21. und 22. Tag: Ḷḷuarca, Foz, Mondoñedo und Ferrol

Freitag, 20.5.2022

Erstes Ziel sollte heute Ḷḷuarca (span. Luarca) sein, ein Küstenstädtchen, ähnlich wie Cudillero gestern, nur deutlich grösser. Die beiden Campingplätze sind aus unerfindlichen Gründen geschlossen…. einfach geschlossen, kein Hinweisschild…. nada! 😡

Der Ort selber spricht uns gar nicht an…. es ist sehr eng, ein riesiges Verkehrsgewühl und es gibt keine Möglichkeit, unseren Camper abzustellen…. also fahren wir weiter.

Map data ©2022 Google

Auf der Fahrt nach Foz verlassen wir Asturien und erreichen die Autonome Gemeinschaft Galicien (galicisch Galicia [ɡaˈliθjɐ] oder Galiza [ɡaˈliθɐ], span. Galicia [gaˈliθja], portugiesisch Galiza [gaˈliza]. Offiziell heisst das auf galicisch Comunidade Autónoma de Galicia und auf spanisch Comunidad Autónoma de Galicia. Galicien liegt im äussersten Nordwesten Spaniens und gliedert sich in die vier Provinzen A CoruñaLugoOurense und Pontevedra, alles Städte bzw. Regionen, wo wir im Verlauf unserer Reise noch hinkommen. Der Name Galicien geht auf die Gallaeker (lat. Gallaeci) zurück, eine Gruppe keltisch beeinflusster Völker, die im Altertum in der Region siedelten.

Bei der Auswahl der Stellplätze verwenden wir in Spanien neben Campercontact auch die Seite von Womo-Iberico, der den Stellplatz in Foz zu seinen Favoriten in Spanien zählt…. es stimmt, der Platz ist sehr schön gelegen, zentral, ruhig und kostet nichts.

Wir machen uns auf den Weg um Foz zu erkunden…. besondere Sehenswürdigkeiten gibt’s im Ort nicht, es ist einfach ein typisches Fischer- und Hafenstädtchen mit etwas maritimem Flair.

😮 😮 😛

Die Igrexa de Santiago de Foz

An der Mauer ist ein von Schülern des Colexio Público Nº1 aus Foz ausgearbeitetes Wandgemälde, das die Seemänner und Fischer darstellt. Es ist die letzte Strophe des Gedichts Deitado fronte ao mar (dt. Vor dem Meer liegen) von Celso Emilio Ferreiro zu lesen.

Á Muller focega (das ist galicisch…. dt. An die Frauen von Foz) am Paseo da Ribeira

Eine Skulptur zu Ehren der Arbeit der Frauen von Foz, die den Fisch von Tür zu Tür verkauften. Sie stellt eine dieser Frauen dar, die als Pescantinas bekannt sind.

Das CENIMA Centro de Interpretación da Mariña Lucense (Meereskundemuseum)

Noch ein paar Impressionen aus Foz

Abendessen gibt’s in der Bar O Muelle am Hafen mit Blick auf’s Meer…. gute galicische Küche, sehr freundliche Bedienung, interessantes Publikum…. uns gefällt’s dort sehr gut!


Samstag, 21.5.2022

Es gibt doch eine Sehenswürdigkeit in Foz…. ein paar Kilometer ausserhalb der Stadt…. die Basílica de San Martín de Mondoñedo, die älteste Kathedrale Spaniens. Sie war im 9. Jahrhundert Bischofssitz des späteren Bistums Mondoñedo–Ferrol. Die Martin von Tours geweihte Kirche trägt den Titel einer Basilica minor (kleine Basilika). Das heutige romanische Gebäude stammt aus dem 11. Jh.

Die Kathedrale ist als Bien de Interés Cultural (historisches Kulturgut) aufgeführt.

Heute ist übrigens mal wieder ein ziemlich grauer Tag…. 🙁

Das Eingangsportal

Das Mittelschiff der dreischiffigen Basilika mit einem Querschiff

Der Altarraum

2008 wurden bei Restaurierungsarbeiten einige stark verfallene Wand- und Deckenmalereien freigelegt, die als die ältesten romanischen Fresken Galiciens aus dem 12. Jh. katalogisiert wurden.

Fonte da Zapata

Am Fusse des Hügels, auf dem die Kirche San Martín (oder San Martiño) steht, befindet sich ein Brunnen mit der Inschrift:

Der Volksmund erzählt, dass es in San Martiño einen Bischof namens San Gonzalo gab, der von Allen als der Heilige Bischof bezeichnet wurde. Zu dieser Zeit herrschte eine anhaltende Dürre, die Mensch und Tier in Mitleidenschaft zog. Die Gebete brachten nicht den ersehnten Regen. Der heilige Gonzalo hatte Mitleid mit seinen Gemeindemitgliedern und warf seinen Pantoffel in die Luft. An der Stelle, an der er fiel, begann Wasser zu fliessen und sie konnten ihren Durst löschen.

Eine fromme Tradition identifiziert diesen Ort mit dem Brunnen, der neben dem romanischen Monument entspringt und als Schuhbrunnen bekannt ist, und dessen Wasser ebenfalls wundertätige Eigenschaften zugeschrieben werden.

Im Jahr 1112 ordnete Königin Urraca I de León die Übertragung des Bischofssitzes nach Vilamaior do Val de Brea oder Vallibria an, das schliesslich seinen Namen in Mondoñedo änderte, in Erinnerung an den alten Bischofssitz. Mondoñedo ist unser nächstes Ziel.

Kurz vor dem Parkplatz sehen wir noch dieses Gebäude. Der Besitzer ist gerade da und erzählt uns, dass es ein Hórreo ist, ein Getreidespeicher, der in Nordportugal (dort heisst er espigueiro, von espiga = Ähre) und in den spanischen Regionen AsturienGalicienKantabrienNavarra und im Norden der Provinz León zu finden ist. Wir werden diese Hórreos im Verlauf unserer Reise noch in vielen Variationen sehen.

Mondoñedo ist ein kleines Städtchen mit knapp 5’000 Einwohnern und liegt am Camino del Norte. Der Ortskern der Stadt ist als Conjunto histórico-artístico klassifiziert.

Ein Panoramabild von Mondoñedo

Photo by Iago Pillado, License CC BY-SA 2.5 ES

Einige Impressionen aus der Stadt

Eine Statue von Álvaro Cunqueiro, einem in Mondoñedo geborenen Schriftsteller, Dichter, Dramatiker und Journalist, Meister der fantastischen Erzählung und besonders als zweisprachiger galicischer Autor des 20. Jh. geschätzt.

Blick auf die Kathedrale

Die Catedral Basílica de la Virgen de la Asunción de Mondoñedo (Kathedralbasilika Mariä Himmelfahrt) ist die Kathedrale des Bistums Mondoñedo-Ferrol und trägt zusätzlich den Titel einer Basilica minor, ebenso wie die Basílica de San Martín de Mondoñedo in Foz.

Die Kirche wurde im Zeitraum 1219 bis 1243 erbaut und im Jahr 1248 geweiht. Auch danach fanden wiederholte Umbauten und Ergänzungen statt. So wurde im 16. Jahrhundert ein Chorumgang errichtet, im 18. Jahrhundert die Fassade erneuert und die Türme wurden hinzugefügt. An der Südseite wurde ein Kreuzgang mit einem gotischen Kreuz errichtet und bildet die Verbindung zum Bischofspalast. Damit zeigt die Kathedrale Einflüsse von RomanikGotik und Barock.

Die mittelalterlichen Orgeln wurden seitlich des Mittelschiffes im vorderen Bereich der Kathedrale installiert. Die zweite Orgel ist genau gegenüber.

Das heutige Hauptaltar, ein Werk von Fernando de Terán, stellt im Rokokostil die Himmelfahrt Marias und das Geheimnis der Dreifaltigkeit dar. Offenbar wird der Originalaltar gerade restauriert, es ist nur ein Foto zu sehen.

Bischof Diego Diego Pérez de Villamuriel (1512-1520) liess den Chor der Kathedrale aus Nussbaumholz fertigen.

Im Inneren steht am Hochaltar eine Marienstatue, die Nuestra Señora de la Inglesa, die sich ursprünglich in der St Paul’s Cathedral in London befand und während der Reformationszeit hierher gerettet wurde. Sie befindet sich in der Capilla del Santísimo Sacramento o de la Virgen inglesa (Kapelle des Allerheiligsten Sakramentes oder der englischen Jungfrau)

Im Inneren der Kathedrale befindet sich das Museum für sakrale Kunst, wobei seine Werke in den Seitenschiffen der Kirche angeordnet sind.

Hunger! Vor der Bodegón A Catedral stehen einige Tische draussen und es sitzen Spanier dort, Einheimische und inländische Touristen…. es gibt ein Menú del día…. also nehmen wir auch an einem der letzten freien Tische Platz.

Als Vorspeise gibt es Caldo gallego, eine galicische Suppe mit Kartoffeln und Kohl….

…. und Macarrón con carne (Makkaroni mit Fleisch)….

…. eigentlich sind wir schon nach der Vorspeise satt…. mit dem Hauptgang Albóndigas (Fleischbällchen) und Pollo (Hühnchen) jeweils mit Beilagen haben wir unsere Mühe…. das Essen ist einfach, aber es ist eine ausgesprochen wohlschmeckende und deftige galicische Küche. Leider ist das Restaurant mittlerweile geschlossen, die Wirtin und Köchin ist verstorben…. schade, ein grosser Verlust!

Das ist übrigens unsere heutige Fahrtroute….

Map data ©2022 Google

…. nach dem Besuch in Mondoñedo fahren wir weiter nach Ferrol, einer Hafenstadt. Es regnet, der Stellplatz Area de Ferrol in der Nähe des Fussballstadions ist nichts Besonderes, aber es ist ruhig hier. Ein Restaurant müssen wir nicht suchen, wir sind noch vom verspäteten Mittagessen satt.

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