15. Tag: Rennes / Roazhon…. die Hauptstadt der Bretagne

Montag, 16.3.2026

Schade…. der heutige Tag ist leider trüb…. aber es bleibt wenigstens trocken!

Bis zur Bushaltestelle Gayeulles Piscine haben wir etwa 500 m vom Camping des Gayeulles aus zu laufen. Der Parc des Gayeulles oder Parc des Bois ist der grösste Park der Stadt Rennes. Neben viel Grün gibt’s hier das Piscine des Gayeulles (Schwimmbad), die Halle Sportive des Gayeulles (Sporthalle), Terrains de Tennis extérieurs des Gayeulles (Tennisplätze im Freien), das Stade des Gayeulles (Fussballstadion), das Stade de Rugby des Gayeulles (Rugbystadion) und weitere Sportstätten für viele Sportarten. Dazu gibt es einen grossen Bereich für Familiengärten, mehrere Spielplätze, Picnic- und BBQ-Plätze und 5 Seen oder Gewässer…. ein 100 Hektar grosses Naherholungsgebiet für die Stadtbewohner.

Rennes [ʁɛn] (bretonisch Roazhon, gallo Resnn, lateinisch Condate) ist die Hauptstadt der französischen Region Bretagne und Präfektursitz des Départements Ille-et-Vilaine und hat knapp über 230’000 Einwohner und ist die grösste Stadt der Bretagne und die elftgrösste Stadt Frankreichs bzw. die zehntgrösste Metropolregion mit 733’000 Einwohnern.

Unsere heutige Strecke beträgt etwa 7 km, wobei wir uns nicht nur Sehenswürdigkeiten anschauen, sondern die Zeit auch für etwas Shopping 🛍️ nutzen.

Maplibre | © OpenStreetMap | Map data © OpenStreetMap-Mitwirkende

Also zurück zur Bushaltestelle Gayeulles Piscine, die Buslinie C5 fährt je nach Tageszeit alle 10 – 15 Minuten in’s Zentrum zwischen Saint-Laurent und Lycée Bréquigny. Wir steigen an der Haltestelle République an der Place de la République aus…. mitten im Zentrum.

Direkt an der Place de la République steht der Palais du Commerce (Handelspalast) aus dem späten 19. / frühen 20. Jahrhundert. Er wurde von den Architekten Jean-Baptiste Martenot und Emmanuel Le Ray im neoklassizistischen Stil erbaut, Auftraggeber war Edgard Le Bastard (der hiess wirklich so! 🤣🤣), der von 1880 bis zu seinem Tod 1892 Bürgermeister von Rennes war.

So sieht’s bei schönem Wetter von etwas weiter oben aus! 😜

Photo by Pline, License CC BY-SA 3.0

In der Rue d’Orléans auf dem Weg zur Place de la Mairie….

…. wo sich links die Mairie de Rennes befindet….

…. und auf der rechten Seite die Opéra de Rennes

Gleich um die Ecke…. die Place du Parlement de Bretagne mit dem Palais du Parlement de Bretagne, erbaut im 17. Jahrhundert, es war bis zur Auflösung des Parlaments durch die Französische Revolution im Februar 1790 Sitz des Parlaments der Bretagne war. Seit 1804 ist das Gebäude der Sitz des Cour d’Appel de Rennes, des Berufungsgerichts von Rennes.

Rechts und links stehen Häuser mit Verwaltungen, Büros und Geschäften

Die Librairie Le Failler ist eine grosse und gut sortierte Buchhandlung. Wir schauen in der Abteilung Bande Dessinée, das sind französische Comics, ob wir etwas aus dem Verlag Editions Aldacom von unserem Freund Alain aus Villeneuve-lès-Béziers in der Buchhandlung finden…. leider nicht…. aber bestellen könnten wir immerhin einige Titel.

Französische Comics, eben die Bande Dessinée, ist etwas ganz anderes als die amerikanischen oder deutschen Comics. Sie werden als neunte Kunst gefeiert und nehmen einen bedeutenden Platz in der Kultur ein. Charakteristisch ist das grossformatige Hardcover-Album. Jährlich erscheinen in Frankreich mehrer tausend Titel in Genres wie Abenteuer, Historie und Graphic Novels.

Wieso Franzosen Comics lieben…. ein sehr guter Beitrag von ARTE zu diesem Thema:

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Schräg gegenüber von der Buchhandlung fällt uns die Pizzeria A fuoco nero auf. Sie verwenden ausschliesslich hochwertige saisonale Produkte und ihr Teig wird vor Ort zubereitet… mit wenig Hefe und einer langen Gärzeit von mindestens 48 Stunden…. was ihm einen einzigartigen Geschmack und eine unglaubliche Porosität verleiht. Ausserdem verwenden sie keinen normalen Mozzarella, sondern den speziellen Fior di latte. Dazu kommt eine Google-Bewertung von sensationellen 4.9…. da können wir einfach nicht vorbeigehen!

A fuoco nero bedeutet schwarzes Feuer, der Name wurde als Hommage an das spanische Tapas-Restaurant A fuego negro in San Sebastián geboren, das innovative Fusionsküche mit guten Produkten aus der Region anbietet.

Das sind die besten Pizzen unseres Lebens…. ohne Übertreibung….

…. und für mich die scharfe Pik Pik Pik!

Das war ein absolutes Highlight!

La Piscine Saint-Georges aus dem Jahr 1926, erbaut im Art déco-Stil, in der Rue Gambetta….

…. ich konnte zwar hineingehen, wollte aber innen nicht fotografieren, deshalb verwende ich dieses Bild aus der Wikipedia

Photo by Pymouss, License CC BY-SA 4.0

Der Palais Saint-Georges

Die Äbtissin Magdelaine de la Fayette leitete den Bau im Jahr 1670 durch den Architekten Pierre Corbineau. Der Name der Äbtissin ist übrigens in Grossbuchstaben auf der Fassade angeschrieben.

Der Jardin du Palais Saint-Georges ist sehr schön angelegt und gepflegt.

Diese 5 m hohe Bronzeskulptur mit dem Titel Le Magicien wurde von Jean-Michel Sanejouand im Jahr 2005 geschaffen.

Das Mémorial de la Seconde Guerre mondiale (Gedenkstätte für den Zweiten Weltkrieg) am Square de la Motte

Das Hôtel de la Préfecture oder Hôtel de Cornulier, nach der Revolution beherbergte es die Präfektur Ille-et-Vilaine. Nach dem Bau der heutigen Präfektur im Stadtteil Beauregard dient das Gebäude nun als offizielle Residenz für den Präfekten der Bretagne und Ille-et-Vilaine.

Wir wollen zum Parc du Thabor….

…. auf dem Weg dahin kommen wir an der Église Notre-Dame-en-Saint-Melaine vorbei. Die ursprünglich dem heiligen Melanius geweihte Kirche, der im 6. Jahrhundert Bischof von Rennes war, wurde nach der Aufhebung des Klosters während der Revolution im Jahr 1791 zur Pfarrkirche. Von 1803 bis 1844 war die Kirche Kathedrale unter dem Patrozinium des heiligen Petrus (Saint-Pierre). 1844 wurde sie wieder Pfarrkirche und gleichzeitig der Mariä Himmelfahrt geweiht.

Der Parc du Thabor ist ein 10 ha grosser Park, der im 18. Jahrhundert angelegt wurde. Sein Name bezieht sich auf einen Berg mit Blick auf den See Genezareth, den Berg Thabor. Die Besonderheit des Parks besteht darin, einen französischen oder auch Barockgarten, einen englischen Garten und einen botanischen Garten zu verbinden.

Le Tireur d’épine (der Dornenauszieher)

Skulptur, die von Studenten der Schönen Künste aus Rennes zwischen 1889 und 1895 geschaffen wurde, es handelt sich um eine Kopie der Skulptur des Louvre oder von Versailles.

Der Kiosque du Thabor

L’Enlèvement d’Eurydice (Die Entführung von Eurydike), eine Skulptur von Charles Lenoir aus dem Jahr 1890

Kunstvoller Schnitt!

Skulptur La Chasse de Diane (Die Jagd der Diana) von Charles Joseph Lenoir aus dem Jahr 1894.

Eine Luftaufnahme des Parc du Thabor

Photo by IGNF Institut national de l’information géographique et forestière, Licence Ouverte

Jardin Botanique et Roseraie (Botanischer Garten und Rosengarten)…. auf dem Foto oben rechts die kreisförmige Anlage

Die beliebteste Rose der Welt im Jahr 2025…. die englische Strauch- und Kletterrose Gertrude Jekyll (Züchtername Ausbord) wurde von der World Federation of Rose Societies zur Weltrose 2025 (World’s Favourite Rose) gekürt. Sie setzte sich bei der weltweiten Abstimmung gegen zahlreiche Sorten durch und ist für ihren intensiven Duft und ihre kräftigen, pinkfarbenen Blüten bekannt.

Leider blüht sie noch nicht.

Gertrude Jekyll war eine berühmte Gartenarchitektin und Autorin, die den Stil englischer Gärten von heute stark beeinflusst hat. Sie setzte sich für die Einbeziehung von Rosen in gemischte Beete ein und schuf über 400 malerische Gärten im Vereinigten Königreich, auf dem europäischen Kontinent und in Amerika

So sehen die Blüten aus:

© 2026 David Austin Roses
© 2026 David Austin Roses

Die Rose Ingrid Bergman…. auch die blüht leider noch nicht

Einige blühende Pflanzen

Wir verlassen den Parc du Thabor und gehen wieder Richtung Stadtzentrum.

Von den 230’000 Einwohnern sind etwa 68’000 Studenten…. da gehört so etwas auch zum Stadtbild! 😬

Local Libertaire La Commune

An der Place Pasteur….

…. ist das Kunst oder eine Materiallieferung für bevorstehende Bauarbeiten?

Mit der Bildersuche bei Google werde ich tatsächlich fündig….

…. es hängt mit der Nutzung des daneben befindlichen Hôtel Pasteur zusammen…. 1888 erbaut, beherbergte es zuerst die Fakultät für Naturwissenschaften und dann bis 2018 die Fakultät für Zahnmedizin. Seitdem wurde das Hôtel Pasteur saniert und umgebaut und ist Standort für einen Kindergarten, für das Édulab, einen innovativen und kollaborativen Raum für digitale Bildung und das Hôtel à projets (Projekthotel), das es jungen Talenten ermöglicht, ihre Fähigkeiten in einem öffentlich zugänglichen Umfeld einzusetzen.

Und jetzt kommt’s:
Vor diesem Hintergrund innovativer städtebaulicher Nutzungen wurde SAGA beauftragt, die Stadtmöblierung der Place Pasteur neu zu gestalten. Das neue, dauerhafte Layout umfasst Wartebereichsmöbel, Sitzgelegenheiten, Ruhezonen, einen spielerischen Entdeckungsbereich für Kinder, Bühnenmöbel und Beschilderung und bietet den Stadtbewohnern vielfältige neue Aufenthalts- und Nutzungsmöglichkeiten.

Da sitzt niemand…. was auch nicht weiter verwunderlich ist….

…. denn eine gewöhnliche Sitzbank wäre wesentlich bequemer gewesen! 🤣 🤣 😜

Place Saint-Germain mit der Église Saint-Germain im Hintergrund

Auf der Place de la République…. merkwürdig, da sitzen Leute auf den Bänken…. woran das wohl liegt? 😂

In der Fussgängerzone…. die Rue de Rohan….

…. und die Rue de l’Horloge….

…. und der folgenden Rue du Champ Jacquet

Place du Champ Jacquet mit wunderschönen Fachwerkhäusern im historischen Herzen der Stadt, im Quartier Centre. Der Platz ergibt sich aus der Kreuzung der Rue du Champ Jacquet und der Rue Leperdit.

Statue von Jean Leperdit, Schneidermeister und kurzzeitig Bürgermeister von Rennes von Februar 1794 bis Oktober 1795

In der Bar du Champ Jacquet rechts trinken wir etwas…. allerdings drinnen…. es ist ungemütlich windig draussen!

Gleich nebenan machen wir unsere erste Erfahrung mit der Marke UNIQLO. Der ehemalige Schweizer Tennisspieler Roger Federer wird von UNIQLO gesponsert, daher ist uns die Marke bekannt, aber Produkte dieser Firma haben wir in der Schweiz noch nicht gesehen. Und hier in der Rue du Champ Jacquet ist gleich ein ganzes Kaufhaus von UNIQLO.

Kurz und knapp…. sie haben gut verarbeitete sportliche Kleidung zu fairen Preisen, wir kaufen etwas ein. Später, nach der Rückkehr von dieser Reise, bestellen wir online noch einige Teile…. und das bestimmt nicht zum letzten Mal!

Die grosse und zentrale Place Sainte-Anne….

…. die Jüngerbar (oft als Jägerbar bezeichnet) ist eine beliebte Cocktail- und Party-Location

Auch hier gibt es viel Fachwerk!

Eine typische Brasserie

Le Carrousel du Palais auf der Place Sainte-Anne, das von einem Liebhaber der Jahrmarktskunst geschaffen wurde, hat seinen Platz im Quartier Sainte-Anne im Herzen der Altstadt von Rennes gefunden. Ein zweistöckiges Karussell aus Holz mit einem Durchmesser von 13 Metern, das fachgerecht restauriert wurde, zur Freude von Gross und Klein.

Die Basilique Saint-Aubin en Notre-Dame-de-Bonne-Nouvelle de Rennes, zwischen 1884 und 1904 erbaut

Trotz des kühlen und trüben Wetters…. die Beizen sind voll…. auch draussen!

In der Rue de la Visitation auf dem Rückweg zur Bushaltestelle an der Place de la République….

…. wieder in der Rue du Champ Jacquet

Schöne Stadt…. uns gefällt’s sehr gut in Rennes…. morgen geht’s trotzdem wieder an’s Meer!

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