Samstag, 27.9.2025
Wir verlassen Frankreich 🇫🇷 ….es sind nur etwa 20 km bis Hondarribia…. nach Irun ist dies die zweite Stadt nach der spanisch-französischen Grenze in Spanien 🇪🇸.

…. bisher war unsere erste Station in Nordspanien immer Donostia-San Sebastián…. an Hondarribia sind wir immer vorbei gefahren…. genauso wie an Hendaye, die westlichste Gemeinde im Département Pyrénées-Atlantiques, kurz vor der französisch-spanischen Grenze. Heute ändern wir das und besuchen Hondarribia. Hendaye muss halt noch auch unseren Besuch warten. 😜

Untren auf dem Bild ist Hondarribia zu sehen, dann folgt die Mündung des Bidasoa, über eine Länge von 10 km der Grenzfluss zwischen Frankreich und Spanien und darüber sieht man Hendaye. Und ganz oben sieht man recht klein die Bucht von Saint-Jean-de-Luz mit den Städten Ciboure und Saint-Jean-de-Luz.
Hondarribia (auf baskisch und offiziell, span. Fuenterrabía, franz. Fontarabie) hat etwa 17’000 Einwohner und liegt im Nordosten der Autonomen Gemeinschaft Baskenland, baskisch Euskal Autonomia Erkidegoa und spanisch País Vasco. Die zur Provinz Gipuzkoa gehörende Hafenstadt liegt nordwestlich von Irun an der Mündung des Flusses Bidasoa.
Einen offiziellen Wohnmobilstellplatz hat Hondarribia nicht, es gibt den Faro de Higuer Kanpina, einen Campingplatz, der auf einem Plateau über der Kantabrischen See liegt…. leider ist er 4 km von der Altstadt entfernt…. wir schauen nach einer Alternative. Wir sind fast schon aus Hondarribia herausgefahren, als wir rechts das Parking Hondartza – Playa (dt. Strandparking) am Paseo Europa sehen, wo bereits einige Wohnmobile parken. Ein Schild, das Parken für Wohnmobile erlaubt, ist nicht zu sehen. Aber da ist auch keines, das Parken für Wohnmobile verbietet. Das Kassenhäuschen bei der Einfahrt ist leer, die Schranke ist offen. Wir suchen uns einen Platz und fragen einige Camper…. kein Problem, die Saison ist vorbei, man darf da stehen und es übernachten auch alle hier.

Auf dem Weg Richtung Stadt kommen wir am Hondarribiko Kirol-Portua, span. Puerto Deportivo, dem Sportboothafen vorbei.


Das Städtchen macht einen sehr gepflegten Eindruck….

…. die Wohnsilos hat man an das nördliche Ortsende gebaut, aber auch dort sieht es aus der Ferne nicht ungepflegt aus.

Murales de Beruete von José Díaz Bueno aus dem Jahr 1964…. eine mit Reliefs verzierte Stützmauer
Die Stützmauer ist eine Stahlbetonmauer, entworfen vom Ingenieur José María Gabarain, um die baufällige ursprüngliche Mauer des Grundstücks von Tomás Beruete zu ersetzen, auf dessen Kosten die neue Mauer errichtet wurde, wobei die Stadtverwaltung durch die Gewährung einer Subvention mitgewirkt hat. Die Mauer ist 58 m lang, 5 m hoch und leicht gekrümmt.
Die Flachreliefs wurden entworfen von José Díaz Bueno zum Thema der Helden, die die Stadt bei der Belagerung von 1638 verteidigten. Die Reliefs nehmen die vertieften Räume zwischen den Strebepfeilern ein.



In der San Pedro Kalea….




…. und in der Zuloaga Kalea


Mittagessen gibt’s im Restaurant der Hermandad de Pescadores, der Bruderschaft der Fischer. Wir sind gerade zur richtigen Zeit da und bekommen einen 2er-Tisch, obwohl wir nicht reserviert hatten…. ansonsten hat man keine Chance…. das Restaurant ist voll!
Die Google-Bewertung von 4.7 ist voll gerechtfertigt, der Service ist Spitze, die Speisen sind perfekt zubereitet und sehr lecker, die Atmosphäre im Restaurant ist sehr authentisch…. wir fühlen uns sehr wohl hier!

Was trinkt man hier…. natürlich einen heimischen Txakoli

Morrones con antxoas en salazón…. eingelegte Paprika (Pimiento morrón) mit Sardellen

Merluza a la parrilla…. Seehecht vom Grill

Noch einen Café zum Abschluss!

Das kommt selten vor, dass ein Essen in einem Restaurant nicht einfach ein Essen ist, sondern ein unvergessliches Erlebnis…. das heute war so ein Essen in der Hermandad de Pescadores!
Die Fischerzunft von San Pedro wurde 1361 gegründet und hat die Aufgabe, die Rechte der Fischer zu wahren und zu vertreten. In einer Nische über dem Schlussstein des Bogens des historischen Gebäudes der Bruderschaft befindet sich eine kleine Skulptur, die den Heiligen Petrus darstellt.


Die San Pedro Kalea ist eine wunderschöne Fussgängerzone….

…. mit vielen kleinen Läden






Die sehen aus wie Voodoo-Figuren 😜


Der San Kristobal Plaza….

…. die mittlere Strasse, die Javier Ugarte Kalea, geht hinauf zum Casco Viejo (dt. Altstadt)


Die Santiago Konpostela Kalea…. durch den Arco Jacobeo (dt. Jakobinisches Tor) geht’s….

…. zur Gipuzkoa Plaza
Trotz des traditionellen Aussehens dieses Platzes stammt er aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, obwohl seine niedrigen Gebäude und seine Abgrenzung durch Ketten mit Pollern, die Kanonen imitieren, ihm ein gewisses mittelalterliches Flair verleihen, ebenso wie der Bogen, der von dort zur Calle de Santiago de Compostela führt.
Ein schöner Platz ist es trotzdem!




Durch die San Nikolas Kalea zur Arma Plaza (span. Plaza de Armas, dt. Platz der Waffen)



Schöne Aussicht nach unten



Die Skulptur Zinbaue von Nestor Basterretxea aus dem Jahr 2001 vor dem Castillo de Carlos V
Die Skulptur trägt den Namen Zinbaue, nach dem Land, das Basterretxea im Rahmen humanitärer Hilfsprojekte besucht hat. Sie stammt aus einer späteren Schaffensphase des Künstlers, in der er dazu neigte, Metall als Ausdrucksmittel zu verwenden.

Das Castillo de Carlos V (baskisch Hondarribiko gaztelua) aus dem 10. Jahrhundert, umgebaut im 16. Jahrhundert, die fensterlose Fassade zum Platz (Plaza de Armas) vor der Burg entstand in dieser Zeit.

Nach umfangreichen Renovierungsmassnahmen wurde 1968 von General Franco in der Burg der Parador de Hondarribia El Emperador (dt. der Kaiser), ein Vier-Sterne-Hotel mit Restaurant, eingeweiht. Die Mauern der Säle und die Gänge sind mit Hellebarden, Schwertern und Wandteppichen geschmückt. Fotos aus dem Inneren des Gebäudes finden sich bei dem Wikipedia-Eintrag des Castillo de Carlos V

Hondarribia im Mittelalter


Jasokundeko eta Sagarrondoko Andre Maria eliza (span. Iglesia de Santa María de la Asunción y del Manzano, dt. Pfarrkirche Unserer Lieben Frau von der Himmelfahrt und des Apfelbaums)
Zum Thema Apfelbaum meint die KI
Unserer Lieben Frau von der Himmelfahrt und des Apfelbaums ist eine besondere Form der Marienverehrung, die das Fest Mariä Himmelfahrt (15. August) mit der Symbolik des Apfelbaums verbindet, wobei Maria als die neue Eva in Verbindung mit der Sünde Adams gesehen wird…. anstelle des verbotenen Baumes steht nun der Baum des Lebens oder Maria selbst als Quelle des Heils, oft verbunden mit der Kräuterweihe und der Schönheit der Schöpfung, die durch die Natur, wie den Apfelbaum, symbolisiert wird. Es ist ein Ausdruck der Verehrung für die Jungfrau Maria, ihre Aufnahme in den Himmel und die damit verbundene Hoffnung und Schönheit des Lebens.

Die Pfarrkirche wurde im 15. und 16. Jahrhundert grundlegend umgebaut. Sie besticht durch ihre schöne Architektur im gotischen Stil mit Renaissance-Elementen. Die Fassade, die zum Castillo hin ausgerichtet ist, ist der älteste Teil der Kirche. Bemerkenswert ist auch der barocke Glockenturm aus dem 18. Jahrhundert von Francisco de Ibero.


Nuestra Señora del Pilar oder auch Virgen del Pilar (dt. Unsere Liebe Frau auf dem Pfeiler)
Unsere Liebe Frau auf dem Pfeiler gilt als Schutzheilige Spaniens und der Hispanidad, weil Christoph Kolumbus am 12. Oktober 1492 Amerika für das spanische Weltreich entdeckte.





Manuel de Urcola betrieb eine Talleres Mecánicos de Carpintería (dt. Mechanische Tischlereiwerkstatt) in Donostia-San Sebastián. Es ist ein altes Unternehmen, das Ende des 19. Jahrhunderts wie folgt beschrieben wurde:
Dieses bedeutende Industrieunternehmen wurde 1825 in Tolosa gegründet und liess sich 1865 in Donostia-San Sebastián nieder. Der starke Anstieg der Bautätigkeit in dieser Stadt zwang diesen tatkräftigen und intelligenten Industriellen dazu, die heutigen Werkstätten mit allen modernen Errungenschaften einzurichten. Heute sind in diesem Unternehmen mehr als 150 Arbeiter beschäftigt, die über zwei Dampfmaschinen verfügen, eine mit 40 PS und eine mit 20 PS, die 25 verschiedene Maschinen zur Holzbearbeitung antreiben. Es gibt zwei Werkstätten, eine für Handarbeiten und eine für mechanische Arbeiten, ausserdem eine Schmiede mit zwei Maschinen, eine Lackiererei und eine Leuchtenwerkstatt. Alle Werkstätten und Nebenräume sind mit elektrischem Licht beleuchtet, einige mit Lichtbögen, andere mit Glühlampen. Dieser Industriebetrieb führt alle Arten von Tischlerarbeiten aus, von den gröbsten bis zu den feinsten, und übernimmt alle Arten von Bauarbeiten. Zu den wichtigsten Projekten zählen unter anderem die Paläste der Zivilregierung und der Provinzregierung von Gipuzcoa (span. Guipúzcoa), das Gran Casino de San Sebastián und die Elektrizitätsfabrik. Das Unternehmen selbst verfügt über grosse Lagerhallen mit Vorräten an Holz aller Art, Zement, Schiefer, Dachziegeln, Eisenwaren, also allen für den Bau notwendigen Elementen.
Und offenbar stellten sie auch die Kirchenbänke in Hondarribia her!

Eine sehr eindrucksvolle Kirche…. die gefällt uns…. so wie das ganze Städtchen Hondarribia!

In der Nagusi Kalea

Hondarribiko Udaletxea (span. Ayuntamiento, dt. Stadtverwaltung) im Casa Consistorial (dt. Rathaus)


Udal Liburutegia (span. Biblioteca municipal, dt. Stadtbücherei)

Hondarribia Marlaxka Xake Kluba…. der örtliche Schachclub

Hatxeroa von der Bildhauerin Lourdes Umérez Arregi aus dem Jahr 2011
Am Eingang der Stadtmauer, nahe dem Tor von Santa María, fällt sofort die Skulptur Hatxero in’s Auge. Sie stellt einen Pionier dar, einen Soldaten, der den Truppen den Weg freimachte und der auch den Zug beim Alarde, einem traditionellen Fest, anführt.

Santa Mariako portoia (span. Puerta de Santa María)
Es handelt sich um einen der beiden Haupteingänge der Stadt. Dieser bestand aus verschiedenen Elementen, wie einer Zugbrücke, Wachhäuschen und sogar einer Kapelle. Heute ist nur noch dieser einfache Bogen erhalten, an dessen Innenseite noch die Türangeln zu sehen sind. Über dem Bogen prangt das Wappen der Stadt aus dem Jahr 1694.
Das Tor von aussen….

…. und von innen.

Wir sind auf dem Rückweg…. in der Harategi Kalea….

…. Richtung Gipuzkoa Plaza



Durch den Arco Jacobeo zur Santiago Konpostela Kalea….

…. der Arco von der anderen Seite

Jetzt bin ich total verwirrt…. diese Strasse heisst Santiago Konpostela Kalea (dt. Strasse des Jakobswegs)…. dann gibt’s die Schreibweise Santiago Compostela Kalea und jetzt dieses Strassenschild mit Santiago Compostelako Kalea. Kalea ist das baskische Wort für Strasse oder Gasse…. auf spanisch wäre das Calle (Strasse) oder Calleja (Gasse). Um es noch komplizierter zu machen…. auf valencianisch oder katalanisch heisst es Carrer oder Rúa auf galicisch (galego).
Es ist kompliziert! 😜
Aber wenn man’s weiss, dann nicht! 🤣

Häuser mit vorstehenden Galerien in Nordspanien sind ein charakteristisches Merkmal der traditionellen Architektur. Diese Bauweise, oft im Kolonialstil der sogenannten Indianos (Spanier, die aus Lateinamerika zurückkehrten), zeichnet sich durch verglaste oder hölzerne Veranden aus. Meist sieht man das in Regionen wie Asturien und Galicien…. aber eben auch hier!

Wieder in der San Pedro Kalea



Auf der Uferpromenade Butron Pasealekua Ibilbidea





Zurück am Parkplatz sehen wir in der Ferne noch den Auftritt der Patrouille de France über der Bucht von Saint-Jean-de-Luz…. nicht anderes, als das, was wir gestern schon gesehen hatten.


Morgen geht’s weiter nach Donostia-San Sebastián!
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