34. – 36. Tag: Burgos…. und dann ab in die Wärme!

Donnerstag, 16.10.2025

Heute geht’s nach Burgos…. nach einigen Nächten auf Stellplätzen freuen wir uns mal wieder auf richtige Duschen! Auf dem Camping Fuentes Blancas waren wir schon mal…. nicht der beste oder tollste Platz…. aber zwei Nächte ist er Platz ok und dank CampingCard ACSI auch nicht teuer.

Map data ©2026 Google

Etwa 50 km vor Burgos verlassen wir bei Melgar de Fernamental die Autobahn, um es zu essen…. das Mesón del Pisuerga, recht idyllisch gelegen, sollte laut Google Maps offen haben…. es hat auch offen, aber auf unsere höfliche Frage, ob’s etwas zu essen gäbe, wird der Wirt ziemlich pampig und erklärt uns unfreundlich, dass die Küche erst am Abend offen hat. Was für ein Trottel. 😡🤬

So etwas hatten wir in Spanien bisher noch nicht erlebt!

Da in dem Städtchen kein weiteres Restaurant zu finden ist, fahren wir weiter nach Olmillos de Sasamón.… das Hotel Restaurante El Castillo entpuppt sich als sehr gutes Speiserestaurant, es gibt ein preiswertes und sehr gutes Menú del día, ein flotter und freundlicher Service…. das ganze Gegenteil des Restaurants von vorhin. Als ich das Foto mache, sind die meisten Handwerker und Berufsleute schon weg…. mittags ist es ziemlich voll hier, das Restaurant hat auch einen grossen Parkplatz.


Freitag, 17.10.2025

Von Campingplatz aus geht es bis nach Burgos sehr schön am Ufer des Río Arlanzón, einem Nebenfluss des Río Pisuerga, der wiederum ein Nebenfluss des Río Duero (portugiesisch Douro) ist, entlang.

Unsere heutige Wanderung…. hin und zurück von und nach Burgos sind 10.3 km.

Maplibre | © komoot | Map data © OpenStreetMap-Mitwirkende

Das Wetter ist sehr schön, aber es ist ziemlich frisch und die Nächte sind lausig kalt. Letzte Nacht hatten wir 5° C, das geht gar nicht ohne Heizung. Wir sind am Überlegen, morgen kurzentschlossen nach València zu fahren…. dort hat es nachts 15° C (!), das ist ein gewaltiger Unterschied. Hier im Norden soll es so bleiben und sogar noch kälter und regnerisch werden…. Burgos liegt knapp 900 m hoch. Und die Prognosen für València sehen sehr gut aus.

Nach València wären es 530 km, wenn wir das morgen schaffen sollten, hätten wir noch volle 5 Tage in València und wenn wir 4 Tage für die Heimfahrt rechnen, dann wären wir wie geplant, am 27.10. zuhause…. das müsste so passen…. wir wollen morgen früh endgültig entscheiden.

Der Weg nach Burgos…. angenehm schattig, besonders im Sommer!

Graffito unter einer Brücke

Monumento a los Derechos Humanos

In ruhiger Lage am Ufer des Río Arlanzón, am malerischen Paseo de la Quinta, steht ein Denkmal, das universelle Werte verkörpert: das Denkmal für Menschenrechte. Aus Stahl gefertigt und voller Symbolik, erinnert es täglich an den unvergänglichen Wert dieser Grundrechte.

Das Denkmal wurde 1998 von dem Bildhauer Segundo C. Escolar geschaffen und von Amnesty International der Stadt zum 50. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte geschenkt. Die Gedenktafel am Sockel unterstreicht diese Bedeutung als Zeichen der Erinnerung und Solidarität.

La Estatua del Conde Diego Rodríguez Porcelos

Die Statue des Grafen Diego Rodríguez Porcelos ist ein Wahrzeichen der Stadt Burgos und ihrem Gründer gewidmet. Das Skulpturenensemble, geschaffen vom renommierten Künstler Juan de Ávalos, symbolisiert die Wiederbesiedlung und Gründung der Stadt im Jahr 884. Ursprünglich auf der Plaza de San Juan aufgestellt, befindet sie sich heute auf der Plaza de Santa Teresa…. eine umstrittene Verlegung, die das Werk von seinem ursprünglichen Kontext entfernt.

Monumento a Santo Domingo de Guzmán am Paseo Sierra de Atapuerca

Die Bronzeskulptur des Heiligen Dominikus wurde 1970 vom Bildhauer Manuel Romero Ortega geschaffen. Sie zeigt den Gründer des Predigerordens oder Orden der Dominikaner in Mönchskutte, mit nach oben gerichteter Hand und einer Armbrust mit lateinischem Kreuz in der Hand. Die Skulptur ist dem Heiligen gewidmet, der in dieser Provinz geboren wurde.

Monumento Camino de la Evolución Humana (Weg der menschlichen Entwicklung)

Das Denkmal für den Weg der menschlichen Evolution befindet sich ebenfalls am Paseo Sierra de Atapuerca, neben dem Museo de la Evolución Humana (MEH) (Museum für menschliche Evolution), am linken Ufer des Río Arlanzón.

Der Bildhauer Casto Solano schuf dieses Denkmal 2010 als Hommage an die paläontologischen Entdeckungen der Sierra de Atapuerca. Seine Aufstellung neben dem Museum für menschliche Evolution sollte einen visuellen und konzeptionellen Dialog zwischen Kunst, Wissenschaft und den Ursprüngen des Menschen anstossen.

Seit seiner Einweihung hat das Werk unterschiedliche Meinungen hervorgerufen. Einige feministische Gruppen kritisierten das Fehlen weiblicher Figuren, während andere den anatomischen Realismus der Figuren in Frage stellten. Im Laufe der Zeit hat es sich jedoch zu einem der bekanntesten und meistfotografierten Wahrzeichen von Burgos entwickelt.

Der Fuente de la Evolución

Oficina de Correos (Hauptpostamt) an der Plaza Conde de Castro

Hier verlassen wir den schattigen Uferweg und gehen über die Puente de San Pablo, um ein Denkmal anzuschauen, das wir beim letzten Besuch in Burgos einfach vergessen hatten….

…. das Monumento al Cid Campeador auf der Plaza Mío Cid

Das Denkmal für El Cid Campeador ist eine Reiterstatue. Sie zeigt Rodrigo Díaz de Vivar, genannt El Cid, einen kastilischen Heerführer, der Ende des 11. Jahrhunderts mit seinem Heer die Levante der Iberischen Halbinsel beherrschte. Das Denkmal ist ein Werk des renommierten Bildhauers Juan Cristóbal González und wurde am 23. Juli 1955 von General Franco eingeweiht.

Es ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt und eines von sieben Reiterdenkmälern weltweit, die El Cid gewidmet sind. Die anderen befinden sich in New York, San Francisco, San Diego, Buenos Aires, València und Sevilla.

An dem Platz befinden sich das Teatro Principal und die Diputación Provincial de Burgos (Provinzregierung)

Estatua de Doña Jimena, der Ehefrau von El Cid direkt daneben an der Puente de San Pablo

Wir sind wieder auf dem schattigen Uferweg….

Die Kathedrale ist jetzt überall zu sehen!

Der Arco de Santa María ist eine der alten zwölf Zugangstüren, die die Muralla de Burgos (Stadtmauer) im Mittelalter hatte. Er verbindet die Puente de Santa María über den Río Arlanzón mit der Plaza del Rey San Fernando, wo sich die Catedral de Burgos befindet.

Die Plaza Rey San Fernando ist ein zentraler, historischer Platz direkt am Fusse der beeindruckenden gotischen Kathedrale, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Der belebte Ort ist ein wichtiger Treffpunkt, gesäumt von typisch spanischen Häusern mit Erkern und Glasbalkonen.

Die Catedral Basílica Metropolitana de Santa María….

…. hier lohnt es sich auch ein zweites Mal, die Kathedrale von innen anzuschauen.

Plaza del Rey San Fernando

Die Skulptur El Peregrino (der Pilger) stellt einen ruhenden Pilger auf dem Jakobsweg dar. Die Bronzestatue wurde vom Bildhauer Teodoro Antonio Ruiz geschaffen. Das Denkmal dient als Hommage an die unzähligen Pilger, die auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela durch Burgos kommen.

Es ist kurz vor 13 Uhr…. wir haben Hunger, aber keine Lust, an der Plaza del Rey San Fernando etwas zu essen…. die zahlreichen Restaurants haben keine guten Bewertungen. Gleich um die Ecke am Paseo del Espolón finden wir En Tiempos de Maricastaña mit einer ordentlichen Google-Bewertung von 4.1. Dort sitzt man schön und wir sind mit Essen und Service sehr zufrieden.

Der Cheesecake, den wir uns teilen…. der ist sowas von lecker 😋 …. einfach traumhaft!

Wir gehen wieder Richtung Kathedrale

Der Eingang ist geradeaus die Treppe hoch, die Tickets gibt’s links bei der Tienda (Shop)

Sarmental-Portal

Das älteste Portal der Kathedrale ist das Sarmental-Portal am südlichen Querhaus. Das Portal ist nach einer einflussreichen Familie benannt, deren Haus in der Nähe zu finden war. Es stammt aus der Zeit nach 1235 und steht in deutlicher Abhängigkeit zum Ostportal in Amiens.

Hier thront Christus in einer Darstellung des Jüngsten Gerichts in der Mitte, umgeben von schreibenden Evangelisten und ihren Symbolen (Adler, Löwe, Mensch und Stier) über einer Apostelreihe auf dem Türsturz. Auch dieses Portal ist eingebettet in Skulpturen von Aposteln.

Fast hätten wir es bei unserem ersten Besuch im Jahr 2022 übersehen….

…. das Grab des spanischen Nationalhelden El Cid und seiner Ehefrau Doña Jimena.

Auf der im Boden eingelassenen Grabplatte befindet sich folgende Inschrift:

Aquí yacen Rodrigo Díaz, el Campeador, muerto en Valencia en 1099, y su esposa Jimena, hija del conde Diego de Oviedo, de regia estirpe. A todos alcanza la honra del que en buena hora nació.

[Hier ruhen Rodrigo Díaz, der Campeador, gestorben zu Valencia im Jahre 1099, und seine Gemahlin Jimena, Tochter des Grafen Diego von Oviedo, aus königlichem Geschlecht. Alle erreicht die Ehre dessen, der zur rechten Stunde geboren ward.]

1835 wurden der spanische Nationalheld Rodrigo Díaz de VivarEl Cid, und seine Frau Doña Jimena vom Kloster San Pedro de Cardeña bei Burgos in die Kathedrale umgebettet. 1921 wurde beschlossen, ein würdigeres Grab zu schaffen. Dieses befindet sich heute in der Vierung und ist mit einer einfach gestalteten Marmorplatte bedeckt. Der Widerspruch zwischen der Bedeutung des Cid und der unspektakulären Gestaltung seines Grabes wird in Burgos damit erklärt, dass die Marmorplatte nur äusserer Abschluss des Grabes, die Kathedrale im Ganzen aber als sein Grabmal zu betrachten sei.

Noch zentraler geht die Platzierung des Grabes nicht….

…. es ist direkt unter der Vierung (span. Crucero) mit einem durchbrochenen Sterngewölbe.

Der Hauptretabel ist ein Werk von Diego de Siloé und Felipe Bigarny. Es wurde zwischen 1523 und 1526 geschaffen. Die Hauptansicht zeigt die Darstellung des Herrn. Die Polychromie stammt von León Picardo.

Im Vordergrund ist ein kunstvoll gestaltetes Chorgitter zu sehen, das typisch für spanische Kathedralen der Spätgotik und Renaissance ist. 

Der Chor…. spanisch Coro

Der Coro ist ein abgetrennter Bereich, der dem Gebet und Gesang der Domherren bestimmt ist. Er ist in spanischen Kathedralen häufig zu finden und dafür verantwortlich, dass der freie Blick durchs Kirchenschiff versperrt ist. Vom Westportal eintretend, schaut der Betrachter zuerst auf die im Renaissance-Stil gestaltete Rückwand, den Trascoro. Innen ist der Chor mit 103 Stühlen aus Nuss- und Buchsbaumholz ausgestattet, die mit geschnitzten Motiven aus dem Alten und Neuen Testament geschmückt sind (chronologisch Abfolge, links beginnend) und von Felipe Bigarny und anderen Künstlern geschaffen wurden.

Im Chor befinden sich auch die zwei grössten Orgeln der Kathedrale. Sie stehen sich an der Epistelseite und der Evangelienseite gegenüber. Im oberen Bereich des Chors sieht man die Orgelprospekte aus dem 17. und 19. Jahrhundert mit teilweise horizontal gelagerten Pfeifen, den Spanischen Trompeten. Die seitlichen Aussenwände des Chors sind mit sechs Gemälden von Juan Andrés Ricci geschmückt.

Escalera Dorada (Goldene Treppe)

Durch die Hanglage der Kathedrale liegt das Coronería-Portal etwa 15 Meter über der Calle Paloma. Diesen Höhenunterschied glich man durch eine Treppe im nördlichen Querschiff aus, die 1519 von Diego de Siloé durch eine doppelläufige, spiegelbildlich symmetrische Renaissancetreppe im Plateresken Stil ersetzt wurde. Sie wird als eine der schönsten Renaissancetreppen bezeichnet und ist eine der wichtigeren Sehenswürdigkeiten der Kathedrale. Ihren Namen erhielt sie von dem vergoldeten schmiedeeisernen Geländer.

Das Innere der Capilla de los Condestables (Kapelle des Konstablers)…. dort wo in französischen und deutschen Kathedralen die Achskapelle liegt, befindet sich in Burgos die Condestablenkapelle. Es ergibt sich ein vollkommen anderer Raumeindruck als im europäischen Norden. Vom Langhaus her glaubt man durch den riesigen Hauptaltar, dass der Kirchenraum dort endet. Wenn man aber am Hauptaltar vorbei vom Chorumgang aus die Capilla de los Condestables betritt, hat man das überraschende Gefühl, in eine zweite Kirche zu kommen. Teilweise wird die Condestablenkapelle sogar als Kathedrale in der Kathedrale bezeichnet.

Grabmal des Condestable Pedro Fernández de Velasco und seiner Gattin Mencia

Am 26. September 1887 wurde die Kathedrale zum Monumento Nacional, zum nationalen Denkmal, erklärt. Papst Pius XI. verlieh ihr am 13. Juli 1921 den Titel Basilica minor. Am 31. Oktober 1984 wurde sie von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und ist damit die einzige spanische Kathedrale mit diesem Status…. im Jahr 1987 wurden in Sevilla die Kathedrale, der Alcázar und das Archivo General de Indias als ein monumentales Ensemble in der Innenstadt von Sevilla von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Ein Foto aus dem Jahr 2022 vom Mirador del Castillo…. die Kathedrale von oben

Wir gehen langsam zurück zum Campingplatz…. erst mal über den Paseo del Espolón, der ist auch schön schattig!

Estatua de Fernán González

Fernán González * um 910 in Lara de los Infantes, † Juni 970 in Burgos) war der erste vom Königreich León unabhängige Graf Kastiliens.

Templete de Música

Ende des 19. Jahrhunderts wurde beschlossen, in einer der belebtesten Gegenden der Stadt einen Musikpavillon zu errichten. 1896 entwarf der Stadtarchitekt Saturnino Martínez Ruiz den Pavillon für den Paseo del Espolón. 1908 war der Pavillon aufgrund der rauen Witterungsbedingungen in der Stadt etwas in Mitleidenschaft gezogen worden, und man beschloss, ihn neu zu streichen.

Im 20. Jahrhundert, etwa in den 1970er Jahren, verkaufte die Stadt Burgos den Pavillon an den Besitzer des Hotels Landa Palace. Er ist bis heute erhalten und kann dort besichtigt werden.

Aufgrund zahlreicher Beschwerden der Bürger von Burgos, die den Verlust eines Wahrzeichens ihrer Stadt miterlebt hatten, wurde der heutige Pavillon im Jahr 1982 nach den Originalplänen von Saturnino Martínez und unter der Leitung des Architekten Valentín Junco errichtet.

Chica mirando al Río Arlanzón (Mädchen, das auf den Arlanzón schaut)

Die Skulptur einer jungen Frau, die auf den Fluss Arlanzón blickt, befindet sich am Anfang des Paseo del Espolón. Es handelt sich um eine Bronzeskulptur, die 2009 von der Firma Alfa Arte geschaffen wurde.

Und jetzt sind wir wieder bei El Cid…. ein grossartiges Denkmal!

Seitenwechsel am Río Arlanzón

Gleich haben wir es geschafft…. der Campingplatz ist nicht mehr weit!

In der Nacht sinken die Temperaturen auf 4° C….

…. unsere Entscheidung ist klar…. morgen geht’s nach València!


Samstag, 18.10.2025

Wir fahren zeitig los….

…. es geht über Soria, Calatayud, Teruel und Sagunt.

Map data ©2026 Google

In València gönnen wir unserem Camper noch eine kurze Wäsche…. die über 500 km heute haben ihre Spuren auf der Frontscheibe hinterlassen…. Mücken, Fliegen, Falter, Schmetterlinge…. jede Menge Insekten…. und dann geht’s auf unseren Lieblingscampingplatz…. Devesa Gardens Camping & Resort

It’s like coming home…. wir sind vermutlich das 5. oder 6. Mal hier….

…. abends der Sonnenuntergang über dem Parc Natural de l’Albufera de València

Die Temperaturen für die nächsten Tage…. kein Vergleich zur letzten Nacht in Burgos!

Das ist jetzt schon fast wieder zu warm! 😂😂😂

Wir freuen uns auf die kommenden warmen Tage!

Zum Abendessen geht’s in’s Restaurant, das zum Campingplatz gehört…. da sind die Kellner, die wir schon jahrelang kennen und das Essen ist unverändert sehr gut!

Auch die Speisekarte ist schon jahrelang weitgehend unverändert…. das stört uns nicht…. meistens essen wir nicht hier, sondern unterwegs.

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