40. Tag: Bodegas Baigorri, Ysios und Marques de Riscal…. und weiter nach Olite

Mittwoch, 8.6.2022

Zunächst fahren wir in’s Rioja Alavesa, das zur baskischen Provinz Álava (bask. Araba) gehört.

Map data ©2022 Google

Die Landschaft ist wunderschön….

…. und viele Orte hätten einen Besuch oder einige Fotos verdient…. so viel Zeit haben wir gar nicht!

Ábalos gehört noch zum Rioja Alta

Samaniego…. hier befinden wir uns in der Provinz Álava in der Autonomen Gemeinschaft Baskenland

Die Bodegas BAIGORRI in Samaniego…. das Motto La Arquitectura del Vino (dt. die Architektur des Weins) setzen auch einige andere Bodegas um. Bodegas BAIGORRI ist ein symbolträchtiges Gebäude und eine weltweite Referenz in der Ausrichtung seiner Architektur auf den Prozess der Weinherstellung durch Schwerkraft. Das Projekt der Bodegas BAIGORRI wird nach Kriterien durchgeführt, die darauf abzielen, die Qualität ihrer Weine zu erreichen, indem sie zu den traditionellen Systemen zurückkehren und die Schwerkraft als ihren wichtigsten Verbündeten zurückgewinnen.

Die Bodega wurde von dem Architekten Iñaki Aspiazu entworfen, gebaut und im Jahr 2002 eröffnet. Eine Kreation, die auf die besondere Art der Herstellung unserer Weine ausgerichtet ist, und ein Massstab für moderne Architektur, die sich in die Landschaft einfügt und gleichzeitig die Umgebung respektiert, in der sie sich befindet.

Seitenschnitt des Gebäudes

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Die Schwerkraft spielt eine Schlüsselrolle bei der Weinherstellung

Der gesamte Prozess wird durch die Schwerkraft vertikal durchgeführt, um die Integrität der Trauben zu bewahren, damit sie unversehrt zur Gärung gelangen. Alle Bewegungen der Trauben oder des Weins erfolgen durch die Schwerkraft, so dass jede Art von mechanischem Umpumpen vermieden wird.

Es gibt keinen Trichter an der Annahmestelle und keine Pumpen zum Transport der Trauben oder zum Umpumpen in die Fässer, was die Trauben beschädigen könnte. Das funktioniert auf dem gesamten Weg von den Sortiertischen bis zur Abfüllung des Weins über alle unterirdischen Etagen der Kellerei, wodurch alle Phasen des Prozesses optimiert worden sind.

Die Weinreben der Bodegas Altún in Mañueta, das ist einige Kilometer von hier entfernt, liegt aber nicht an unserer heutigen Route.

Dolmen de El Sotillo….

Die Entwicklung der Beulenpest in Eurasien seit der Jungsteinzeit wurde durch die Analyse des alten Erbguts von Yersinia pestis aufgezeigt. Dieses Erbgut wurden in den Zähnen von 252 Individuen gefunden, die vor 5’000-2’500 Jahren in Eurasien lebten, darunter auch in einem Dolmen von El Sotillo (Rioja Alavesa). Der Leichnam wurde vor etwa 3’300 Jahren vergraben und ist der älteste Nachweis von Yersinia pestis auf der iberischen Halbinsel.

…. in der Gegend von Laguardia gibt es einige Dolmen und eine Ruta de los dólmenes

Etwas ausserhalb von Laguardia liegen die Bodegas Ysios….

…. das Kellereigebäude wurde vom valencianischen Architekten Santiago Calatrava entworfen und durch Ferrovial ausgeführt. Auftraggeber war Pernod Ricard (Bodegas Domecq). Das Gebäude ist so konzipiert, dass es sich in die hügelige Landschaft der Sierra de Cantabria integriert. Der Bau der Kellerei wurde 1998 begonnen und 2001 eingeweiht. Das Gebäude ruht auf zwei Stahlbetontragwänden die sich in einem Abstand von 26 Metern auf einer Gesamtlänge von 196 Metern voneinander erstrecken. Diese Wände sind durch vertikale Leisten aus mit Kupfersalzen behandeltem Holz verbunden, die sinus- und kosinusförmig an eine Reihe von liegenden Fässern erinnern. Das Dach ist aus Holzbalken gefertigt, die auf den Seitenwänden ruhen. Diese nehmen die wellenförmige Oberfläche als Motiv auf. Das hierfür verwendete Material ist mit einer Aluminium-Aussenverkleidung versehen, die mit dem Holz der Wände kontrastiert. Im Inneren der Kellerei setzt sich die avantgardistische Gestaltung des Exterieurs fort.

Die Werke von Santiago Calatrava haben wir schon an einigen Orten gesehen, z.B. die Puente del Alamillo über den Guadalquivir in Sevilla, die Fussgängerbrücke Zubizuri über die Ría de Bilbao in Bilbao und natürlich die Ciutat de les Arts i les Ciències in València.

Von oben per Drohne sieht es so aus!

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A Tribute to Santiago Calatrava’s project…. Bodegas Ysios

Leider können wir innen nichts anschauen, das geht nur über eine Führung…. und da wir gestern schon eine Führung hatten, muss es heute nicht schon wieder sein. Das gilt auch für die nächste Bodega.

Übrigens, und das gefällt uns ganz und gar nicht, geht’s in diesen edlen Bodegas ziemlich elitär zu…. man fühlt sich da nicht unbedingt als Kunde willkommen…. eher als Störenfried. Und auch wenn wir auf der Durchreise an solchen Orten aus Platz- und Gewichtsgründen nichts einkaufen, den Namen der Bodega, wenn sie uns unangenehm auffällt, den merken wir uns für die Zukunft.

Zu nächsten und letzten Bodega für heute sind es nur 7 km…. in Laguardia führt die Strasse am Ort vorbei…. auch Laguardia wäre sehenswert gewesen…. wie so Vieles hier im Norden Spaniens.

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Nächster Ort ist Elciego (bask. Eltziego) und das Ziel dort sind die Bodegas Marqués de Riscal. Sehenswert ist das Hotel, das von Frank Gehry entworfen wurde. Auch von ihm haben wir schon einige Werke gesehen…. erst kürzlich das Museo Guggenheim in Bilbao, das Vitra Design Museum in Weil am Rhein und El Peix d’Or (dt. der Fisch aus Gold) in Barcelona.

Estatua de hombre con uvas de vino en la cesta (dt. Statue eines Mannes mit Weintrauben in einem Korb)

Auch wenn man das Hotel sieht…. es gibt von aussen keinen direkten Zugang. Also gehen wir erst mal den offiziellen Weg über den Besuchereingang der Bodegas Marqués de Riscal, durch den Shop und in das Restaurant. Dort essen wir erst mal ein paar Tapas und trinken was, sehr gut übrigens und gar nicht teuer!

Dort frage ich an der Info nach dem Zugang zum Hotel…. nein, das ist privat, da dürfe man nur mit Reservierung hin. Auch nicht, um ein paar Fotos zu machen? Nein! Ja, aber da ist doch ein Restaurant und wir möchten dort gern was essen…. plötzlich ging die verriegelte Tür auf und wir durften passieren. Zum Glück hatte die Dame nicht gesehen, dass wir uns vorher im Raum daneben verköstigt hatten! 😀

Ziemlich schräg, was Frank Gehry da abgeliefert hat….

…. wir schwanken heute noch, ob wir es als geniale Kunst oder als Trash einstufen sollen! 😀

Hier noch ein Video von Marqués de Riscal, in dem auch Frank Gehry zu Wort kommt

Iglesia de San Andrés

Obwohl das Wetter heute auch wieder überwiegend grau aussieht, ist es doch recht schwül und warm. Wir machen uns langsam Gedanken über die Heimfahrt, da gibt es zwei Optionen: entweder über Zaragoza (das kennen wir noch nicht), Barcelona und das Rhônetal fahren…. oder wieder zurück durch das Baskenland über Bordeaux nach Hause fahren. Gegen die Variante 1 spricht, dass morgen in Zaragoza über 40° erwartet werden, während an der Nordküste noch angenehme 25°, allerdings mit steigender Tendenz, herrschen…. sehr wahrscheinlich wird es Variante 2.

Wir fahren weiter nach Olite, die ehemalige Hauptstadt des Königreichs Navarra. An Logroño, der Hauptstadt der Provinz und der Autonomen Gemeinschaft La Rioja lassen wir aus, obwohl es dort auch einige Sehenswürdigkeiten gibt…. aber irgendwie haben wir grad keine Lust auf Grossstadt.

Photo by Adam Jones, License CC BY-SA 2.0

In Olite gefällt uns die Área Autocaravanas Olite-Erriberri nicht besonders…. der Platz ist zwar sehr zentral, aber es herrscht starker Wind, es ist sehr staubig. Der örtliche Camping de Olite ist uns zu weit ausserhalb…. also doch den staubigen Platz! 😀

Olite (bask. Erriberri) hat ca. 4’000 Einwohner. Die grösste Sehenswürdigkeit ist der Palacio Real de Olite, der ehemalige königliche Palast. Leider kommen wir kurz vor 17 Uhr an…. kurz vor der Schliessung, wir können nicht mehr rein….

Photo by Joran, License CC BY 3.0

…. es gibt leider nur Fotos von aussen!

Die Iglesia de Santa María la Real…. leider auch schon geschlossen!

Plaza de Carlos III El Noble

Zum Abendessen erleben wir im La Chica an der Plaza de Carlos III El Noble den wohl schönsten Abend unserer Reise. Das Essen ist sehr gut, mein Carpaccio de ternera (dt. Carpaccio vom Rind) ist ausgezeichnet, ebenso Regulas Arroz caldoso de marisco (dt. Reis mit Meeresfrüchten). Auch der lokale Wein ist Spitze! Das Schönste war, dass auf der Terrasse des La Chica einige Einheimische Musik machten…. super…. eine phantastische Stimmung war das!

Nochmal die Plaza de Carlos III El Noble…. etwa um 22 Uhr

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