11. Tag: Rund um das Vieux Bassin in Honfleur

Donnerstag, 12.3.2026

Die heutige Tour führt uns an der Grossstadt Le Havre vorbei, besuchen wollen wir die Stadt nicht.

Map data ©2026 Google

Le Havre…. Blick auf den Quai de Southampton mit der Skulptur Catène de Container von Vincent Ganivet.

Die Skulptur besteht aus farbigen Schiffscontainern, die zu zwei Bögen angeordnet sind. Einer der Bögen, bestehend aus 21 Containern, ist hoch und steil und überbrückt dabei einen kleineren flachen aus 15 Containern zusammengesetzten Bogen. Die Form und Farbgebung der Container erweckt den Eindruck der Verwendung grosser Bauklötze.

Insgesamt wiegt die Skulptur 288 Tonnen und erreicht eine Höhe von 28.5 Metern. Sie kommt ohne Stützen aus und nutzt das vom Architekten Antoni Gaudí verwendete Prinzip der Kettenlinie, wobei die Kräfte und Spannungen innerhalb einer Kette zur Stützung genutzt werden.

Der Name Catène de Container geht auf das lateinische Wort catēna für Kette zurück und bedeutet auf deutsch so viel wie Containerkette. Es ist eine doppelte Anspielung zum einen auf das verwendete Bauprinzip der Kette und zum anderen auf die Lieferkette, in deren Reihe sich auch die Container und letztlich der Hafen befinden.

Photo by Martin Falbisoner, License CC BY-SA 4.0

Kurz nach Le Havre passieren wir die gewaltige Pont de Normandie über die Mündung der Seine

Photo by Glabb, License CC BY-SA 3.0

Der Camping La Briquerie in Équemauville, auf dem wir letztes Jahr waren, ist noch geschlossen. Auch der Camping du Phare öffnet erst Anfang April. Dann bleibt uns nur die recht stadtnahe grosse Motorhome Aire am Bassin Carnot. Zum Glück ist der Stellplatz nur recht spärlich belegt…. sofern kein Kuschelcamper kommt, haben wir rechts und links ausreichend Platz.

Im Mai 2025 haben wir Honfleur ausgiebig besucht…. diesmal beschränken wir uns auf einen Nachmittagsrundgang. Die Stadt hat etwa 6’600 Einwohner und gehört zum Département Calvados….

…. es ist eines der 25 Départements, die nicht nach Flüssen benannt sind:

Benannt nach Gebirgen und Bergen:
Alpes-de-Haute-Provence (04) nach den Seealpen
Hautes-Alpes (05) nach den (Hoch-)Alpen
Alpes-Maritimes (06) nach den Seealpen
Ardennes (08) nach den Ardennen
Cantal (15) nach dem Plomb du Cantal im Zentralmassiv
Jura (39) nach dem Jura-Gebirge
Lozère (48) nach dem Mont Lozère
Puy-de-Dôme (63) nach dem Vulkanberg Puy de Dôme
Hautes-Pyrénées (65) nach den Pyrenäen
Pyrénées-Orientales (66) nach den Pyrenäen
Vosges (88) nach den Vogesen

Benannt nach Küsten, Meeren und Lage
Calvados (14) nach einer Riffgruppe vor der Küste
Côtes-d’Armor (22) bretonisch für Küste des Landes am Meer
Finistère (29) vom lateinischen Finis Terrae (Ende der Erde)
Manche (50) nach dem Ärmelkanal (La Manche)
Nord (59) nach der nördlichen geografischen Lage
Pas-de-Calais (62) nach der gleichnamigen Meerenge (Strasse von Dover)

Benannt nach historischen Regionen, Städten oder Wäldern
Côte-d’Or (21) ist ein poetischer Name, Goldene Küste, inspiriert vom herbstlichen Laub der Weinberge
Landes (40) nach den weiten Heidelandschaften und Wäldern der Landes de Gascogne
Paris (75) direkt nach der Hauptstadt
Savoie (73) nach der historischen Region Savoyen
Haute-Savoie (74) ebenfalls nach der historischen Region Savoyen
Territoire de Belfort (90) nach der Stadt Belfort (historischer Überrest des Elsass)
Corse-du-Sud (2A) nach Korsika
Haute-Corse (2B) ebenfalls nach Korsika

Die meisten der 101 Départements sind nach Flüssen benannt.

Die französischen Revolutionäre wählten 1790 bewusst Flussnamen, um die königliche Vergangenheit auszulöschen und die Einheit des Landes zu stärken. Hinter dieser Entscheidung stecken drei Hauptgründe:

1. Bruch mit dem Feudalsystem
Vor der Revolution war Frankreich in historische Provinzen unterteilt (z. B. Bretagne, Normandie, Burgund). Diese Regionen wurden von mächtigen Adelsfamilien beherrscht.
Die alten Namen erinnerten an die Macht des Königs und des Adels.
Durch die Umbenennung nach Flüssen und Bergen wurden die alten Grenzen und Identitäten radikal ausgelöscht.

2. Gleichheit aller Bürger
Die Revolutionäre wollten, dass sich jeder Einwohner als Franzose fühlt und nicht mehr als Bretone oder Provenzale.
Neutrale geografische Merkmale wie Flüsse bevorzugten keine Stadt und keine Volksgruppe.
Es gab keine historischen Hierarchien mehr zwischen den neuen Verwaltungseinheiten.

3. Logik der Aufklärung
Die Epoche der Aufklärung war von Rationalität und Naturwissenschaften geprägt.
Die Natur galt als wertneutral, gerecht und unpolitisch.
Flüsse waren auf Landkarten leicht zu identifizieren und ideal für eine logische, geometrische Aufteilung des Landes.

Sorry für dieses lange Off-topic….

…. mich interessiert so etwas sehr und ich hoffe, andere Leserinnen und Leser auch!

Blick zur Route Jean Revel

Der Frühling ist da!

Das Bassin de l’Est

Am Quai de la Quarantaine

Das Vieux Bassin de Honfleur (Altes Hafenbecken)…. schade, dass das Wetter so grau ist

Wir gehen erst mal etwas essen…. im Lou Cabana waren wir letztes Jahr schon mal und waren dort sehr zufrieden. Heute nehmen wir die Galette La Saint-Jacques mit Jakobsmuscheln…. das schmeckt ausgezeichnet!

Und nach dem Essen sieht auch der Himmel nicht mehr ganz so grau aus

Ein wunderschöner Ort…. es sind zwar Touristen da, aber es hält sich in Grenzen!

Noch 3 Fotos, die um diese Zeit mit dem iPhone 16 Pro gemacht wurden

Am Quai Sainte-Catherine

Blick auf die andere Seite…. Quai Saint-Etienne

Links das Rathaus, das Hôtel de Ville

Kunst!

Hier noch mal im Detail…. originell gemacht!

Am Quai des Passagers…. links und rechts in der Bildmitte sieht man im Hintergrund die beiden Pylone der Pont de Normandie, einer Schrägseilbrücke. Sie sind je 214.77 m hoch und tragen je 4 × 23 Kabel, insgesamt 184 Schrägseilkabel an beiden Pylonen.

Nochmal das Rathaus, das Hôtel de Ville

In der Rue Haute

L’oef maillot (das Eier-Trikot)

Gaz à effet de Cerf (Hirsch mit Treib(haus)gas)

Und immer wieder…. schöne Fachwerkhäuser oder auf französisch Maison à colombages oder Maison à pans de bois

An der Place Sainte-Catherine

Le Clocher de l’Église Sainte-Catherine (der Glockenturm der Kirche….)

Die Église Sainte-Catherine de Honfleur

Bilder von innen gibt’s beim letzten Besuch in Honfleur

Galeries Bartoux Sainte-Catherine…. eine von zahlreichen Kunstgalerien in Honfleur….

…. das ist eine von drei Galerien von Galeries Bartoux…. die sind weltweit vertreten!

La Mouette d’Honfleur am Quai Sainte-Catherine

Œuf de Goéland…. Silbermöweneier! 🤣🤣

Süsses Zeug…. eine Oster-Spezialität!

In der Beschreibung heisst es:

Diese exklusiv zu Ostern erhältliche Tüte enthält etwa zehn Möweneier…. köstliche, knusprige Schokoladenbonbons mit Zuckerüberzug und einer Ganache-Füllung aus Karamell mit Fleur de Sel. Diese unwiderstehlichen und originellen kleinen Schokoladeneier, die echten Vogeleiern wie aus dem Gesicht geschnitten sind, lassen sich auch ohne Hunger geniessen!

Also…. so ganz unwiderstehlich sind sie nicht….
…. wir haben keine gekauft! 😜

Ich habe die Dinger auf einigen Webseiten gesehen…. bis zu 9 € / 100 g!

Sehr originell finde ich den Namen…. gerade weil ich die Goélands mag! 😜

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Die Pharmacie du Passocean an der Place Hamelin wurde schon 2018 geschlossen und ob es das Remede contre le mal de mer (Mittel gegen Seekrankheit) für 4.50 (vermutlich französische Francs) heute noch gibt, ist sehr zweifelhaft…. zumindest nicht zu diesem Preis! 😂

Dieses historische Gebäude ist als La Lieutenance bekannt, die Fassade zeigt eine rekonstruierte Uhr im Stil des 17. Jahrhunderts mit einem einzelnen Zeiger. Bei dem Gebäude handelt sich um ein Überbleibsel der alten Stadtbefestigung, das früher als Porte de Caen diente.

Rechts im Bild die Ancienne Église Saint-Étienne…. heute befindet sich darin das Musée de la Marine

Das La Petite Chine gibt’s noch!

Langsam ziehen dunkle Wolken auf…. für morgen ist ein Regentag angesagt.

Vom Stellplatz aus sehen wir die Pont de Normandie

Morgen ist ein Regentag angesagt, wir müssen ohnehin eine grössere Strecke fahren, das passt dann sehr gut!

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