28. Tag: Porto…. Tag 1…. Centro Histórico

Donnerstag, 11.5.2023

Porto…. für uns Liebe auf den 2. Blick…. wir müssen vom Campingplatz erst mal eine Stunde Bus fahren bis zur Metrostation und dann noch ein paar Stationen mit der Metro zum Rand der Altstadt…. beides zusammen dauert fasst 1 1/2 Stunden. Dazu kommt das sehr benutzerunfreundliche Ticketsystem der Metro. Kein Vergleich zu València oder Madrid, wo man einfach eine 10er Karte am Automaten rauslässt oder online per App bestellt und fertig!

Vor uns sind mehrere Leute vom Campingplatz am Automaten…. die sind am Verzweifeln! 😈

Nach einigen Versuchen gelingt es uns, eine andante-Karte herauszulassen…. zwar die richtige Karte, aber mit dem falschen Tarif, wie sich später herausstellen sollte…. aber zum Glück werden wir nicht erwischt! Es scheint, dass man hier softwaremässig den aktuellen Möglichkeiten ziemlich hinterher hinkt…. bei den Berechnungen der Gebühren für die Autobahn ist es gleichermassen umständlich.

© transportes online

Das Rollmaterial der Metro do Porto ist sehr modern…. es sind Eurotram-Triebwagen von Bombardier Transportation.

Foto by Barcex, License CC BY-SA 3.0

Wir steigen an der U-Bahnstation Trinidade aus….

…. gegenüber an der Rua da Trindade steht die Igreja da Santíssima Trindade (Kirche der Dreifaltigkeit)

Gestern hatten wir uns online Tickets für die Besichtigung der Livraria Lello (Buchhandlung Lello) besorgt, die zu den schönsten Buchläden Europas und der Welt gehört…. dahin machen wir uns jetzt auf den Weg und kommen an allen möglichen interessanten und weniger interessanten Gebäuden vorbei…. der Ärger über die Tickets ist verflogen und wir geniessen Porto.

Allgegenwärtig im Stadtbild…. die Azulejos!

Baustelle…. die Fassade wird erhalten, dahinter wird alles neu gebaut…. sehr aufwendig, aber das historische Stadtbild bleibt!

Busto de Homenagem a Guilherme Gomes Fernandes (Büste zu Ehren von….)

Guilherme Gomes Fernandes half bei der Gründung der Humanitären Vereinigung Freiwilliger Feuerwehrleute und des Öffentlichen Heilskorps, die in Portugal nach und nach die Funktionen der Brandbekämpfung und der sofortigen Hilfe für die Bevölkerung übernahmen. Er wurde 1877 Kommandant der Feuerwehr. 1888 bekämpfte er als Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr des Hafens den Brand des Teatro Baquet.

Wir sind nicht die Einzigen, die um 12.30 Uhr einen Termin für die Besichtigung….

…. der Livraria Lello (Buchhandlung Lello) haben….

…. innen ist ein ziemliches Gedrängel…. kein Wunder, die Buchhandlung ist wunderschön….

…. aber keine Chance, Fotos ohne störende Besucher zu machen….

…. bestimmt bin ich als störender Besucher auch auf einigen Fotos drauf! 😀 😀

Nicht nur die schönste Buchhandlung der Welt….

…. sondern auch die vollste Buchhandlung der Welt! 😀

Wir haben das Gefühl, dass die hier nicht mehr vom Bücherverkauf leben, sondern von den zahlenden Besuchern…. der Eintritt kostet 5 €…. der wird angerechnet, wenn man was kauft. Ich habe irgendwo gelesen, dass sich Kunden über ziemlich überhöhte Buchpreise beklagt haben. Diese Sonderausgabe des Klassikers Der kleine Prinz hätten wir vielleicht gekauft…. gab’s aber leider nicht in deutscher Sprache.

Schluss mit dem Gedrängel…. wir sind wieder draussen auf der Praça de Gomes Teixeira…. dieses Gebäude ist das Hauptgebäude der Universidade do Porto (Universität Porto)

Der Fonte dos Leões (Löwenbrunnen), ein im römischen Stil errichteter achteckiger Marmorbrunnen aus dem 19. Jh. mit 4 Löwenstatuen.

Die Igreja do Carmo oder Igreja da Venerável Ordem Terceira de Nossa Senhora do Carmo (Kirche des Dritten Ordens Unserer Lieben Frau vom Berg Karmel) im Rokokostil wurde zwischen 1756 und 1768 erbaut. Diese Kirche ist auf der rechten Seite, links, die ältere Kirche, ist die Igreja dos Carmelitas oder Igreja dos Carmelitas Descalços (Kirche der Karmeliter oder Kirche der unbeschuhten Karmeliter), die zwischen 1616 und 1628verbaut wurde.

Die Seitenfassade der Igreja do Carmo ist mit grandiosen Azulejos verkleidet, die Szenen der Gründung des Karmeliterordens und den Berg Karmel darstellen. Die Komposition wurde von Silvestre Silvestri entworfen, von Carlos Branco gemalt und in den Fabriken von Senhor do Além und Torrinha in Vila Nova de Gaia im Jahr 1912 ausgeführt.

Photo by Vitor Oliveira, License CC BY-SA 2.0

Mit classictours kann man sich auch rumkutschieren lassen…. elektrisch!

Das historische Tram Linie 18 verbindet die Oberstadt von Porto mit der Unterstadt, also den Stadtteilen entlang des Flusses Douro. Hier die Haltestelle am Campo dos Mártires da Pátria (Feld der Märtyrer des Vaterlandes) neben der Praça de Lisboa.

Bevor ich das wieder vergesse…. ein paar Facts über die Stadt Porto…. der Name der Stadt heisst auf deutsch ganz einfach Hafen, sie liegt am Nordufer des Rio Douro an dessen Mündung in den Atlantik. Die Stadt hat etwa 240’000 Einwohner. Zusammen mit Vila Nova de Gaia am gegenüberliegenden Ufer des Douro bildet sie den Kern der Metropolregion Porto (port. Área Metropolitana do Porto, kurz AMP), in der 1.76 Millionen Menschen leben. Das historische Zentrum gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Porto ist namensgebend und bekannt für den Portwein, der aus seinem Anbaugebiet Alto Douro nach Porto transportiert, im angrenzenden Vila Nova de Gaia gelagert und von Porto in die Welt exportiert wird. 2001 war Porto Kulturhauptstadt Europas.

Es ist die Stadt, die Portugal seinen Namen gab…. von klein auf (ca. 200 v. Chr.), als es Portus Cale hiess und später zur Hauptstadt der Grafschaft Portucalense wurde, aus der Portugal entstand. Auch Portugal war muslimisch besetzt und wurde in Rahmen der Reconquista unter Hilfe von christlichen Truppen von Alfonso I de Asturias (Alfons I. von Asturien) und später von Fernando I de León (Ferdinand I. der Grosse von León) befreit…. ein Befreiungskrieg, der sich über mehrere Jahrhunderte hinzog.

Diese Infos sollten reichen…. unter den obigen Links gibt’s jede Menge Lesestoff!

In der Rua da Assunção

Comur…. exklusive Sardinenkonserven…. in der Rua de Clérigos Ecke Largo dos Lóios…. Läden gibt’s überall dort, wo viele Touristen sind!

Following 4 Pictures by The Fantastic World of the Portuguese Sardine ©2023

Weiter in der Rua de Clérigos….

…. Richtung Unterstadt

Die Estação de São Bento (Bahnhof São Bento) an der Praça de Almeida Garrett. Erste Züge fuhren bereits 1896 bis nach São Bento, das Gebäude selbst wurde 1916 in Betrieb genommen. Der Bahnhof befindet sich auf dem Gelände des früheren Klosters Mosteiro de São Bento de Avé-Maria, heute ist nur noch der Name des Klosters erhalten. 

Da gehen wir jetzt nicht runter….

…. sondern gehen etwas bergauf zur Sé do Porto, der Kathedrale von Porto, sie heisst mit vollem Namen Igreja de Nossa Senhora da Assunção (Kirche Unserer Lieben Frau von der Himmelfahrt). Seit 1996 ist die Kirche Weltkulturerbe der UNESCO. Sie steht auf einem Hügel der Altstadt, von dem aus man eine schöne Aussicht hat.

Vor der Kathedrale steht die Estátua de Vímara Peres, ein Werk von Salvador Barata Feyo aus dem Jahr 1968….

…. Vímara Peres (span. Vímara Pérez, * um 820, † 873) war ein galicischer Kriegsherr im Dienste der Reconquista auf der Iberischen Halbinsel. Als Vasall des Königs Alfonso III de Asturias (Alfons III. von Asturien) war er damit beauftragt, Gebiete im Tal des Duero (port. Douro) von den Mauren, die das westgotische Hispanien im 8. Jh. erobert hatten, zurückzuerobern. Unterstützt von Rittern aus der Region wurde Vímara so zu einem der Hauptverantwortlichen für die Repoblación (Wiederbesiedlung) der Gebiete zwischen den Flüssen Duero und Río Miño (port. Rio Minho).

Das weisse Gebäude rechts daneben ist das Museu do Tesouro da Sé do Porto (Schatzkammermuseum der Kathedrale von Porto), das auf Initiative von Erzbischof Manuel Vieira de Matos 1930 im ehemaligen Cabido-Haus installiert wurde. Die wertvolle Sammlung des Museums umfasst Keramikstücke, Möbel, Schmuck und Textilien.

Tolle Aussicht von der Terreiro da Sé (Terrasse vor der Kathedrale) zur Altstadt….

…. und auf den Douro mit den Flusskreuzfahrtschiffen und Vila Nova de Gaia

Auf der Terrasse vor der Kathedrale…. der Pelourinho do Porto (Pranger von Porto)

Nach der nationalen Politik des Estado Novo wurden die Gebäude rund um die Kathedrale 1940 abgerissen. Stattdessen wurde die gepflasterte Terrasse, die Terreiro da Sé gebaut. Der Pelourinho wurde 1945 vom Stadtrat von Porto aufgestellt. Es handelt sich um eine Nachbildung des Originals von 1797. Die Säule ist ein Symbol für den Triumph der Gerechtigkeit.

Vorbei am gotischen Kreuzgang….

…. innen mit kunstvollen Azulejos verziert….

…. geht’s in die Kathedrale und das Museu do Tesouro

Blick zum Hauptaltar

Nochmal der Hauptaltar und der Chor

Jetzt geht runter an den Douro zum Cais da Ribeira (Fluss-Kai)…. mit der berühmten Ponte Luís I, auch Ponte D. Luís I oder einfach Ponte Luis I genannt, ursprünglich als Ponte Luíz I bezeichnet…. eine Fachwerk-Bogenbrücke über den Douro.

Es ist voll hier…. rammelvoll…. aber trotzdem ist es eine sehr schöne und entspannte Atmosphäre!

Der Elevador da Ribeira…. leider ausser Betrieb, wie wir beim Rückweg feststellen werden…. ausserdem überbrückt der Aufzug maximal 1/3 der Höhe…. 2/3 müssen trotzdem auf steilen Wegen und Treppen nach oben bewältigt werden!

Es ist noch Markt auf dem Kai…. nicht Besonderes…. der übliche Touri-Kram!

Blick von der Brücke auf den Cais da Ribeira

Jetzt haben Hunger…. unsere Freundin Mar aus València hatte uns das Restaurante Terra Nova empfohlen…. eine Spitzen-Empfehlung…. wir sind mehr als zufrieden!

Draussen auf der Terrasse ist es voll, aber die sehr freundliche Kellnerin führt uns zu diesem Tisch im 1. Stock direkt an dem runden Fenster…. schöne Aussicht…. hier ist es sehr angenehm, nicht so heiss wie draussen!

© Lost Tribe Agency

Risoto nero com polvo braseado…. schwarzer Risotto mit geschmortem Tintenfisch…. göttlich!

Fertig…. fein war’s!

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Herrlich hier oben im 1. Stock….

…. wir sind allein hier oben, alle anderen drängeln sich immer noch auf der Terrasse und im Erdgeschoss!

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Photo © 2023 Panorama Group

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Kunst! 😀

Wieder draussen auf dem Cais da Ribeira

Auf das andere Ufer des Douro über die Ponte Luís I gehen wir heute nicht…. das kommt morgen dran!

Es geht wieder bergauf zur Terreiro da Sé….

…. der merkwürdige Klotz links neben der Kathedrale….

…. ist das Antiga Casa da Câmara oder Casa dos Vinte e Quatro (Haus der Vierundzwanzig)

Der Ursprung des Gebäudes geht auf das 15. Jh. zurück. Es wurde an die Muralha Primitiva, die frühe Stadtmauer, angebaut. Das Casa dos Vinte e Quatro war ein beratendes Gremium der Stadtverwaltung von Lissabon, und später anderer Städte des Königreichs Portugal und des Império Português (des portugiesischen Kolonialreichs), das sich aus Vertretern der Zünfte oder Gilden zusammensetzte. Nach dem Beginn des Liberalismus und der konstitutionellen Monarchie wurde dieses Gremium abgeschafft.

Wir steigen an der Station São Bento in die Metro ein und fahren zurück Richtung Campingplatz.

Noch mal ein Blick zur Igreja de Santo António dos Congregados an der Praça de Almeida Garrett…. leider ist dort eine riesige Baustelle…. man sieht unten rechts den Betonmischer…. ich habe die Kamera etwas höher gehalten, damit man das Chaos auf dem Platz nicht sieht!

Schluss für heute! 😀

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