Dienstag, 17.3.2026
Die Sonne, die gestern fehlte, gibt’s heute noch oben drauf! ☀️
Macht nichts…. wir nehmen es, wie es kommt…. was anderes bleibt uns eh nicht übrig! 😜
Wir fahren von Rennes aus in südliche Richtung…. knapp drei Stunden Fahrzeit sind es nach Les Sables-d’Olonne.

Wir umfahren Nantes, die Stadt kennen wir noch nicht, aber wir haben auch keine grosse Lust, uns nach Rennes eine weitere Grossstadt anzuschauen, was für die Sehenswürdigkeiten sicherlich einen ganzen Tag kosten würde. Ein Fotobeispiel aus dem Hafen von Nantes muss reichen:

In Les Sables-d’Olonne fahren wir zum Parking du Port de Plaisance…. nicht besonderes, ein gewöhnlicher Parkplatz mit einigen Parkfeldern für Wohnmobile. Wir haben Glück und erwischen eine passende Lücke für uns. Für eine Stadtbesichtigung reicht das aus.
Ein Vue aérienne (Luftbild) der Stadt:

Das ist unsere heutige Stadtrunde durch Les Sables-d’Olonne…. etwa 10.5 km lang.

Les Sables-d’Olonne [lɛ sabl.dɔ.lɔn] ist eine Hafen-, Fischer- und Badestadt mit etwa 50’000 Einwohnern und liegt im Département Vendée in der Region Pays de la Loire am Atlantik. Die Stadt ist Frankreichs zweitgrösster Badeort, der grösste ist Agde mit seinem Stadtteil Cap d’Agde am Mittelmeer (nach Agde kommen wir am Ende unserer Reise hin!)
Neben unserem Parkplatz befindet sich das Cinéma Le Grand Palace….

…. mit der Vorankündigung für den Film Michael, der am 22. April 2026 starten wird.

Canot de sauvetage Dr Paul Dien (Seenotrettungsboot)
Das ausgestellte Boot erinnert an die Rolle der Société Nationale de Sauvetage en Mer (SNSM), der Nationalen Gesellschaft für Seenotrettung. Die Ursprünge dieser Organisation gehen auf die Société Centrale de Sauvetage des Naufragés (SCSN), die Zentrale Gesellschaft für Schiffbrüchige zurück, die 1865 gegründet wurde und deren Aufgabe es war, Menschen zu retten, die auf See an der französischen Küste in Gefahr waren. 1967 fusionierte sie mit den Hospitaliers Sauveteurs Bretons (HSB) zur Société Nationale de Sauvetage en Mer (SNSM).
2019 kamen vor der Küste von Les Sables-d’Olonne drei Seenotretter ums Leben, als ihr Rettungsboot im Sturm kenterte, während sie einem Fischerboot in Seenot helfen wollten.

Blick auf Port Olona, den Port de Plaisance (Sportboothafen)….

…. und auf den Port de Commerce (Handelshafen)

Wir laufen über den Quai Rousseau Mechin, den Quai George V und danach den Quai des Boucaniers….
…. im L’Ancre d’Or gibt’s für einen fairen Tarif ein sehr gutes Mittags-Menu…. die Google-Bewertung von 4.5 geht in Ordnung!

Originelle Tür zum stillen Örtchen! 😜

Weiter geht’s mit unserer Erkundung


Der Phare directionnel 328.1° (ein Sendeturm) und die Manège de la Chaume (ein kleines Karussell) an der Place de l’Ormeau

Der Yeu Express der Reederei Pajarola bringt Baumaterial auf die etwa 20 km entfernte Île d’Yeu….

…. die könnte evtl. touristisch interessant sein…. es gibt dort sogar zwei Campingplätze!

Blick zur Promenade de l’Amiral Lafargue und zur Promenade Georges Clemenceau, auch genannt Remblai des Sables-d’Olonne (Aufschüttung, Damm). Die Promenaden und die angrenzenden Strassen bilden das Quartier Remblai. Der Name geht auf die Bauweise des Deiches zurück, der den Strand von der Strasse trennt und zum Schutz der Stadt vor Überschwemmungen durch das Meer errichtet wurde.


Prieuré Saint-Nicolas et mémorial des Péris en mer (Priorat Saint-Nicolas und Gedenkstätte für die auf See Verschollenen)

Ein Foto von der anderen Seite mit besseren Lichtverhältnissen

Wir befinden uns hier im Ortsteil La Chaume, das ehemals selbständige Dorf wurde durch den königlichen Erlass vom 7. August 1753 der Stadt Les Sables-d’Olonne zugeordnet.
Die Grande Jetée Saint-Nicolas (grosse Hafenmole) mit dem Phare rouge für Backbord (linke Hafeneinfahrt / linke Seite des Schiffes)

…. und gegenüber die Jetée des Sables das Phare vert für Steuerbord (rechte Hafeneinfahrt / rechte Seite des Schiffes)

Das Fort Saint-Clair mit dem Tour d’Arundel (Turm), der gerade restauriert wird.

An der Fährterminal Quai George V


Diese Fähre bringt uns etwa 150 m weit zum Fährterminal Quai Guine 1, das erspart uns aber 3 km Fussweg in die Altstadt!

Das Kunstwerk De Sable et de Sel (von Sand und Salz) spielt auf die Salzwirtschaft an und nutzt dabei geschickt den Namen der Stadt Les Sables-d’Olonne und deren Verbindung zum Küstentourismus.
Der baskische Künstler Taroe, mit bürgerlichem Namen Nicolas Masterson und der Verein The Next Movement benötigten zwei Monate, um das Wandgemälde fertigzustellen. Es erstreckt sich über 2’500 Quadratmeter und ist 25 Meter hoch. Für dieses gigantische Wandbild verwendeten die Künstler 775 Liter Farbe, die sie mit Rollen und Pinseln auftrugen. Einige der Gesichter sind bis zu 5 Meter hoch. Die Malerei illustriert Szenen der Belle Époque, einschliesslich historischer Strandbäder und der Salzgärten der Region Vendée.
Die Getreidesilos der Coopérative Agricole CAVAC (Landwirtschaftliche Genossenschaft) von Les Sables-d’Olonne haben eine Gesamtlagerkapazität von 22’000 Tonnen. Auf dem Gelände werden Getreide, hauptsächlich Weichweizen, Hartweizen und Mais aus den Départements Vendée (85) und Deux-Sèvres (79) gelagert.
Der Port de Commerce (Handelshafen) von Les Sables-d’Olonne exportiert jedes Jahr mehr als 350’000 Tonnen Getreide nach ganz Europa!

In der Rue de l’Ancienne Sous-Préfecture (Strasse der alten Unter-Präfektur)

Das Lycée Ste Marie du Port befindet sich im Gebäude der Ancienne Sous-Préfecture




Wir sehen die Église Notre-Dame-de-Bon-Port de Les Sables-d’Olonne

Die Kirche ist derart eng von anderen Gebäuden umbaut, dass es unmöglich ist, sie als Ganzes zu fotografieren….
…. rechts daneben ist der Marché des Halles Central, der gerade komplett saniert wird


Die Église Notre-Dame-de-Bon-Port de Les Sables-d’Olonne ist ein bedeutendes katholisches Kirchengebäude im Herzen der historischen Altstadt. Sie steht seit 1993 als Monument historique unter Denkmalschutz.
Im Jahr 1622 trennte Kardinal Richelieu (damals Bischof von Luçon) die Pfarrei Les Sables-d’Olonne von Olonne. Die Stadt entwickelte sich zu einem grossen Hafen für den Kabeljaufang. Die Gemeinde benötigte eine grössere Kirche als Ersatz für die kleine Rosenkranzkapelle aus dem 13. Jahrhundert. Der Grundstein wurde 1646 gelegt. Die Bauarbeiten zogen sich über Jahrzehnte hin und wurden erst im 19. Jahrhundert unter dem Architekten Victor Clair endgültig abgeschlossen. Während der Französischen Revolution wurde die Kirche in einen Tempel der Vernunft umgewandelt. Später diente sie als Getreidespeicher, bevor sie im Jahr 1800 wieder eine Kirche wurde.




Das Gebäude besticht durch eine besondere Mischung von Baustilen. Es markiert den Übergang vom Mittelalter zur Klassik:
Das Hauptgebäude besitzt typisch gotische Kreuzgittergewölbe. Die Westfassade und das Portal sind dagegen stark von der späten Renaissance und der Gegenreformation geprägt. Der Innenraum beherbergt wunderschön restaurierte Kapellen, Dekorationen des Bildhauers Emmanuel Mercier sowie eine bemerkenswerte Sammlung wertvoller alter Glasmalereien. Die Kirche ist der Jungfrau Maria unter dem Namen Bon Port (Guter Hafen) gewidmet. Lokale Familien baten sie um Schutz für die Seeleute auf dem offenen Ozean.

Ein Stück der Fassade des Marché des Halles Central in der Rue des Halles. Das historische Gebäude im Baltard-Stil wird derzeit umfassend renoviert. Die Wiedereröffnung ist für das erste Quartal 2027 geplant.

Wir sind jetzt auf der Promenade Georges Clemenceau an der Grande Plage, bzw. am Remblai des Sables-d’Olonne

Es ist schon sehr touristisch hier….

…. ich war Ende der 1970er Jahren schon mal an dieser Promenade…. da war es im August noch wesentlich voller!

Die berühmte Uhr in Les Sables-d’Olonne, lokal einfach La Pendule genannt, ist das Wahrzeichen der Stadt. Sie steht direkt an der Strandpromenade, dem sogenannten Remblai, mit Blick auf den Atlantischen Ozean. Die spektakulärste Besonderheit der Uhr ist ihr Sockel. Der Stadtarchitekt Maurice Durand baute die Uhr direkt auf einem alten deutschen Bunker (Blockhaus) aus dem Zweiten Weltkrieg, welcher Teil des Atlantikwalls war. Anstatt das massive Militärbauwerk mühsam abzureissen, wurde es einfach als stabiles Fundament umgenutzt und architektonisch komplett verkleidet.
Die Planungen begannen Anfang der 1950er Jahre im Zuge des Wiederaufbaus und der Modernisierung der Strandpromenade. Feierlich eingeweiht wurde die 8 Meter hohe Uhrensäule am 1. Juli 1956. Die Säule hat vier Zifferblätter (in jede Himmelsrichtung eines). Ihre Form erinnert optisch an einen Leuchtturm (Pendule Phare) und ist im charmanten Stil der 1950er-Jahre gehalten.


Diese 330 m² grosse Freske am Remblai in Les Sables-d’Olonne ist die Reproduktion des Gemäldes Eté, la plage des Sables-d’Olonne von Albert Marquet. Das Wandbild wurde im April 2021 fertiggestellt, um die historische Bade-Tradition der Stadt zu würdigen. Die Umsetzung erfolgte durch die Künstlergruppe CitéCréation auf der Fassade dieses Wohnhauses.

Das Original:



Die Côte de Lumière (Küste des Lichts) im Département Vendée ist mit rund 2’500 Sonnenstunden im Jahr der sonnigste Abschnitt der französischen Atlantikküste. Sie erstreckt sich über 250 Kilometer von der Île de Noirmoutier bis zur Bucht von L’Aiguillon und ist berühmt für ihre feinen Sandstrände, Pinienwälder und charmanten Badeorte wie Les Sables-d’Olonne.
Eine Übersicht über die französischen Küsten…. die Côte de Lumière ist hellgelb markiert:

Zwischen den Hochhäusern am Remblai des Sables-d’Olonne gibt es auch noch solche Gebäude:






Diese Bronzeskulptur von Christophe Charbonnel stellt Ulysse (Odysseus) dar, wie er den Wellen im Meer trotzt. Die Skulptur trägt den Titel Ulysse à l’assaut des vagues (Odysseus im Kampf gegen die Wellen) und ist ein bekanntes maritimes Wahrzeichen der Region.

Wir machen uns auf den Weg zurück zu unserem Parkplatz….
…. wir kommen vorbei am Muséum du Coquillage (Museum für Muscheln und Schalentiere)….

…. am Fischereihafen….

…. am Office de Tourisme des Sables d’Olonne….

…. und an der Place du Vendée Globe…. dort befindet sich der Vendée Globe Ponton
Der berühmte Ponton du Vendée Globe ist das neuralgische Herz der Non-Stop-Regatta für Einhandsegler, die durch den Atlantik und in östlicher Richtung durch das Südpolarmeer im Bereich der Roaring Forties rund 45’000 Kilometer einmal um den Globus führt. Sie gilt als die härteste Einhandregatta der Welt. An diesem Empfangskai werden die IMOCA-Boote (International Monohull Open Class Association) in den Wochen vor der Abfahrt und bei triumphalen Ankünften festgemacht.

So eine Gedenktafel bekommt der Sieger der Vendée Globe

Feierabend für heute….

…. und morgen geht’s weiter nach La Rochelle!
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