6. und 7. Tag: Hansestadt Lübeck…. Teil 1…. die Stadt gefällt uns viel besser als Hamburg!

Montag, 10.8.2026

Wir verlassen den Elbepark Bunthaus Hamburg nach Frühstück, Dusche und Wasser auffüllen Richtung Lübeck. Etwa 70 km bedeutet eine gute Stunde Fahrt. Bevor wir zum Campingplatz fahren, gehen wir noch einkaufen und füllen die Vorräte auf.

Map data ©2026 Google

Der Campingplatz Lübeck-Schönböcken ist der einzige Campingplatz in Lübeck. Es gibt einige offizielle Stellplätze, für eine Nacht wäre das auch ok, aber da wir 2 Nächte bleiben wollen, ist der Campingplatz für uns die bessere Lösung.

Die Buslinie 2 oder 8 fährt direkt vor dem Campingplatz los, Haltestelle Schönböckener Hauptstrasse…. aussteigen kann man an den Haltestellen Lübeck ZOB (beim Hauptbahnhof) oder am Holstentorplatz…. mehr Zentrum geht fast nicht!

Regula ist etwas müde…. ich fahre am späteren Nachmittag allein nach Lübeck hinein. Gleich nach dem Aussteigen aus dem Bus stehe ich auf dem Holstentorplatz vor dem Wahrzeichen von Lübeck, dem Holstentor (Holstein-Tor), ein spätgotisches Gebäude, das zu den Überresten der Lübecker Stadtbefestigung gehört und im Jahr 1478 fertiggestellt wurde.

Concordia domi foris pax

Eintracht innen, draussen Friede

Das ist eine verkürzte Form der Inschrift, die zuvor auf dem nicht erhaltenen Vortor gestanden hatte: 

Concordia domi et foris pax sane res est omnium pulcherrima 

Eintracht innen und Friede draussen sind in der Tat für alle am besten

Rechts hinter dem Holstentor sieht man den Turm der St. Petri Kirche

Fotos von der Vorderseite des Holstentors gibt’s beim Besuch morgen…. jetzt sind die Lichtverhältnisse nicht gut.

Einige Infos zur Hansestadt Lübeck…. sie ist eine kreisfreie Grossstadt im Norden Deutschlands und liegt im Südosten Schleswig-Holsteins an der Lübecker Bucht, einer Meeresbucht der Ostsee. Lübeck ist mit rund 220’000 Einwohnern nach der Landeshauptstadt Kiel die zweitgrösste und hinsichtlich der Fläche die grösste Stadt in Schleswig-Holstein.

Blick von der Holstenbrücke auf die Trave und die Uferstrasse An der Obertrave

Blick vom Kolk in die Kleine Petersgrube…. hier ist das KOLK 17 gGmbH Figurentheater & Museum, ein 1982 eröffnetes Museum mit Sammlungen aus der Welt des Figurentheaters mit mehr als 30’000 Exponaten.

Die St. Petri Kirche wurde erstmals im Jahr 1170 erwähnt. Ihre heutige architektonische Gestalt als fünfschiffige gotische Hallenkirche hat St. Petri seit dem 15. Jahrhundert. Seit der Reformation in Lübeck im Jahr 1530 ist St. Petri eine evangelische Kirche und seit 1987 ist sie Kirche für die ganze Stadt ohne eigene Gemeinde.

Der historische Marktplatz Lübeck mit Blick auf die Rathausarkaden

Die runden Löcher in den Ziermauern der Fassade zum Markt hin haben den Zweck, den Wind zu brechen und die Fassade vor zu starkem Winddruck zu schützen. Die runden Löcher zur Marienkirche hin dienen nur der Zierde.

Das historische Rathaus von Lübeck zählt zu den bekanntesten Bauwerken der Backsteingotik.

Im Hintergrund sieht man die Türme von St. Marien zu Lübeck….

…. die Kirche befindet sich auf dem höchsten Punkt der Lübecker Altstadtinsel. Sie ist eine der grössten Backsteinkirchen, sie wird sie auch als Mutterkirche der Backsteingotik bezeichnet, sie gilt als ein Hauptwerk des Kirchenbaus im Ostseeraum und ist Teil des UNESCO-Welterbes Lübecker Altstadt.

Die Bronzefigur Der Teufel an der Marienkirche wurde 1999 von dem Künstler Rolf Goerler geschaffen. Die Figur spielt auf die berühmte Gründungsage der Kirche an, nach der der Teufel beim Bau half, weil er glaubte, es entstehe ein Wirtshaus. Die golden glänzenden Stellen an Kinn und Hörnern stammen vom häufigen Berühren durch Besucher, da dies angeblich Glück bringt 😜.

Das war’s für heute…. morgen geht’s nochmal einen vollen Tag in die Lübecker Altstadt.


Dienstag, 11.8.2026

Heute fahren wir mit dem Bus bis zur Haltestelle Lübeck ZOB (beim Hauptbahnhof) und laufen Richtung Holstentor.

Origineller Kiosk…. Fischkonzept an der Fackenburger Allee / Ecke Puppenbrücke

Die markante Skulptur im Bild ist die allegorische Figur der Freiheit auf der historischen Puppenbrücke. Sie wurde entworfen vom Bildhauer Dietrich Jürgen Boy zwischen 1774 und 1776, bei der abgebildeten Skulptur handelt es sich um eine Kopie aus Kunststein von 1984.

Die Merkur-Statue und eine dekorative Vase auf der Puppenbrücke

Das Holstentor…. heute Vormittag von vorn…. die Rückseite des Tors zeigt lichtbedingt flaue Farben auf dem Foto.

Um die Vorderseite vollständig zu fotografieren, müsste man sich mitten auf die stark befahrene Holstenstrasse stellen….

…. das ist keine gute Idee! 😜

Die Inschrift S.P.Q.L. ist eingerahmt von den Jahreszahlen 1477 und 1871. Ersteres war das vermeintliche Datum der Erbauung, das korrekte Datum ist, wie man inzwischen weiss, 1478, letzteres das Datum der Restaurierung sowie der Gründung des Deutschen Reiches. Diese Inschrift hatte das römische S.P.Q.R., lateinisch Senatus populusque Romanus, deutsch Senat und Volk Roms zum Vorbild und sollte entsprechend für Senatus populusque Lubecensis stehen. Sie wurde 1871 angebracht.

Die Salzspeicher an der Obertrave direkt neben dem Holstentor, sie wurden zwischen 1579 und 1745 erbaut

Wir laufen auf der Uferstrasse An der Obertrave

Die Kunsttankstelle

Lübecker Barkassenfahrt

Die Musikhochschule Lübeck

Schöne Strasse, schöne Häuser!

Keine spektakulären Sehenswürdigkeiten, aber einfach eine schöne und gepflegte Strasse!

Auch am gegenüberliegenden Ufer der Trave in der Wallstrasse gibt’s schöne Häuser…. nur moderner!

Die Promenade An der Obertrave ist zu Ende…. jetzt geht’s über den Kleinen Bauhof (die Strasse heisst wirklich so!) direkt zum Lübecker Dom, der erste grosse Backsteinkirchbau an der Ostsee und mit fast 132 Metern Länge eine der längsten Backsteinkirchen. 1173 wurde der Lübecker Dom von Heinrich dem Löwen begründet und 1247 geweiht.

Die heutige Domorgel wurde 1970 von der dänischen Orgelbaufirma Marcussen & Søn aus Apenrade erbaut. Das Instrument wurde nicht im Westwerk aufgestellt, wo sich bis 1942 die grosse Schnitger-Orgel befand, sondern an der Wand des nördlichen Seitenschiffes erbaut, weil man das Westwerk freihalten wollte.

Das 17 Meter hohe Triumphkreuz des Lübecker Künstlers Bernt Notke.

Die von-Lente-Kapelle, ein barockes Epitaph bzw. Grabmonument. Es wurde um 1695 von dem Bildhauer Thomas Quellinus geschaffen.

Die zahlreichen Seitenkapellen des Lübecker Doms sind in der Wikipedia sehr gut dokumentiert.

Das Epitaph beziehungsweise den Portalaufbau der von-Gusmann-Kapelle…. die Kapelle geht im Kern auf das Mittelalter zurück und wurde 1735/1738 von Ernst Friedrich von Gusmann, Erbherr auf Wichmannsdorf, erworben und im Barockstil umgestaltet.

Der historische Altar der kanonischen Tageszeiten, auch Horenretabel genannt, aus dem 1. Drittel des 15. Jahrhunderts. Die Malereien auf den Holztafeln zeigen Szenen der Passion Christi sowie Bezüge zu den kanonischen Stundengebeten (Tageszeiten) des Mittelalters.

Das Bronzegrabmal von Bischof Heinrich II. von Bocholt, das Werk wurde von dem Erzgiesser Johann Apengeter geschaffen. Es zeigt eine lebensgrosse, halbplastische Liegefigur des Bischofs auf einer bronzenen Platte, mit erhobener Segenshand und Bischofsstab.

Das historische Pastorenbild des Geistlichen August Joachim Wendt…. er war ein deutscher evangelisch-lutherischer Geistlicher und Archidiakon am Lübecker Dom. Er ist in schwarzer Amtstracht mit einer traditionellen weissen Halskrause zu sehen. Am unteren Rand des Bilderrahmens befindet sich eine ausführliche goldfarbene Inschriftentafel zu seinem Leben und Amt.

Das markante Epitaph erinnert an den Fürstbischof August Friedrich von Schleswig-Holstein-Gottorf und seine Frau Christine von Sachsen-Weissenfels. Flankiert wird das barocke, schwarz-gold gefasste Epitaph von zwei lebensgrossen Putten aus weissem Marmor.

Gewidmet ist es August Friedrich (1646–1705), Administrator des Hochstifts Lübeck, und seiner Gemahlin Christine (1656–1698)

Hier wird saniert und restauriert….

…. es ist eine begehbare Baustelle

Der goldene Löwe (auch als Löwin bezeichnet), der an den Gründer der Kirche, Heinrich den Löwen, erinnert.

Zwischen 2026 und ca. 2033 muss die Sanierung der Doppelturmanlage durchgeführt werden:

Mehrere Kriege, handwerkliche Fehler in seiner Baugeschichte sowie Witterungseinflüsse haben deutliche Spuren am mehr als 750 Jahre alten Dom hinterlassen: die Aussenschale bröckelt gefährlich, Turmanker sind korrodiert und drohen herauszufallen, was die Turmstabilität schwächt. Die bevorstehende Sanierung der Domtürme inklusive des Mauerwerks wird acht bis zehn Jahre dauern und über 23 Mio. € kosten.

Heinrich-der-Löwe-Denkmal

Zeit für einen Unterbruch…. sonst wird die Seite zu lang! 😜

Hier geht’s weiter mit Teil 2

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