19. und 20. Tag: Saint-Jean-de-Luz / Donibane Lohizune und Ciboure / Ziburu

Freitag, 20.3.2026

Heute ist eine längere Fahrt angesagt….

…. unser nächstes Ziel ist Saint-Jean-de-Luz oder Donibane Lohizune, wie es auf baskisch heisst.

Map data ©2026 Google

Unsere bisherigen Campingplätze Camping la Bord de Mer oder Camping Paradis La Ferme Erromardie sind leider noch geschlossen, wir fahren zum Camping Larrouleta in Urrugne (baskisch Urruña) einige Kilometer hinter Saint-Jean-de-Luz.

Das Restaurant auf dem Campingplatz ist recht ordentlich….

…. und ein ausgezeichnetes baskisches Bier haben sie, das Eguzki Blonde aus der Brasserie du Pays Basque aus Bardos (bask. Bardoze), etwa 25 km östlich von Bayonne (bask. Baiona)

Das Eguzki Blonde ist ein untergäriges Bier, das raffinierte Getreide- und Hopfenaromen bietet. Der weisse Schaum ist dank des beim Brauen hinzugefügten Herriko-Weizens besonders zart. Dieses Lagerbier hat eine schöne Rundheit am Gaumen und zeichnet sich durch eine gelungene Balance zwischen Malz und Hopfen aus. Die blumige Note wird durch eine französische Edelhopfensorte verliehen:
den Strisselspalt.

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Der Campingplatz ist recht ordentlich, hat ein weitläufiges Gelände einschliesslich des privaten Badesees Lac du Camping Larrouleta mit etwa 2.5 Hektar Fläche. Der See steht in Verbindung mit dem vorbeifliessenden Küstenfluss Untxin.

Camping Larrouleta in Urrugne, 3 ⭐️⭐️⭐️, Google-Bewertung 4.3


Samstag, 21.3.2026

Unsere heutige Wanderung führt von Urrugne über Kalitxo und Ciboure nach Saint-Jean-de-Luz…. Länge etwa 11 km, zurück fahren wir von Saint-Jean-de-Luz aus mit dem Bus. Die Haltestelle Larruleta ist nur wenige 100 m vom Campingplatz entfernt.

Maplibre | © komoot | Map data © OpenStreetMap-Mitwirkende

Die Wanderung geht zunächst durch die Flussauen des Untxin, die teilweise landwirtschaftlich genutzt werden.

Auf dem Weg kommen wir an zwei Campingplätzen vorbei, die beide noch geschlossen sind….

…. Camping Suhiberry in Urrugne, 4 ⭐️⭐️⭐️⭐️, Google-Bewertung 4.5….

…. und Camping Untxin Socoa in Urrugne, 2 ⭐️⭐️, Google-Bewertung 4.5

Der traditionelle baskische Baustil, bekannt als Etxe, zeichnet sich durch weisse Putzfassaden, rote, grüne oder blaue Fachwerkelemente und massive Steinsockel aus. Typisch sind oft asymmetrische Satteldächer (Labourdine-Stil) sowie kunstvoll geschnitzte Türstürze, die stolz den Namen des Erbauers und das Erbauungsjahr tragen.

Im Detail gliedert sich die baskische Architektur in verschiedene charakteristische Elemente und Ausprägungen:

Caserío oder Baserria: ein traditionelles, oft wehrhaftes Bauernhaus, das Wohnbereich, Scheune und Stall unter einem Dach vereint. Diese grossen Gebäude prägen die ländlichen Regionen. 

Farbige Balken: die Farben der Holzelemente haben oft traditionelle Bedeutungen:
Rot steht traditionell für Viehzucht, Grün für Landwirtschaft und Blau für die Fischerei.

Regionale Varianten:
Labourdine-Stil, vor allem im französischen Baskenland, zeigt asymmetrische Dächer und rot-weisses Fachwerk.
Bas-Navarraise-Stil nutzt oft rosafarbenen oder roten Sandstein.
Souletine-Stil ist rechteckig und besitzt massive Steinwände sowie Schieferdächer.

Sogar der Lidl in Urrugne hält sich an den regional üblichen Baustil

Wir überqueren den Untxin von Kalitxo, einem Ortsteil von Urrugne nach Ciboure.

Ein Promenadenkreuz oder Wegkreuz am Boulevard Pierre Benoît, der Küstenstrasse von Ciboure. Im Hintergrund ist die Plage de Ciboure zu sehen, noch weiter hinten die Plage du Fort de Socoa und das Fort de Socoa und links vom Kreuz die Pointe de Sainte Barbe von Saint-Jean-de-Luz.

Das Fort de Socoa

Diese Festung, deren Bau 1627 begann und die von Vauban umgestaltet wurde, sollte den Hafen von Socoa und die Bucht von Saint-Jean-de-Luz schützen. Nachdem man eine erste Zugbrücke überquert hat, betritt man das Gelände der Festung von Socoa. Eine zweite Zugbrücke vervollständigt die Verteidigungsanlage zwischen dem Turm und den Wohngebäuden der Garnison. Die Festung erfüllte ihre Aufgabe bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, bevor sie zunächst dem Zoll und später Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Segelsport zugewiesen wurde. Sie ist nur von aussen zu besichtigen.

Ciboure (bask. Ziburu) hat etwa 6’000 Einwohner und liegt im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine. Ciboure liegt gegenüber dem Hafen von Saint-Jean-de-Luz, an der Einmündung des Flusses Nivelle.

Blick auf Saint-Jean-de-Luz

Flysch

Die Vierge de Muskoa (Jungfrau von Muskoa), die Schutzpatronin der Seeleute, befindet sich am am Boulevard Pierre Benoît, der gleichzeitig die Küstenstrasse D912 (Route départementale 912) markiert.

Der weisse Leuchtturm von Saint-Jean-de-Luz an der gemeinsamen Hafeneinfahrt von Ciboure und Saint-Jean-de-Luz. Gegenüber steht der Leuchtturm von Ciboure. Beide Leuchttürme wurden 1936 vom Architekten André Pavlovsky erbaut.

Blick auf Saint-Jean-de-Luz mit der Église Saint-Jean-Baptiste (Kirche St. Johannes der Täufer)

Der Quai Maurice Ravel in Ciboure bietet eine der malerischsten Hafenfronten des Baskenlandes. Die historische Häuserreihe, geprägt von traditionellen baskischen Fachwerkhäusern, ist direkt gegenüber von Saint-Jean-de-Luz gelegen. 

Übersehen haben wir das Haus Nr. 27, weil der Stil so gar nicht baskisch, sondern niederländisch ist…. das Maison Estebania oder Maison Mazarin oder Maison Ravel genannt…. hier wurde am 7. März 1875 der französische Komponist Maurice Ravel geboren. Das Haus wurde von dem ciburischen Händler und Reeder namens Esteban d’Etcheto um 1630 erbaut, nachdem er sich für die Häuser, die er in Amsterdam gesehen hatte, begeistert hatte.

Der Kardinal Jules Mazarin wohnte dort während seines Aufenthalts vom 8. Mai bis 15. Juni 1660 für die Hochzeit von Ludwig XIV. mit Maria Teresa de Austria oder Marie-Thérèse d’Autriche, die Infanta von Spanien, die am 9. Juni 1660 in der Église Saint-Jean-Baptiste de Saint-Jean-de-Luz gefeiert wurde.

Photo by Calips, License CC BY-SA 3.0

Der Hafen von Ciboure….

…. auf diesem Foto sieht man auch das Maison Estebania

Ein grosses Wandgemälde an der Criée (Fischauktionshalle) in Ciboure, das das maritime Erbe des Baskenlandes darstellt. Das Kunstwerk misst 18 x 3 Meter und wurde im September 2011 eingeweiht. Es zeigt Szenen des Walfangs und des Fischfangs mit lokalen Booten und Fischern. Das Bild wurde von bretonischen Künstlern geschaffen, darunter Gildas Flahault.

Wir passieren die Pont routier Charles-de-Gaulle (Strassenbrücke) über die Nivelle (span. Rio Ugarana, bask. Ur Ertsi, entspringt als Rio Olavideo in der spanischen Provinz Navarra) und sind jetzt in Saint-Jean-de-Luz.

Die Stadt, die auf baskisch Donibane Lohizune heisst, hat etwa 15’000 Einwohner und liegt im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bayonne und ist Hauptort (franz. chef-lieu) des gleichnamigen Kantons. Saint-Jean-de-Luz ist Teil der historischen baskischen Provinz Labourd oder baskisch Lapurdi.

Am Port de Saint-Jean-de-Luz…. hier der Port de Pêche an der Avenue Pierre Larramendy, der Port de Plaisance de Larraldenia (Sportboot- oder Yachthafen) befindet sich auf der gegenüberliegenden Uferseite auf dem Gemeindegebiet von Ciboure.

Auf der Place Louis XIV

Für uns ist das einer der schönsten Plätze an der Atlantkküste….

…. im Aussenbereich des Le Majestic Café Bar Brasserie Glacier

Merkwürdigerweise ist das Majestic bei Google nur mit 3.6 bewertet, wir sind heute, sowie bei den Besuchen zuvor, sehr freundlich bedient worden und waren bisher und sind heute mit den bestellten und verzehrten Speisen sehr zufrieden. Die Preise sind für das Gebotene in Ordnung…. der Hauptgang steht auf der Tageskarte (Tafel) für 24 €, das ist ok, die Speisekarte ist hier verlinkt.

Bei vielen Bewertungen bei Google wird die fehlende Freundlichkeit beim Bedienungspersonal moniert…. wir können uns da wirklich nicht beklagen…. unser Kellner heute ist überaus freundlich und hilfsbereit…. und das stellen wir auch bei der Bedienung anderer Gäste fest. Vielleicht hängt es davon ab, wie die Kellner / -innen von den Gästen angesprochen (oder angemotzt 😜) werden!?

Chipirons à la plancha (kleine, zarte Baby-Tintenfische)…. ausgezeichnet, das gegrillte Gemüse ist schön knackig und die Folienkartoffel schmeckt mit der leckeren Sauce super….

…. und der Café gourmand als Dessert…. phantastisch!

Wir gehen durch die Rue Léon Gambetta…. die Haupteinkaufsstrasse von Saint-Jean-de-Luz….

…. wir streifen durch einige Läden…. bei der Église Saint-Jean-Baptiste de Saint-Jean-de-Luz mache ich einen Stopp!

Retable (Altarretabel oder Retabel)

Dieser monumentale Altaraufsatz aus vergoldetem, geschnitztem Holz erstreckt sich über die gesamte Höhe der Rückwand der Apsis sowie über die beiden Flügel, die ihn flankieren. Achtzehn Heiligenstatuen, zwei Allegorien…. die Taube als Symbol für den Heiligen Geist, die Figur Gottes des Vaters und der symbolische Pelikan…. umgeben den Tabernakel mit doppeltem Tambour, eingerahmt von Säulengängen aus gewundenen Säulenschäften, die mit Weinranken, Blumen, Blattwerk, Vögeln und lachenden Kindern verziert sind. Das Ganze ist nach den strengen Regeln der klassischen Architektur angeordnet und mit antiken Motiven verziert: Pracht und Prunk ganz im Sinne des Geschmacks des Sonnenkönigs, der zur gleichen Zeit das Schloss von Versailles errichten liess.

Der Altaraufsatz wurde am 5. Dezember 1908 unter Denkmalschutz gestellt.

Wir bleiben noch in der Rue Léon Gambetta

Die Rue de la République….

…. die Grande Plage….

…. uns der Bus, der uns zurück nach Urrugne bis kurz vor den Campingplatz bringt.

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