Montag, 9.3.2026
Heute scheint die Sonne ☀️ ein bisschen…. und wir machen eine längere Wanderung…. 13.2 km!

Wie gestern gehen wir dem Ancien Canal de Penthièvre entlang bis zur Capitainerie vom Port de Pêche (Fischereihafen), dort ist eine kleine Brücke über die Écluses du Port (Schleusen), über die der Fussweg nach Mers-les-Bains führt.




Das Foto hatte ich gestern schon gezeigt

Nochmal ein Blick zur Église Saint Jacques du Tréport

Die Écluses du Port

La Gare Le Tréport – Mers-les-Bains, der gemeinsame Bahnhof beider Orte
Der Kopfbahnhof Le Tréport – Mers-les-Bains ist der Endpunkt der Linie Épinay – Villetaneuse – Le Tréport – Mers, die am 18. Juli 1872 von der Compagnie du chemin de fer du Tréport eröffnet wurde. Der Bahnhof und das Empfangsgebäude liegen knapp südlich der Stadtgrenze auf dem Gebiet von Le Tréport.

So sah der Bahnhof 1914 aus

Beginn der Uferpromenade in Mers-les-Bains…. die Esplanade du Général Leclerc
Die Baie de Somme ist eine Grand Site de France
Das Label Grand Site de France wird seit 2003 vom französischen Umweltministerium an öffentliche Einrichtungen verliehen, die für die ordnungsgemässe Erhaltung und Aufwertung von bereits klassifizierten Naturgebieten zuständig sind, die über einen hohen Bekanntheitsgrad verfügen und sehr stark besucht werden.

Zwei Goélands!

Ein bisschen Dunst ist immer noch

Mers-les-Bains [mɛʁs le bɛ̃] hat ca. 2’500 Einwohner und liegt im im Département Somme in der Region Hauts-de-France. Das Gemeindegebiet liegt im Parc naturel régional de la Baie de Somme Picardie maritime (Regionaler Naturpark Baie de Somme Picardie Maritime) und grenzt seeseitig an den Parc naturel marin des estuaires picards et de la mer d’Opale (Meeresnaturpark Estuaires Picards et Mer d’Opale).
Die Esplanade du Général Leclerc in Mers-les-Bains gilt als eines der besterhaltenen Architektur-Ensembles der Belle Époque in Frankreich. Besonders markant ist die fast einen Kilometer lange Fussgängerpromenade, die von hunderten farbenfrohen, denkmalgeschützten Villen gesäumt wird.

Villen-Vielfalt: fast 600 Gebäude im Belle-Époque- und Jugendstil mit Türmchen, Erkern und bunten Balkonen.
Stilmischung: die Fassaden vereinen anglo-normannische, flämische und maurische Einflüsse mit Elementen der Renaissance und des Art déco.
Denkmalschutz: das gesamte Badeviertel ist seit 1986 geschützt und wirkt wie ein Freilichtmuseum.
Klippen-Panorama: die Esplanade bietet einen direkten Blick auf die bis zu 80 Meter hohen Kreidefelsen der Côte d’Albâtre (Alabasterküste).
Beleuchtung: bei Einbruch der Dunkelheit werden sowohl die Villen-Fassaden als auch die Klippen illuminiert.
Künstlertreff: die besondere Lichtqualität zog berühmte Persönlichkeiten wie Victor Hugo und Edgar Degas.






J. M. W. Turner und die drei Schwesterstädte
Ein Meister des Lichts, angezogen von den drei Schwesterstädten
Joseph Mallord William Turner (1775-1851) ist eine der prägenden Figuren der britischen Malerei des 19. Jahrhunderts. Als Meister des Lichts hat er die malerischen Konventionen seiner Zeit revolutioniert.
Er hielt sich dreimal in den drei Schwesterstädten Le Tréport, Eu und Mers-les-Bains auf, nämlich 1824, 1841 und 1845.
Der reisende Maler, König Louis-Philippe…. und Königin Victoria
Als passionierter Reisender durchstreifte Turner Europa auf der Suche nach inspirierenden Landschaften. Im Jahr 1845 entschied er sich, an die Alabasterküste zurückzukehren, zweifellos angezogen von der einzigartigen Lichtqualität und seinen besonderen Beziehungen zu König Louis-Philippe, den er seit dreissig Jahren kannte. Gleich nach seiner Ankunft lud ihn der König zum Abendessen im Schloss von Eu ein. Dieser Aufenthalt fiel mit einem historischen Ereignis zusammen: dem zweiten Besuch von Königin Victoria in Eu am 8. und 9. September 1845, der den Grundstein für die erste Entente cordiale zwischen Frankreich und England legte***.
Ein bedeutendes künstlerisches Erbe für die drei Schwesterstädte
Die Reise von 1845 sollte Turners letzte auf dem Kontinent sein.
Während dieses Aufenthalts schuf er 25 Aquarelle, inspiriert von den Meeres- und Stadtlandschaften der drei Schwesterstädte, die die fünf Skizzen aus dem Jahr 1824 und die drei Aquarelle von 1841 ergänzen. Diese Werke, die in der Tate Britain in London aufbewahrt werden, bilden ein aussergewöhnliches künstlerisches Erbe.
*** Anmerkung zur Entente cordiale…. ich habe bewusst die französische Version der Wikipedia verlinkt, weil in der deutschen Version die Première Entente cordiale (erste Entente cordiale) von 1883 fehlt.

Le Tréport viewed from Mers-les-Bains, 1845

A Lighthouse West of Le Tréport, 1845

Chalk Cliffs near Mers-les-Bains, 1845



Die Falaises de Mers-les-Bains….
…. es gibt keinen Weg unten, der Sentier Littoral (Küstenwanderweg) führt oben auf der Klippe entlang

Blick zurück zur Esplanade du Général Leclerc bis zu den Kreidefelsen von Le Tréport

In der Rue Jules Barni Richtung Place Marché

Im Restaurant Le Terrasse in der Rue Roger Salengro am Rand des Marktplatzes sitzen wir schön draussen in der Sonne und geniessen ein leckeres Mittagsmenü in angenehmer Atmosphäre bevor wir unsere Wanderung fortsetzen.
Die Avenue Pierre et Marie Curie führt aus Mers-les-Bains hinaus….

…. vorbei an der hübschen Mairie….

…. einigen schönen Häusern….



…. und einer riesigen Glasfabrik….
…. dem weltweit führenden Anbieter von Luxusflaschen für die Parfümerie-Kosmetikindustrie….
…. Verescence produziert 600 Mio. Parfümfläschchen pro Jahr!

Wir durchqueren noch ein grösseres Gewerbegebiet….

…. sehen auf einem Hügel die Chapelle Saint-Laurent, die im 19. Jahrhundert zu Ehren von Lorcán Ua Tuathail (französisch Laurent O’Toole) erbaut wurde. Er war Erzbischof von Dublin, der 1180 auf einer diplomatischen Mission zum englischen König Heinrich II. Plantagenet nach Rouen in Eu verstarb, wo er auch begraben liegt.

Endlich erreichen wir das Städtchen Eu, etwa 6’500 Einwohner, im Département Seine-Maritime in der Region Normandie. Es liegt, wie Le Tréport, an der Bresle, etwa 5 km vor der Mündung. Im 11. Jahrhundert befand sich hier die Burg Eu, die die nördliche Grenze der Normandie schützte. Die Burg wurde ab 1578 durch das Schloss Eu als grosses Landschloss ersetzt.
In der Rue Charles Morin Richtung Église Collégiale Notre-Dame-et-Saint-Laurent

Denkmal für den Bildhauer Michel Anguier, der in Eu geboren wurde

Das Hôtel-Dieu, dieser aus Ziegeln und Fachwerk erbaute Krankenhauskomplex aus dem 17. Jahrhundert war einst der Lebensraum der Gemeinschaft der Hospitalschwestern.



Die Collégiale Notre-Dame-et-Saint-Laurent, die frühere Stiftskirche war ursprünglich eine Abteikirche, die während der französischen Revolution zerstört wurde. Durch König Louis-Philippe I. wurde die Kirche restauriert und verschönert.



Das im 13. Jahrhundert erbaute Hauptschiff erstreckt sich über 11 Joche mit einem Höhenverhältnis von 3:1. Es verlängert sich in den Chor, der ihm gegenüber erhöht liegt und über sieben Stufen erreicht wird.

Die Emporenorgel wurde 1614 vom Orgelbaumeister Louis Isoré erbaut. Sie wurde 1841 von Aristide Cavaillé-Coll und 1977 von der Orgelbaumanufaktur Haerpfer & Erman restauriert.







Chorgestühl aus dem 17./18. Jahrhundert


Die Kanzel, angefertigt vom Tischlermeister Grimpel im Jahr 1752

Wieder draussen…. eine gewaltige und beeindruckende Kirche!


Gleich neben der Kirche steht das Château d’Eu (Schloss von Eu)

Statue équestre de Ferdinand-Philippe, Duc d’Orléans (Reiterstandbild von Ferdinand-Philippe, Herzog von Orléans)

Auf der linken Seite ist die Mairie de Eu untergebracht

Die Rückseite


Diana, die römische Göttin der Jagd
Die Skulptur zeigt Diana als Jägerin mit dem Hirsch an ihrer Seite.


Auf dem Gelände befindet sich der kleine, aber feine Camping Municipal Parc du Château
Schade, dass die Bäume in dieser Allee noch keine Blätter haben.


Wir verlassen den Schlosspark und laufen zurück zu unserem Stellplatz.


An der Rue Jean Duhornay bzw. Route du Tréport

Am Ende der Avenue des Canadiens befindet sich ein Gedenkplatz und eine Gedenkstele, die von der Commonwealth War Graves Commission zu Ehren der kanadischen Streitkräfte errichtet wurden, die die Gemeinde 1944 befreit hatten. Dieses Denkmal befindet sich inmitten eines grossen, in den Boden eingelassenen Ahornblatts und wurde zum 80. Jahrestag der Befreiung eingeweiht.

Fertig für heute…. genug gewandert! Morgen geht’s weiter…. zunächst nach Dieppe.
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