Dienstag, 10.3.2026
Es wird keine grosse Fahrt heute, die Sehenswürdigkeiten in der Normandie sind reichlich und wir lassen manche Orte aus, die ebenfalls sehenswert wären. Auf dem Weg nach Dieppe sind das Criel-sur-Mer und Petit-Caux, 2016 aus der Fusion von 18 kleinen Gemeinden entstanden, sie liegen an der Côte d’Albâtre (Alabasterküste) und bieten schöne Ausblicke auf die Kreideküste. Der Name der Küste kommt von den alabasterfarbenen, bis über hundert Meter hohen Steilklippen aus Kreide.
Dazu kommt, dass sich das Wetter heute von seiner see-typischen Seite zeigt…. wenig Sonne, trüb und grau, ungemütlich kalt und ein stürmischer Wind…. zum Glück bleibt es am Tag weitgehend trocken.

Die Aire de Camping-Carei d beim Fährhafen erscheint uns passend und einigermassen ruhig. Dass wir den Platz nur als Parkplatz für ein paar Stunden nutzen werden, wissen wir jetzt noch nicht. Die Übernachtung kostet 18 €, es gibt auch einen günstigen Tarif für 5 Stunden parken.
Bei der Ankunft sieht das Wetter so aus….

…. und bei der Abfahrt vier Stunden später immerhin so!

Die Falaise du Pollet

Dieppe hat knapp 30’000 Einwohner und liegt im Département Seine-Maritime in der Region Normandie. Die Stadt hat vier Häfen…. den Port Transmanche (Fährhafen), den Port de Commerce (Handelshafen), den Port de Pêche (Fischereihafen) und den Port de Plaisance (Yachthafen).
Die Stadt wurde um das Jahr 900 circa 150 Jahre vor der Eroberung Englands durch Wilhelm den Eroberer von den Normannen besiedelt. Das englische Wort deep für tief und Dieppe haben den gleichen germanischen Ursprung. Es bezieht sich auf die natürliche Hafeneinfahrt des Ortes, die für den Seehandel schon immer ideal war.


Das Bassin Ango vom Port de Plaisance

Am Quai de la Marne, kurz bevor es mit dem Quai da la Somme weitergeht



Der Pont Colbert, eine Drehbrücke aus dem späten 19. Jahrhundert aus Puddlé- und Laminagestahl (gewalzter Stahl) im Hafen von Dieppe wird gerade aufwendig restauriert.

Der Mechanismus, der das Drehen der Brücke ermöglicht, ist hydraulisch und nutzt ganz einfach das Wasser des Kanals. Das Wasser wird gepumpt, und der Mechanismus wird dann durch zwei grosse Hydraulikzylinder betätigt, die eine schwere Kette (bestehend aus 200 Gliedern à 14 kg) um den Drehpunkt führen.
Für den Vorgang sind zwei Techniker erforderlich: ein Bediener in der Kabine und ein Maschinist, der den Verkehr (Strassen- und Fussgängerverkehr) mithilfe von Blinklichtern und Schranken regelt. Der gesamte Vorgang dauert zwischen 2 und 3 Minuten und kann bei Bedarf auf 90 Sekunden verkürzt werden.


Die Bautafel…. Fin 2025 steht da…. man ist also etwas im Verzug.
Mechanische Probleme: die eigentliche Brückenstruktur wurde erfolgreich saniert, jedoch bereiten die Tests des 137 Jahre alten hydraulischen Drehsystems massive technische Probleme.
Verzögerte Wiedereröffnung: der Betreiber Ports de Normandie plante ursprünglich eine Verkehrsfreigabe für Anfang 2026, die jedoch wegen fehlgeschlagener Rotations- und Hydrauliktests verschoben werden musste.
Politische Spannungen: zwischen der Stadtverwaltung unter dem Bürgermeister von Dieppe und den beteiligten Bauunternehmen gibt es Unstimmigkeiten über vertragliche sowie finanzielle Nachbesserungen.
Situation vor Ort: für Fussgänger und Radfahrer steht weiterhin eine provisorische Behelfsbrücke zur Verfügung, um den Hafenkanal zwischen dem Stadtteil Pollet und dem Stadtzentrum zu überqueren

Die Behelfsbrücke, über die wir in’s Zentrum gehen wollen, ist gerade in Betrieb…. also etwas warten!
Ein Postamt am Quai du Carénage

Der Quai Henri IV und danach der Quai du Hable


Le Carrousel du Quai Henri IV (oder auch Le Carrousel de la Fontaine)
Das charmante Karussell mit seinen klassischen Holzpferden und -fahrzeugen war jahrzehntelang untrennbar mit seinem Besitzer Jean-Patrick Samaran, der 2025 leider verstarb, verbunden, weshalb es im Volksmund auch oft als Le Manège de Jean bezeichnet wurde.

Eineinhalb Stunden später, wir haben zwischenzeitlich etwas gegessen, ist es immer noch grau….
…. allerdings kommt die Sonne ☀️ ganz schwach durch!

Das Collège et Chapelle du Collège des Oratoriens am Quai Henri IV.… das Kolleg ist auf der linken Seite und die Kapelle rechts. Das Gebäude stammt aus dem späten 17. Jahrhundert und zeichnet sich durch seine Fassade aus Stein und roten Ziegelsteinen aus.

Da wird gerade das Hafenbecken ausgebaggert





Die Crêperie La Mouette à Vélo
Eine Mouette ist allgemein eine Möwe und speziell eine Lachmöwe, während meine Lieblingsmöwen die Silbermöwen, die Goélands sind!

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Brasserie Tout Va Bien (Alles in Ordnung! oder alles gut!)

Le Café Suisse am Anfang der Grand Rue….
…. das ist ziemlich sicher kein Schweizer, der diese verlotterte Bude betreibt! 😜

Die Grand Rue macht nicht den gepflegtesten Eindruck….
…. um es mal vorsichtig auszudrücken….
…. verlottert wäre etwas hart…. aber sooo schön ist’s hier wirklich nicht!
Die Église Saint-Jacques de Dieppe ist eine dem hl. Jakobus gewidmete Kirche, die vom 12. bis 16. Jahrhundert im Stil der Flamboyantgotik und der Renaissance erbaut wurde.



Innen macht die Kirche einen sehr renovierungsbedürftigen Eindruck….
…. zum Schutz der Besucher sind Netze gespannt….
…. die kleinere herunterfallende Teile auffangen sollen….
…. wie man an den Netzen sieht, mit einigem Erfolg!






Der Chor


Trotz aller Mängel und Einschränkungen…. es ist ein sehr beeindruckendes Bauwerk!


Wir sind auf dem Rückweg zum Stellplatz bzw. Parkplatz….
…. der Pont Ango (vollständig Pont Jehan-Ango) ist eine historische Hubbrücke. Sie verbindet seit Mitte des 19. Jahrhunderts das Stadtzentrum mit der Halbinsel Pollet über den Hafen. Die heutige, charakteristische Brücke stammt aus dem Jahr 1950 und ist nach dem lokalen Reeder Jehan Ango benannt.
Funktionsweise: die Brücke wird vertikal nach oben gefahren (gehoben), um Fischerbooten die Durchfahrt zwischen dem Vorhafen und dem Bassin Duquesne zu ermöglichen.
Geschichte: ursprünglich wurde an dieser Stelle im Jahr 1881 eine Drehbrücke errichtet. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde sie beim Wiederaufbau im Jahr 1949/1950 durch die heutige Hubbrücke ersetzt.
Besonderheit: das Steuerhaus wurde vom Diepper Architekten Georges Feray entworfen. Es erinnert in seiner Form an eine Schiffskabine, insbesondere durch das grosse Erkerfenster und die beiden in die Wände eingravierten Flachreliefs. Das erste zeigt das Wappen von Jehan Ango mit dem Baujahr der Kabine 1950. Das zweite trägt das Emblem des Gesundheitsdienstes für Seeleute.



Die Chapelle Notre-Dame-de-Bon-Secours de Dieppe wurde 1876 für die auf See verstorbenen Seeleute erbaut. Sie war zunächst ein Wallfahrtsort, bevor sie eine Pfarrkirche wurde.

Verwittert…. wie so vieles in Dieppe

Noch etwas ganz Wichtiges! 🚨 ⚡️
Dieppe ist Sitz des Sportwagenherstellers Alpine

t.b.c.













