24. Tag: A Coruña…. Tag 2

Montag, 23.5.2022

Heute wird gewandert…. es geht auf dem Paseo marítimo der Küste entlang zum Torre de Hércules, vorbei am Aquarium Finisterrae und durch die Altstadt wieder zurück…. insgesamt 14.4 km!

© Mapbox / Map data © OpenStreetMap

Der Paseo marítimo in A Coruña ist die längste Strandpromenade Europas, die sich auf fast 10 km rund um die Stadt entlang der Küste erstreckt. Weite Strände, hohe Klippen, schmale Buchten, grüne Wiesen, aber auch beeindruckende Museen, typische Glasbauten oder architektonische Sehenswürdigkeiten findet man bei einem Spaziergang entlang der Route.

Ein charakteristisches Merkmal sind die 1’300 roten Laternen in Stil des 19. Jh. am oberen Ende der Promenade. Sie wurden von der Künstlerin Julia Ares gestaltet. Wir denken zuerst, die Laternen sind nur grundiert, weil an vielen Stellen der Rost durchkommt…. aber das ist vermutlich Teil der Kunst! 😀

Graffiti an der Mauer der Universidade da Coruña (Universität von A Coruña)….

…. und der Real Sociedad Deportiva Hípica de La Coruña (Königliche Reitsportgesellschaft von La Coruña)….

…. und an einer privaten Garage.

Club del Mar de San Amaro…. ein Sport- und Fitnessclub

Das haben wir schon geschafft!

La Sirena de Adormideras zwischen Playa de San Amaro und Playa de Adormideiras

Monumento a los fusilados de la guerra civil…. ein Werk von Isaac Díaz Pardo aus dem Jahr 2001

Der seltsame Name Campo da Rata, auf dem sich das Denkmal für die im Bürgerkrieg Erschossenen befindet, scheint am besten geeignet, den Ort zu bezeichnen, an dem während der Franco-Diktatur viele Bürger ermordet wurden. Es ist eine Hommage an die Opfer des Bürgerkriegs und steht in Verbindung mit dem ehemaligen Provinzgefängnis, das sich in der Nähe auf dem Campo da Torre befindet.

Díaz Pardos einzigartiges Stonehenge erinnert an die Opfer des Bürgerkriegs. Politiker, Künstler und Intellektuelle wurden an dieser Stelle erschossen. Auf den Steinen sind zwei Gedichte von Federico García Lorca und Uxío Carré Alvarellos sowie die Namen aller hier erschossenen Personen zu lesen.

Ganz in der Nähe…. Familia de menhires von Manolo Paz….

…. ist ein skulpturales Ensemble aus dem Jahr 1994, das sich im Skulpturenpark Torre de Hércules befindet. Dort wird der Unterschied zwischen der Welt des Menschen und der Welt der Natur markiert. Es besteht aus 12 grossen Steinblöcken, die versuchen, die Form der megalithischen Menhire zu imitieren, mit dem Unterschied, dass sie alle eine Öffnung haben, von der aus man das Meer sehen kann. Sie stellen auch eine Familie dar, wobei die grössten die Eltern und die kleineren die Kinder repräsentieren.

La nave de piedra oder Hércules en la nave de los Argonautas (Das steinerne Schiff oder Herkules auf dem Schiff der Argonauten) von Gonzalo Viana aus dem Jahr 1994. Die Skulptur stellt Herkules dar, der die Argonauten auf der Suche nach dem Goldenen Vlies anführt. Der kniende und einsame Herkules nimmt einen grossen Teil des robusten Steingefässes ein, in einer Haltung, die ihn von der heroischen Vision der Figur entfernt.

Copa do Sol von Pepe Galán (1994) aus Cortenstahl

Dieses Werk symbolisiert eine der Aufgaben des Herkules. Um Geryons Ochsen zu erbeuten, musste sich der Held den so genannten Kelch der Sonne ausleihen, das Schiff, mit dem die Sonne jede Nacht gen Westen fährt. Die Skulptur besteht aus drei grossen Stahlteilen, die sehr charakteristisch für Galáns Ästhetik sind.

Der Torre de Hércules wurde im 2. Jh. zu Zeiten Kaiser Trajans errichtet. Der Turm gilt als ältestes aktives Sichtzeichen der Seeschifffahrt.

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Der Turm gilt als Wahrzeichen der Stadt. Das Stadtwappen von A Coruña (lat. Brigantium) zeigt sieben Muschelschalen – als Hinweis auf den heiligen Jakobus – und den Leuchtturm der Stadt im damaligen Baustil.

Der Legende nach soll der Turm aus einem Felsen entstanden sein, auf dem Herkules mit dem Riesen Geryon drei Tage und drei Nächte gekämpft hat. Herkules gewann den Kampf und aus Dankbarkeit wurde dann aus dem Felsen der Leuchtturm gebaut.

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Der Herkulesturm neben der Statue von Breogán, dem mythischen gallaekischen König auf dem Gebiet des heutigen Galicien. Die Statue steht zur Zeit nicht da…. wird sie gerade restauriert?

Photo by Luis Miguel Bugallo Sánchez (Lmbuga), License CC BY-SA 3.0

Neben dem Turm…. die Hidra de Lerna, eine der zwölf Aufgaben des Herkules, hatte zwölf Köpfe…. eine Skulptur von Fidel Goás Mendes aus dem Jahr 1998. Mit Hilfe seines Neffen Iolaos konnte Herkules das Ungeheuer besiegen und sein Blut als Gift für seine Pfeile verwenden.

Am Turm die Statue von König Carlos III von Pablo Serrano aus dem Jahr 2001. Er veranlasste die wichtigste Restaurierung des Turms in den Jahren 1788-1791.

Rosa dos Ventos (span. Rosa de los Vientos, dt. Windrose) von Xavier Correa Corredoira (1994)

Diese riesige Windrose am Fusse des Turms beschreibt einen Kreis mit einem Durchmesser von 25 Metern. Sie ist wie ein Mosaik aufgebaut und besteht aus Granit, Schiefer und glasierter Keramik. Neben den acht Pfeilen, die die Himmelsrichtungen anzeigen, enthält es die Symbole der keltischen Nationen: die Jakobsmuschel (Galicien), den Totenkopf (Tarsis), das Kleeblatt (Irland), die Distel (Schottland), den Triskel (Isle of Man), den Drachen (Wales), den Kelch (Cornwall) und den Hermelin (Bretagne).

Der Torre de Hércules bei Nacht!

Photo by FirkinCat, License CC BY-SA 3.0 ES

Entlang des Paseo marítimo verkehrte in den Sommermonaten dieses historische Tram zu touristischen Zwecken. 2011 wurde der Betrieb eingestellt. Die Entgleisung des Wagens 100 hatte zwar keine schwerwiegenden Auswirkungen, warf jedoch Fragen bezüglich der Sicherheit der Infrastruktur auf. Die Schliessung wurde als vorübergehend angekündigt, doch die Fahrzeuge verliessen den Betriebshof danach nicht wieder.

Photo by Yildori, License CC BY-SA 3.0 ES

Auch eine Art zu reisen…. Rotel Tours – Das Rollende Hotel…. vielleicht sind wir noch nicht alt genug dafür! 😀

Das Aquarium Finisterrae oder Casa de los Peces hat von aussen den Charme einer Fabrikhalle, innen scheint es einiges zu bieten! Das Museum widmet sich der wissenschaftlichen Verbreitung von Aspekten der Meeresbiologie, der Ozeanographie und des Meeres im Allgemeinen. 

Photo by Fernando Losada Rodríguez, License CC BY-SA 4.0

Domus, früher bekannt als Casa del Hombre, ist ein Museum mit wissenschaftlichem Charakter an der Strandpromenade. Es ist das erste interaktive Museum, das sich mit dem Menschen auf globale und monographische Weise befasst.

Der Soldado Romano (dt. römischer Soldat) von Fernando Botero am Paseo marítimo vor dem Domus

Sirena von Márgara Hernández, Bronze 1995

Fuente de los Surfistas (Brunnen der Surfer) von José Castiñeiras

Die Skulptur befindet sich im Herzen der Strandpromenade der Stadt an der Playa del Orzán. Diese 1992 geschaffene Skulpturengruppe ist eine Hommage an die unerschrockenen Surfer, die bei starkem Seegang auf den Wellen dieser Strände tanzen. Das aus Bronze gefertigte Werk besteht aus zwei Figuren mit athletischen Körpern, die auf zwei Brettern balancieren, während sie auf den Wellen des sie einschliessenden Beckens reiten, das in zwei Ebenen unterteilt ist.

Der Playa del Orzán…. im Sommer ist es hier sicher voll!

Monumento a los Héroes del Orzán

Trotz seines minimalistischen Aussehens verbirgt sich hinter diesem Denkmal die tragische Geschichte eines jungen 23-jährigen Erasmus-Studenten und dreier Polizisten im Alter von 34, 35 und 38 Jahren.

In den frühen Morgenstunden des 27. Januars 2012 feierte eine Gruppe junger Studenten des internationalen Austauschprogramms Erasmus das Ende ihrer Prüfungen und die Rückkehr in ihre Heimatländer, als sich einer von ihnen in einer Nacht, in der Alarmstufe Orange ausgerufen war, dem Meeresufer näherte. Plötzlich verschwand der junge Mann im dunklen Meer. Zwei Polizeibeamte versuchten, den jungen Mann, der in Bratislava geboren wurde, zu retten. Angesichts der Schwierigkeit dieser Rettung kamen zwei weitere Polizisten zum Unglücksort, um eine Menschenkette zu bilden und zu versuchen, den jungen Mann zu retten, aber sie fanden sich bald ebenfalls im Meer gefangen. Glücklicherweise konnte sich einer der Polizisten dank dreier Kollegen, die ihm vom Land aus halfen, retten, aber der junge Mann und die anderen drei Polizisten hatten nicht das gleiche Glück, so dass eine Nacht des Feierns und der Feste zu einer echten Tragödie wurde.

Institutionen, Gruppen und Polizeibeamte aus dem ganzen Land bekundeten ihr Beileid zu diesem schrecklichen Ereignis, an das A Coruña jeden 27. Januar erinnert. Im November 2019 wurden die persönlichen Gegenstände eines der Helden des Orzán gefunden, fast acht Jahre nach dem Ereignis. Sein Denkmal und die Erinnerung an diese unauslöschlichen Ereignisse sollten alle Einwohner von A Coruña vor den Gefahren des Meeres warnen.

Wir verlassen den Paseo marítimo und «stürzen» uns in die Altstadt…. ausserdem haben wir Hunger! 😀

Tolle Dekoration oder Graffiti an vielen Läden und Restaurants!

Langsam scheint die Sonne wieder und der Himmel wird blau!

Ich vermute sehr stark, heute gibt es wieder Pulpo! 😀

Endlich sehen wir den Torre de control marítimo (Maritimer Kontrollturm) mal in der Sonne!

Links ist der Real Club Náutico de La Coruña (Königlicher Yachtclub von La Coruña)

Schluss für heute…. morgen geht’s weiter nach Santiago de Compostela.

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