht. Die Fassade greift die Geometrie der nur rund zwei Kilometer entfernten Pyramiden auf, ohne diese einfach zu kopieren. Die gesamte Anlage ist zudem so ausgerichtet, dass die virtuellen Sichtachsen der Museumsflügel exakt auf die Spitzen der Cheops-, Chephren– und Mykerinos–Pyramide zulaufen.

2. Das Sierpinski-Dreieck als Symbol für Ewigkeit und Unendlichkeit: die Fassadenelemente sind nach dem Prinzip des Sierpinski-Dreiecks aufgebaut, einem mathematischen Fraktal. Dabei teilt sich ein grosses Dreieck in immer kleinere, formgleiche Dreiecke auf.

Die Symbolik dahinter: für die alten Ägypter war der Glaube an das Leben nach dem Tod und die Ewigkeit (Khulud) zentral. Das unendliche mathematische Muster der fraktalen Dreiecke symbolisiert diese Unendlichkeit und den ewigen Fortbestand der ägyptischen Zivilisation.

Teil des Ganzen: gleichzeitig spiegelt das Fraktal die altägyptische Philosophie wider, dass der Mensch und jedes kleinere Element stets ein Abbild und Teil eines grösseren, kosmischen Ganzen sind.

3. Das Zusammenspiel von Licht und der ‚vierten Dimension‘: Teile der Fassade bestehen aus transluzentem (lichtdurchlässigem) Alabaster.

Tagsüber filtern die Dreiecke das gleissende Wüstenlicht und fluten das Foyer mit einem sanften, mystischen Schimmer.

Nachts wird die Fassade von innen beleuchtet und strahlt in die Wüste hinaus. Die Planer bezeichnen diese Verbindung von Erde und Himmel durch Lichtstrahlen symbolisch als die ‚vierte Dimension‘, die das Zeitlose der ausgestellten Schätze unterstreicht. 

4. Die magische Zahl Sieben: die Anordnung der dreieckigen Abschnitte entlang der monumentalen Wand ist kein Zufall. Die Struktur formt an der Fassade sieben symbolische Pyramiden. Die Zahl 7 galt im alten Ägypten als heilige Zahl und Symbol für Perfektion, Vollständigkeit und das kosmische Gleichgewicht.

Anthrazit-goldene Fassadenplatten mit altägyptischen Hieroglyphen und Kartuschen

Gegensätze

Die dunklen Wandflächen sind mit grossen Reliefs und Pharaonen-Darstellungen (Hieroglyphen und Kartuschen) verziert.

Die schräge, hell-golden schimmernde Wandstruktur besteht aus transluzentem Alabaster und modernen geometrischen Elementen.

Eine goldene Darstellung des altägyptischen Pharaos Tutanchamun (mit dem typischen Nemes-Kopftuch und Diadem) in einer stilisierten Reliefgestaltung aus grauem Stein mit goldenen Einlagen.

Bishoy erklärt uns die Hieroglyphen und Kartuschen.

Als studierter Ägyptologe macht er das sehr gut…. auf deutsch und auf englisch!

Über seine Webseite TimeTraveller kann man ihn direkt buchen…. wir würden das auf jeden Fall wieder mit ihm machen. Er überzeugt uns durch sein Fachwissen in Ägyptologie, durch seine überaus sympathische und herzliche Art und seine sehr guten Deutschkenntnisse. Er vermittelt uns nicht nur anschaulich die Grundzüge der Ägyptologie, sondern gibt uns auch Einblicke in den ägyptischen Alltag.

Die Säule am Eingang ist mit verschiedenen historischen Bezeichnungen für Ägypten in unterschiedlichen Sprachen und Schriften graviert, darunter Begriffe wie Kemet (altägyptisch km.t) oder Black Land (Schwarzes Land), benannt nach dem fruchtbaren Nilschlamm, sowie Übersetzungen wie Egypt, L’Égypte oder 埃及.

GIGANTISCH….

…. die monumentale Eingangshalle des Grand Egyptian Museum (GEM) in Gizeh bei Kairo, in deren Mitte die 11.35 Meter hohe und rund 83 Tonnen schwere Kolossalstatue von Pharao Ramses II. aus rotem Granit aus Aswān / Assuan steht. 

Das Artefakt wurde 1820 bei Memphis bzw. Mit Rahina entdeckt, stand ab 1955 jahrzehntelang am Ramses-Bahnhof in Kairo und wurde 2006 aufwendig an seinen heutigen Platz im neuen GEM bei Gizeh überführt.

Hier gibt’s einen Artikel im National Geographic über den aufwändigen Umzug der Statue.

Die Statue ist 3’200 Jahre alt und wurde ca. zwischen 1279 und 1213 v. Chr. aus dem roten Granit der Steinbrüche von Assuan geschlagen. Sie wurde vor dem Tempel des Gottes Ptah in der damaligen Hauptstadt Memphis aufgestellt.

Ein englischsprachiges Video des GEM…. sehenswert!

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Die Grand Staircase (Grosse Treppe) ist eines der spektakulärsten architektonischen und musealen Highlights im GEM. Die monumentale Treppe erstreckt sich über mehrere Ebenen und dient als vertikale Zeitreise durch die altägyptische Geschichte. Während man die Stufen nach oben steigt, wandert man chronologisch durch verschiedene Epochen und wird von gewaltigen, tonnenschweren Statuen, Sarkophagen und architektonischen Elementen flankiert.

© Archaeological Paths
© Archaeological Paths

Die Grand Staircase ist 180 Meter lang, ca. 17 Meter breit und erstreckt sich über die Höhe von etwa 50 Metern bzw. 6 Stockwerken.

Neben den Stufen führen Rollbänder nach oben und unten.

© ArchDaily

Das antike Tor von Pharao Amenemhet I.

Die Granitblöcke des Tores stammen aus der 12. Dynastie des Mittleren Reiches und wurden 1883 bei Ezbet Helmi im östlichen Nildelta entdeckt. Ezbet Helmi (arabisch عزبة حلمي) ist ein modernes ägyptisches Dorf und gleichzeitig eine der bedeutendsten archäologischen Ausgrabungsstätten des antiken Auaris (der ehemaligen Hauptstadt der Hyksos) und der späteren Metropole Pi-Ramesse.

© Archaeological Paths

Am oberen Ende der Grand Staircase….

…. der Pyramids View (keine guten Lichtverhältnisse um diese Zeit in dieser Richtung)

Blick nach unten….

…. man sieht, es ist schon sehr voll!

Auf dem Museumsplan der Hauptgalerien (Main Galleries) ist die Anordnung der Ausstellungsräume chronologisch und thematisch organisiert. Das Museum ist in drei vertikale Themenbereiche (Säulen) unterteilt, die sich von links nach rechts über vier zeitliche Ebenen (Stockwerke/Stufen) erstrecken:

1. Die chronologischen Epochen (Horizontal von unten nach oben)

Ebene 1 (unten): Frühzeit bis Altes Reich, Raum Nr. 01-03
Prehistoric Period (Vorgeschichte)
Predynastic Period (Prädynastische Zeit)
Early Dynastic Period (Frühdynastische Periode)
Old Kingdom (Altes Reich)
First Intermediate Period (Erste Zwischenzeit)

Ebene 2: Mittleres Reich, Raum Nr. 04-06
Middle Kingdom (Mittleres Reich)
Second Intermediate Period (Zweite Zwischenzeit)

Ebene 3: Neues Reich, Raum Nr. 07-09
New Kingdom (Neues Reich)

Ebene 4 (oben): Spätzeit bis Griechisch-Römische Zeit, Raum Nr. 10-12
Third Intermediate Period (Dritte Zwischenzeit)
Late Period (Spätzeit)
Graeco-Roman Period (Griechisch-Römische Zeit)

2. Die thematischen Säulen (Vertikal)

Society / Gesellschaft / المجتمع: 
Die linke Spalte zeigt Exponate zum alltäglichen Leben, der sozialen Struktur und Entwicklung der ägyptischen Bevölkerung.

Kingship / Königtum / الملكية: 
Die mittlere Spalte widmet sich den Herrschern, Pharaonen, der Verwaltung und der königlichen Macht.

Beliefs / Glaubensvorstellungen / المعتقدات: 
Die rechte Spalte befasst sich mit der Religion, den Göttern, den Tempeln und den Jenseitsvorstellungen.

3. Orientierung im Gebäude

Eingang / Ausgang (Entrance / Exit): 
Sie befinden sich ganz unten links bei Raum 01 (Bereich Society)

Rundgang:
Der logische Weg führt entweder chronologisch von unten nach oben (Ebene für Ebene) oder man folgt einer der drei thematischen Säulen (z. B. komplett durch die Geschichte des Königtums von Raum 02 über 05 und 08 bis zu Raum 11).

Toll gemacht der Plan, sehr übersichtlich, ermöglicht eine perfekte Orientierung!

Photo by Richard Mortel, License CC BY 2.0

Wir machen den Rundgang chronologisch von oben nach unten, fangen also in Raum Nr. 12 an.

Das Foto zeigt einen Ausstellungsbereich mit Vitrinen, modernen Präsentationstischen und einer charakteristischen Deckenkonstruktion aus Metallketten.

Eine Reihe altägyptischer Statuen, Reliefs und eines Miniatur-Obelisken aus dem Alten Reich

Die bemalte Holzstatue des altägyptischen Schreibers Mitri (auch Metri) aus der 5. Dynastie (Altes Reich)

Material und Darstellung: es handelt sich um bemaltes Holz mit eingelegten Steinen für die lebensechten Augen, sitzend in der klassischen Schreiberhaltung mit einem teilweise ausgerollten Papyrus auf den Oberschenkeln.

Das Bild zeigt das Schiffsmodell des Mesehti aus der 11. Dynastie, Mittleres Reich, ca. 2’000 v. Chr.

Das hölzerne Grabmodell stellt vermutlich Mesehtis symbolische Pilgerfahrt nach Abydos dar, eine heilige Reise zum Kultzentrum des Gottes Osiris im Jenseits. Es zeigt den Grabherrn in einem weissen Mantel inmitten einer Gruppe von Dienern, Priestern und Ruderern unter einer gewölbten Holzkabine.

Das Foto zeigt die berühmten altägyptischen Holzmodelle von Soldaten aus dem Grab des Mesehti aus Asyut oder Assiut, die in das Mittlere Reich, etwa in das Jahr 2’000 v. Chr. in die 11. oder 12. Dynastie datieren.

Das Foto zeigt die berühmte Sitzstatue des Pharao Chephren oder auch Khafre aus der 4. Dynastie (Altes Reich)

Khafre war ein Pharao der 4. Dynastie während des Alten Reiches, der die zweite grosse Pyramide von Gizeh sowie die Grosse Sphinx erbauen liess. Die Statue ist aus einem dunkelgrün-schwarzen Hartgestein, Diorit bzw. Anorthosit–Gneis gefertigt, das im Sonnenlicht bläulich schimmert.

Auch der markante Torso aus dunkelgrauem Gneis im Vordergrund stellt vermutlich die berühmte Statue des Pharaos Khafre oder Chephren aus dem Alten Reich Ägyptens dar.

Bishoy erklärt uns die sitzende Statue von Pharao Menkaure (griechisch Mykerinos) aus Alabaster / Travertin.

Menkaure war ein Pharao der 4. Dynastie (Altes Reich) von 2613 – 2494 v. Chr.

Ein steinerner Sarkophag einer altägyptischen Bestattung…. derartige Sarkophage aus Kalkstein oder Sandstein mit hieroglyphischen Inschriften und Opferformeln wurden im Alten Ägypten für Adelige, Priester*innen oder königliche Bedienstete angefertigt. Auf der langen Seite des Steinsarkophags sind klassische altägyptische Hieroglyphen eingemeisselt, die den Verstorbenen auf dem Weg in’s Jenseits schützen sollten.

Die Vitrinenbeleuchtung und die dunkle Wandgestaltung sind typisch für moderne archäologische Dauerausstellungen oder Spezialsammlungen zur ägyptischen Sepulkralkultur.

Das Foto zeigt das Osiris-Bett (auch bekannt als das Ruhebett des Osiris), ein antikes ägyptisches Artefakt aus Granit / Basalt.

Es wurde ursprünglich im Grab des altägyptischen Pharao Djer aus der 1. Dynastie in Abydos (Umm el-Qaab) gefunden und stellt den Gott Osiris auf einem Totenbett dar, begleitet von Symbolen der Wiedergeburt und Auferstehung, wie dem Falken und löwenköpfigen Bettstützen.

Der Koloss von König Senusret I. (griechisch Sesostris I.), eine stehende Statue des altägyptischen Pharaos der 12. Dynastie, Mittleres Reich, ca. 1971–1926 v. Chr., die ihn mit der weissen Hedjet-Krone Oberägyptens zeigt.

Das Foto zeigt sitzende Statuen des ägyptischen Pharaos Amenemhat III. aus Hawara aus der 12. Dynastie (Mittleres Reich)

Sehr beeindruckend!

Das Foto zeigt eine knieende Granitstatue der Königin Hatschepsut aus der 18. Dynastie (Neues Reich), aus Deir el-Bahari, die dem Gott Amun-Re zwei Nu-Gefässe darbringt.

Königin Hatschepsut liess sich absichtlich mit männlichen Attributen darstellen, um ihre legitime Herrschaft als Pharaonin zu festigen und traditionelle gesellschaftliche Normen zu wahren. Im alten Ägypten war das Amt des Königs per Definition männlich, eine Frau auf dem Thron galt als Bruch der kosmischen Ordnung (Ma’at).

Die wichtigsten Gründe für die männliche Darstellung:

Legitimation der Macht: um von der Priesterschaft, den Beamten und dem Volk als vollwertiger Herrscher akzeptiert zu werden, übernahm sie alle offiziellen Titel und Insignien eines Königs.

Traditionelle Königssymbole: auf Statuen und Reliefs trägt sie den traditionellen Shendyt (eine Art Lendentuch), das königliche Nemes-Kopftuch und den rituellen künstlichen Zeremonialbart (auch Königsbart oder Pharaonenbart). Sie passte ihr Aussehen dem traditionellen Bild eines Pharaos an, nicht weil sie ein Mann sein wollte, sondern weil der Pharao ein Mann sein musste.

Verbindung zu den Göttern: als Pharao galt sie als die irdische Verkörperung des (männlichen) Gottes Horus. Eine rein weibliche Darstellung hätte dieser religiösen Rolle widersprochen.

Ihre Darstellung änderte sich im Laufe ihrer rund 22-jährigen Regierungszeit schrittweise:

Frühe Phase: sie wurde als Frau in königlicher Kleidung dargestellt, oft mit weiblichen Pronomen in den Inschriften.

Späte Phase: sie wurde vollständig als muskulöser, männlicher König dargestellt, um Stärke und unumstössliche Autorität auszustrahlen. Dennoch blieben in den Hieroglyphen-Inschriften oft grammatikalisch weibliche Endungen bestehen, ein Hinweis darauf, dass ihre Identität als Frau kein Geheimnis war.

Es würde den Rahmen dieser Webseite sprengen, wenn ich zu allen Fotos detaillierte Erklärungen machen würde….

…. auf der Webseite des GEM findet man unter dem Menüpunkt COLLECTION die Highlights in den einzelnen Ausstellungen.

Zwischendurch ein Blick nach unten

Die Tutanchamun-Galerie…. in dieser grossen Ausstellungshalle werden erstmals über 5’000 Artefakte aus dem Grab des Pharaos Tutanchamun gemeinsam an einem Ort präsentiert. 

Das Foto zeigt die geöffnete Tür des ersten und äusseren vergoldeten Holzschreins aus dem Grab des Pharaos Tutanchamun.

Das Foto zeigt den zweiten der vergoldeten Holzschreine aus dem Grab….

…. und das ist der dritte der vergoldeten Holzschreine

Die Schreine waren ursprünglich ineinander verschachtelt wie russische Matrjoschka-Puppen und umgaben den Steinsarkophag des Königs. Sie sind aufwändig mit Hieroglyphen, magischen Texten und Darstellungen aus der altägyptischen Unterwelt, dem Amduat, versehen, die den Pharao auf seiner Reise nach dem Sonnenuntergang und in’s Jenseits schützen sollten.

Es waren insgesamt vier vergoldete Holzschreine, die ineinander verschachtelt um den Steinsarkophag von Tutanchamun herum aufgebaut waren.

Howard Carter war ein britischer Ägyptologe, der am 4. November 1922 im Tal der Könige in West-Theben das bislang einzige, nahezu intakte Pharaonengrab KV62, das des Tutanchamun, entdeckte.

Hier untersucht Carter im Jahr 1925 den innersten Sarg von Tutanchamun

Photo by The New York Times, License CC0 1.0 Public Domain

Der Anubisschrein ist ein berühmtes altägyptisches Artefakt aus dem Grabschatz des Pharaos Tutanchamun aus der 18. Dynastie (Neues Reich). Die Skulptur zeigt den altägyptischen Gott Anubis (den Gott der Mumifizierung und Totenriten) ruhend auf einem tragbaren Kasten bzw. Schrein. Gefertigt ist der Schrein aus Holz, das mit Stuck überzogen, schwarz lackiert und teilweise vergoldet wurde.

Anubis wird vorwiegend als liegender schwarzer Hund, Schakal oder als Mensch mit einem Hunde- oder Schakalkopf dargestellt.

Die Statue zeigt den Wächter als Ka-Statue des Pharaos Tutanchamun, der aus dessen Grabkammer im Tal der Könige stammt. Eine Ka-Statue ist eine Statue aus dem alten Ägypten, die als physischer Aufenthaltsort für den Ka (die Lebenskraft oder den spirituellen Doppelgänger eines Menschen) nach dem Tod dienen sollte.

Die Statue ist aus lebensgrossem Holz, mit schwarzem Harz überzogen, während der Shendyt (Lendentuch), der Nemes (Kopfputz) und die Insignien mit Blattgold verziert sind.

Die vergoldeten Totenbetten (rituellen Liegen) von Pharao Tutanchamun

Die drei kunstvoll geschnitzten und mit Blattgold überzogenen Holzbetten wurden 1922 von Howard Carter im Grab KV62 entdeckt. Sie stellen heilige göttliche Gestalten dar, die den jungen König auf seiner Reise in’s Jenseits beschützen und tragen sollten.

Die Löwengöttin (Mehit / Löwenbett)

Die Himmelskuh (Mehet-Weret / Kuhbett)

Die Hybrid-Göttin Ammit (auch Ammut oder Ahemait) ist eine gefürchtete dämonische Jenseitsgöttin der ägyptischen Mythologie, die als Fresserin der Herzen oder Verschlingerin der Toten bekannt ist.

Ammit war kein Wesen, das man anbetete, sie wurde vielmehr respektiert und gefürchtet. Ihre Gestalt setzt sich aus den drei gefährlichsten Tieren des Niltals zusammen:

Kopf: ein Krokodil (manchmal mit einer Löwenmähne)
Vorderkörper: ein Löwe (Vorderteil und Tatzen)
Hinterkörper: ein Nilpferd

Ammit sass in der Unterwelt, der Duat, in der Halle der Zwei Wahrheiten neben der Waage von Maat, der Göttin der kosmischen Ordnung und Wahrheit.

Das Wiegen des Herzens: das Herz des Verstorbenen wurde gegen die Straussenfeder der Maat aufgewogen.

Das Urteil: war das Herz schwer von Sünden, Lügen oder Missetaten und damit schwerer als die Feder, wurde es von Ammit verschlungen.

Die Folge: für die Seele bedeutete das den sogenannten zweiten Tod, sie verlor ihre Identität, konnte nicht in’s ewige Paradies (Jenseits) eingehen und war für immer ausgelöscht.

Die berühmte Totenmaske des Tutanchamun….

…. ein Meisterwerk der altägyptischen Goldschmiedekunst aus der 18. Dynastie, ca. 1332–1323 v. Chr.

Es ist schwer zum fotografieren…. die Maske ist hinter dickem Panzerglas…. und eine dichte Menschentraube darum herum!

Ein iPhone-Foto…. die störenden Menschen…. also alle 😜 …. habe ich mit KI entfernt!

Diese Maske aus massivem Gold ist eines der berühmtesten Objekte der Welt. Sie wurde über dem Kopf und den Schultern der mumifizierten Überreste von Tutanchamun gefunden. Der König ist so dargestellt, dass er dem Gott Osiris, dem Herrscher der Unterwelt, und dem Sonnengott Re ähnelt, dessen Körper aus Gold und dessen Haare aus Lapislazuli gefertigt waren.

Gleichzeitig ist dies eine perfekte Nachbildung von Tutanchamuns Gesicht, wie es von seinen Särgen, Statuen und Tempelreliefs bekannt ist. Eine Inschrift auf der Rückseite bietet zusätzlichen Schutz, indem sie Teile der Maske verschiedenen Göttern zuordnet:

Deine Stirn ist Anubis, dein rechtes Auge ist das Nachtboot (des Re), dein linkes Auge ist das Tagesboot, deine Augenbrauen befinden sich in der Gesellschaft von neun Göttern.

Betrachtet man das gesamte Schutzsystem der Grabkammer vom äussersten Gehäuse bis zur Mumie, so bestand die Bestattung aus insgesamt acht Schutzschichten:

Vier vergoldete Holzschreine: die äussere Schicht bildeten vier riesige, kastenförmige Holzschreine, die ineinander geschachtelt waren und die gesamte Grabkammer ausfüllten.

Der Quarzit-Sarkophag: innerhalb des innersten Schreins stand ein grosser, rechteckiger Steinsarkophag aus rotem Quarzit.

Der äussere Sarg: ein menschenförmiger (anthropoider) Sarg aus vergoldetem Holz.

Der mittlere Sarg: ebenfalls aus vergoldetem Holz, jedoch aufwändig mit über 6’000 Edelsteinen und buntem Glas besetzt.

Der innere Sarg: der innerste Sarg bestand vollständig aus massivem Gold und wiegt rund 110.4 Kilogramm.

Das Foto zeigt den dritten und innersten, aus Massivgold gefertigten anthropomorphen Sarkophag des Pharaos Tutanchamun.

Das nächste Mal…. geplant ist noch nichts…. schauen wir uns das hier im Museum morgens zuerst an…. bevor es wieder voll wird!

Der Goldene Thron…. gesehen, aber fotografieren war unmöglich…. es war zu voll!

Dieser wunderschön verzierte Sessel wurde im Vorraum der Grabkammer in Leinen eingewickelt gefunden. Er besteht aus Holz, das mit Goldblechen überzogen ist, die sowohl ziseliert (mit in das Metall eingeprägten Mustern) als auch mit eingelegtem Glas, Fayence und Halbedelsteinen verziert sind. Die Seitenteile sind in Form von geflügelten Uräus-Schlangen gestaltet, die die Kartuschen des Königs halten. Die Darstellung auf der Vorderseite der Rückenlehne zeigt den König und die Königin unter einem Blumenbaldachin, durch den die Strahlen der Aton-Sonnenscheibe dringen. Obwohl dieser Sessel für Erwachsene dimensioniert ist, muss er aus der Anfangszeit der Regierungszeit von Tutanchamun stammen.

© 2026 Grand Egyptian Museum

Der Tod von Tutanchamun…. eine CT-Untersuchung vom 6. Januar 2005 ergab ein Todesalter von 18 bis 20 Jahren und entsprach damit früheren wissenschaftlichen Schätzungen.

© 2026 Egypt Museum

PHANTASTISCH…. das allein ist schon die Reise nach Ägypten wert…. zum Glück liegen noch einige Tage vor uns!

Wir verlassen das GEM zum hinteren Ausgang….

…. zum Khufu’s Bootsmueum

Das Foto zeigt das Khufu-Schiff (auch Cheops-Schiff genannt), eine intakte altägyptische Sonnenbarke

Es ist ein rund 4’600 Jahre altes hölzernes Pracht- und Bestattungsschiff aus der Zeit von Pharao Cheops (altägyptisch Khufu oder Chufu) der 4. Dynastie. Das Schiff wurde ursprünglich 1954 in einer Grube direkt neben der Grossen Pyramide von Gizeh entdeckt. Im August 2021 wurde das Schiff in das neu errichtete GEM transportiert und dort in einer speziellen Halle dauerhaft ausgestellt.

1. Die spektakuläre Zusammenführung beider Schiffe (die Fotos sind nur von einem Schiff)

Das erste Boot (fertig montiert): das weltberühmte, über 43 Meter lange erste Sonnenboot des Königs Cheops ist das älteste und am besten erhaltene intakte Holzschiff der Menschheit. Es wurde ohne einen einzigen Metallnagel, nur mit ausgeklügelten Seilverbindungen und Holzpflöcken, konstruiert.

Das zweite Boot (Live-Montage): In einem eigenen Laborbereich neben dem ersten Schiff wird das zweite Cheops-Sonnenboot live vor den Augen der Museumsbesucher restauriert und zusammengesetzt. Besucher können die Archäologen direkt bei der Arbeit an den rund 1’650 antiken Einzelteilen beobachten.

2. Eine immersive, mehrstufige Architektur…. das Gebäude wurde eigens entworfen, um die gewaltigen Dimensionen der Schiffe voll erlebbar zu machen:

Drei Betrachtungsebenen: Besucher laufen auf Stegen auf drei unterschiedlichen Höhen um das Schiff herum.

360-Grad-Blick: die untere Ebene erlaubt einen intimen Blick auf den perfekt erhaltenen Rumpf und die genähte Bauweise. Die oberen Plattformen bieten eine Vogelperspektive auf das Deckhaus, die langen Ruder und die aerodynamische Form der Barke.

Die genähte Bauweise (engl. sewn boat construction) bedeutet, dass die Holzplanken des Schiffes buchstäblich mit Seilen zusammengenäht wurden, anstatt sie mit eisernen Nägeln, Schrauben oder Klammern zu verbinden.

Versteckte Kanäle: die ägyptischen Schiffbauer bohrten keine Löcher glatt durch die Planken hindurch, was das Schiff undicht gemacht hätte. Stattdessen meisselten sie V-förmige Kanäle in die Innenseite und die Kanten der dicken Zedernholzplanken.

Die Schnürung: Durch diese Kanäle wurden kilometerlange Seile aus Halfagras gezogen. Die Planken wurden so von innen fest miteinander verzurrt und vernäht. Von aussen war von diesen Seilen fast nichts zu sehen.

Zusätzliche Stabilität: bevor das Schiff zusammengenäht wurde, steckte man flache Holzzapfen (Dübel) in die Kanten der Planken, damit sich das Holz nicht gegeneinander verschieben konnte.

Warum diese Bauweise genial war…. der Schwamm-Effekt:

Diese Bauweise war ein genialer physikalischer Trick für die Schifffahrt auf dem Nil:

Trockener Zustand: im trockenen Zustand lagen die Holzplanken stabil, aber relativ locker aneinander.

Im Wasser: sobald das Schiff in’s Wasser gelassen wurde, saugten sich die Planken aus Zedernholz voll und dehnten sich aus. Gleichzeitig zogen sich die feuchten Hanf- und Grasseile stramm zusammen.

Das Ergebnis: das Schiff dichtete sich durch den Druck des quellenden Holzes und der schrumpfenden Seile komplett selbst ab! Es wurde absolut wasserdicht und blieb gleichzeitig flexibel genug, um Wellenbewegungen elastisch auszugleichen.

Ja…. die hatten es schon drauf…. die alten Ägypter! 👍

Ein Video über den Zusammenbau des zweiten Schiffs:

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Wir gehen noch mal in’s Hauptgebäude des GEM…. einen Kaffee trinken und viel mit Bishoy erzählen….

…. von ihm erfahren wir einiges über Ägyptologie und von Ägypten!

Draussen gibt’s Marktflächen für Handwerk….

…. Spielflächen für Kinder….

…. und viele Grünflächen…. auch zum Spielen!

Auf dem Rückweg zum Hotel fahren wir noch an zwei Läden vorbei….

…. einem Basar, wo es Repliken von allen möglichen ägyptischen Skulpturen gibt….

…. wir kaufen einen kleinen Tutanchamun-Kopf…. aber erst nach erbittertem feilschen um den Preis! 😜

Nebenan ist der Mondy Bazaar, dort zeigt man uns, wie aus den Fasern der Echtem Papyruspflanze der Beschreibstoff Papyrus hergestellt wird. Auch dort kaufen wir ein kleines Bild auf originalem Papyrus.

Jetzt geht’s zum Hotel…. wir haben Hunger!

Morgen sind die Pyramiden und die Grosse Sphinx von Gizeh dran.

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