6. und 7. Tag: Frühling in Kastilien…. Ciudad Rodrigo

Mittwoch, 17.4.2024

Es regnet und die Wetterfront wird für die nächsten Tage über dem Golf von Biscaya (franz. Golfe de Gascogne, bask. Bizkaiko Golkoa, span. Golfo de Vizcaya, galicisch Golfo de Biscaia, asturisch Golfu de Vizcaya, okzitanisch Golf de Gasconha, bretonisch Pleg-mor Gwaskogn, lateinisch Sinus Cantabricus) hängen, so lauten zumindest die Wetterprognosen.

Wir starten und passieren Vitoria-Gasteiz, Burgos…. der Regen hört langsam auf und macht der Sonne Platz…. Valladolid, Tordesillas, Palencia und Salamanca. Es ist wenig Verkehr und wir kommen sehr gut vorwärts.

Map data ©2024 Google

Wir schaffen es tatsächlich bis nach Ciudad Rodrigo, ein hübsches Städtchen in der Provinz Salamanca nahe der portugiesischen Grenze. Hier ist es sonnig, aber kühl und windig…. so wie es prognostiziert war. Es gibt zwar die Área de Autocaravanas Ciudad Rodrigo, die ist aber direkt neben der Durchgangsstrasse N-620a…. nicht ganz leise! Wir fahren daher auf den Camping La Pesquera, klein, familiär, herrlich im Grünen gelegen. Der Preis ist mit 15.00 € sehr günstig!


Donnerstag, 18.4.2024

Ausser meinem Husten, der noch etwa 2 Wochen anhalten wird, geht’s mir wieder gut. Wir machen uns auf den Weg und wollen uns Ciudad Rodrigo anschauen. Die Stadt hat etwa 12’000 Einwohner und liegt im Westen der Provinz Salamanca nahe der Grenze zu Portugal in der Autonomen Gemeinschaft Kastilien und León. Bereits im Jahr 1944 wurde die Altstadt von Ciudad Rodrigo zum Kulturgut Bien de Interés Cultural in der Kategorie Conjunto histórico-artístico erklärt. Ausserdem gehört die Stadt zu den Los Pueblos más Bonitos de España (die schönsten Dörfer Spaniens).

Vorab ein kurzes Video des Ayuntamiento de Ciudad Rodrigo

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Skulptur des Verraco…. so werden verschiedene aus Granitblöcken gefertigte Tierskulpturen bezeichnet, die in den ehemaligen Siedlungsgebieten der keltischen Stammesgruppen der Vettonen, also im heutigen Nordwesten Spaniens und im Nordosten Portugals zu finden sind.

Das ist ein Nachbau, die gefundenen Originalskulpturen sind etwa 2’500 Jahre alt und stammen aus der Zeit 400 v. Chr.

Originelle Hausfassade! 😜

Wir sind auf dem Weg in die Altstadt. Der Campingplatz befindet sich am Rand eines kleinen Quartiers am südlichen Ufer des Río Águeda, ein linker Nebenfluss des Duero (portugiesisch Douro). Die Altstadt von Ciudad Rodrigo liegt am nördlichen Ufer.

An der Plaza Toral ist ein kleiner Park

Jugar creando…. Spielen durch Erschaffen, Kreieren

Die Iglesia de Santa Marina an der Calle Álamo Chico

Über die Puente Antiguo überqueren wir den Río Águeda Richtung Altstadt

Photo by Chemasanco, License CC BY 2.0

Blick auf die Altstadt aus der Luft

Im Zuge der Wiederbevölkerung (Repoblación) der Stadt liess Ferdinand II. im Jahr 1161 die heute noch vorhandene mittelalterliche Stadtmauer errichten. Sie ist annähernd 2 km lang und hatte im Verlauf der Geschichte sieben Durchgänge. Ausser der Puerta del Rey sind heute alle übrigen Tore passierbar.

Photo by Alfontinto, License CC BY-SA 3.0

Blick zum südlichen Ufer des Río Águeda

Das Eckhaus am Aufgang zur Altstadt in der Calle Nogales Delicado

Aufgang zur Altstadt durch die Puerta de la Colada oder de Águeda

Da geht’s steil rauf!

Das Castillo de Enrique II (Heinrich II.), auch Enrique de Trastámara oder Enrique el Fratricida (Heinrich der Brudermörder), aus dem 14. Jahrhundert, heute befindet sich hier der Parador de Ciudad Rodrigo,

Herrliche Aussicht von der Burg auf die Puente Antiguo….

…. das Quartier am Südufer und das grüne Hinterland

Palacio de los Águila (Palast der Adler), auch Casa del Principe oder Casa del Marqués de los Altares genannt, ist ein Renaissancegebäude, das zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert erbaut wurde. Es ist der grösste Palast der Stadt. Seit 1969 ist es Monumento histórico artístico.

Der grossartige doppelstöckige Innenhof (Patio)

Die Plaza Mayor

Blick zur Iglesia de San Agustín

Das Ayuntamiento de Ciudad Rodrigo

Die Plaza Buen Alcalde….

…. und die Capilla de Cerralbo, errichtet im 16. Jahrhundert, als Begräbnispantheon der Familie Pacheco von Kardinal Francisco Pacheco de Toledo, Botschafter in Rom, Vizekönig von Neapel und Erzbischof von Burgos, als grosses Mausoleum, ganz in der Nähe der Kathedrale. Dies geschah nach der Weigerung des Domkapitels, die notwendige Erlaubnis zu erteilen, um seine ursprüngliche Idee zu verwirklichen, eine Kapelle in der Girola (Chorumgang) der Kathedrale in der Art der Capilla des Constables der Kathedrale von Burgos zu bauen und dafür einen Teil der Capilla mayor (Hauptkapelle) abzureissen.

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Die Catedral de Santa María de Ciudad Rodrigo…. der Bau, der zunächst von König Ferdinand II. von León um 1168 gefördert und von seinen Thronfolgern fortgesetzt wurde, erfolgte zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert.

Photo by Asclepio, License CC0 1.0 Public Domain

Gotisches Fries (span. friso) mit 12 Figuren aus dem Alten Testament

Der Kreuzgang (el claustro)

Auf quadratischem Grundriss gliedert sich jede Seite in fünf Abschnitte mit gotischen Spitzbögen mit zwei oder drei Säulen, wobei Kapitelle (aus dem lat. Köpfchen) mit figurativen und pflanzlichen Motiven verziert sind. Ebenso sind die Sockel (Basis) mit Figuren verziert.

Pórtico de la gloria o del perdón (Portikus des Ruhmes oder der Vergebung)

Der Innenraum der Kathedrale…. die Capilla mayor (Hauptkapelle)

El Coro (der Chor)…. Ende des 15. Jahrhunderts von Rodrigo Alemán im platereskischen Stil aus Nussbaumholz geschnitzt, mit grossen Einflüssen der nordeuropäischen Gotik.

Der Chor verfügt über zwei Orgeln, die kleine oder königliche Orgel, die auf der Seite des Evangeliums angeordnet ist, wurde 1727 von Pedro Livorno Echevarria ausgeführt, die grosse Orgel aus dem 18. Jahrhundert ist Manuel de Lara Churriguera zu verdanken, der sie um 1730 entwarf.

Seitliches Schiff mit Grabsteinen

Trascoro (deutsch etwa ‹Rückseite des Coro›)

Verschiedene Kapellen, z.B. Capilla del Cristo de Oriente (Kapelle des Christus des Ostens), Capilla de la Virgen de la Faja (Kapelle der Jungfrau von La Faja), Capilla del Santísimo (Kapelle des Allerheiligsten), Capilla de los Dolores o de la Soledad (Kapelle der Schmerzen oder der Einsamkeit) oder Capilla del Pilar (Kapelle des Pfeilers) und noch einige mehr.

In der Calle Velayos…. Richtung Plaza Mayor

Die Iglesia de San Agustín in der Calle San Juan

Störche gibt’s hier fast überall!

Das Casa de los Vásquez

Die frühere Bischofsresidenz an der Plaza Cristóbal Castillejo…. heute ist es ein Pflegeheim

Wir machen einen Spaziergang über die Stadtmauer….

…. da ergeben sich hübsche Aussichten!

Die Calle de Madrid….

…. und die Plaza del Conde….

…. durch die Puerta del Conde verlassen wir die Altstadt

Der Frühling ist in Kastilien angekommen….

…. die Natur ist hier viel weiter als bei uns zuhause!

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Gleich sind wir wieder auf dem Campingplatz…. das hat sich wirklich gelohnt heute, ein absolut sehenswertes Städtchen…. es gehört unzweifelhaft zu den schönsten Dörfern Spaniens!

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1 thought on “6. und 7. Tag: Frühling in Kastilien…. Ciudad Rodrigo

  1. Hallo Thomas,
    gerade haben wir die ausführlichen Etappen 1-9 eurer Frühjahrsreise angesehen, die sich für euch etwas «feucht» angefühlt haben.
    Wir haben deine schönen Fotos mit den begleitetenden Beschreibungen bzw. Erklärungen bei einem Gläschen «trockenen» Wein genossen und sind gespannt auf die nächsten Folgen!
    Roswitha und Walter

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