26. Tag: Chipiona…. traumhafte Strände und grüne Tomaten

Dienstag, 7.5.2024

Chipiona ist ein sehr sympathisches Städtchen und es lässt sich wirklich nicht nur auf die traumhaften Strände und die grünen Tomaten reduzieren…. manchmal dauert es auch eine zeitlang, bis mir prägnante Titel einfallen…. und KI als Texthilfe möchte ich doch nicht bemühen. Oder doch?

Die KI-Funktion ist in WordPress enthalten, als Marketingmensch für Tourismus würde ich vielleicht so einen schwülstigen Titel verwenden…. nein, ich bleibe bei traumhaften Stränden und grünen Tomaten! 😂

Chipiona an der Costa de la Luz (Küste des Lichts) hat etwa 20’000 Einwohner und liegt knapp 10 km von Sanlúcar de Barrameda entfernt. Unser Campingplatz La Siesta de la Gaviota liegt auf dieser Linie…. 7 km nach Sanlúcar und 3 km nach Chipiona…. bis zum Santuario de Nuestra Señora de Regla sind es 5 km und da ist die Stadt bzw. der Strand noch lange nicht zu Ende.

Im Sommer beleben zusätzlich zehntausende fast ausschliesslich spanische Touristen das Städtchen. Und das ist einer der Pluspunkte von Chipiona…. es ist weitgehend von grösseren Hotelbauten verschont geblieben. Aber jetzt ist ja noch kein Sommer, es sind Touristen da, aber in überschaubarer Zahl.

Der Name Chipiona kommt von einem antiken, nicht mehr erhaltenen Leuchtturm an der Mündung des Guadalquivir. Er wurde von Quintus Servilius Caepio 140 v. Chr. erbaut. Vorher waren zahlreiche Schiffe an dem Riff des Piedra Salmedina, einem der Küste vorgelagerten Felsen, zerschellt. Römische Fundstücke an der Stadtgrenze konnten auf das zweite Jahrhundert v. Chr. datiert werden.

Der Campingplatz liegt inmitten eines landwirtschaftlich genutzten Gebietes. Auf dem Weg in die Stadt kommen wir an Bauernhäusern, Feldern, Plantagen, Lagerhallen usw. vorbei.

Am Ortseingang in der Avenida de Granada….

…. steht auf dem Kreisverkehr die Skulptur der Nuestra Señora de Regla oder Virgen de Regla, sie ist die Stadtpatronin von Chipiona und die Schutzpatronin der Seeleute.

Der Palacio de Ferias Exposiciones (Messe- und Ausstellungszentrum) in der Avenida de Granada….

…. und das Centro de Interpretación Rocío Jurado

Rocío Jurado oder Maria del Rocio Mohedano Jurado war eine bekannte Sängerin und Schauspielerin aus Chipiona, die 1962 verstorben ist. Sie wird in Chipiona sehr verehrt und man stösst auf Schritt und Tritt auf Denkmäler, Erinnerungstafeln und Skulpturen.

…. immer noch in der Avenida de Granada

Das CaféOlé…. Wortspiel Café au lait? 😜

Das sind die grünen (Salat-)Tomaten, die hier unter der Marke Sabor de Chipiona (Geschmack von Chipiona) angeboten werden.

Am Sonntag hatten wir diese Tomate als Tomatensalat mit Thunfisch, gehacktem Knoblauch und Olivenöl…. lecker!

Die Callle Fray Agustín Salucio….

…. und die lebhafte Geschäftsstrasse Calle Víctor Pradera mit angenehmer Beschattung

Die kleine Plaza de Pío XII mit dem Casa de la Cultura

In der Calle Isaac Peral….

…. die geradewegs zum Paseo Cruz del Mar führt

Gepflegte Querstrassen wie hier die Calle Agustina de Aragón….

…. und die Calle Fray Baldomero González

Die Skulptur La Cruz del Mar

Es ist nicht das Kreuz, das diesen Platz am Ende der Calle Isaac Peral so einmalig macht. Das Kreuz selber ist unspektakulär. Es ist das Meer, die Promenade Paseo Cruz del Mar und das Flair, das diesen kleinen Platz zu einem bezaubernden Platz macht.

1755 wurde Chipiona hart von den Folgen des Erdbebens von Lissabon getroffen. In dem Moment, in dem die Flutwelle Chipiona treffen sollte, erschien der Sage nach der Heilige Christus der Barmherzigkeit und schickte die Welle zurück ins Meer. An diesem Ort wurde ein grosses Eisenkreuz errichtet, das Cruz del Mar. Auch wenn man heute weiss, dass das Phänomen tatsächlich stattgefunden hat und man es naturwissenschaftlich nachweisen kann, wird von der Stadtkirche aus bis heute an jedem ersten November des Jahres eine Prozession zu dem beliebten Ausblicksort durchgeführt.

Das Castillo de Chipiona

Nach der endgültigen Rückeroberung von Chipiona im Jahr 1264 durch Alfonso X de Castilla und seiner Übergabe an Alonso Pérez de Guzmán, genannt Guzmán el Bueno (Guzmán der Gute) und das Haus von Medina Sidonia im Jahr 1297 (als Teil der Herrschaft Sanlúcar) bauten die Herren von Sanlúcar in Chipiona eine neue Burg, die als erste Verteidigungslinie gegen die Angriffe der Piraten aus dem Barbareskenstaat diente. Im Jahr 1303 ging die Festung nach der Hochzeit von Isabel de Guzmán, der Tochter von Guzmán el Bueno, mit Fernando Ponce de León in die Hände der aristokratischen Familie Ponce de León über.

Calle del Castillo

Zeit für einen kleinen Apéro…. die Bodega El Castillito liegt gerade am Weg!

Map data ©2024 Google, Photo by Manolo Rubio
Map data ©2024 Google, Photo by Miguel Ramses

Lecker…. ein Manzanilla superior

Eines der grösseren touristischen Häuser in der Calle Dr. Tolosa Latour

Blick zum Faro de Chipiona (Leuchtturm von Chipiona) an der Punta del Perro (Hundsspitze). Der Leuchtturm wurde 1867 in Betrieb genommen und ist der höchste Leuchtturm in Spanien.

Der Mirador Poeta José Manuel Caballero Bonald (Aussichtspunkt) und die Skulptur für den Flamencogitarristen und Komponisten Manolo Sanlúcar, eigentlich Manuel Muñoz Alcón mit der Inschrift: Wo Flamenco Musik wird und Musik Flamenco, da erklingt Manolo Sanlúcar.

Die Hinweistafel für José Manuel Caballero Bonald

Cangrejos gigantes (Riesenkrabben)…. die mehr als zwei Meter hoch sind und aus 4’300 Kilo recyceltem Stahl hergestellt wurdenwurden im Dezember 2023 auf dem Platz vor dem historischen Faro de Chipiona aufgestellt. Es handelt sich um das künstlerische Werk des lokalen Bildhauers Alfredo Zarazaga, der zwei Jahre lang an diesem Projekt gearbeitet hat.

Die Krabben, einer männlich und die andere weiblich, sind voller Details, da Zarazaga seine ganze Erfahrung aus seiner Arbeit mit Holz und Metallen eingesetzt hat. Natürlich ist es die grösste Krabbenskulptur, die es gibt, und im Mai werden sie an den Strand von Los Corrales gebracht, wo sie von den Gewässern des Golfs von Cadiz umspült werden.

Da haben wir heute Glück, dass wir sie noch an Land sehen! Hier ist ein Bericht vom CanalSur vom 24.6.2024…. da werden die beiden Krabben ganz in der Nähe im Meer platziert.

© Radio y Televisión de Andalucía

Nach dem Leuchtturm geht’s los…. die Playa de Regla…. kilometerlanger wunderschöner Sand!

In der Mitte des Fotos das Santuario de Nuestra Señora de Regla…. der Strand geht danach noch viel weiter…. fast ununterbrochen bis Rota…. das ist etwa 16 km entfernt!

Ein wunderschönes Haus in einer Traumlage…. 870’000 €….

…. nur die Uferpromenade, der Paseo Costa de la Luz, befindet sich noch vor dem Strand!

Wir schauen nach einem Restaurant, wo wir unser verspätetes Mittagessen einnehmen können…. besser gesagt, wir wissen schon wo…. aber vielleicht findet sich ja etwas Besseres! 😜

Das Monumento de la Luz (Denkmal des Lichts) am Paseo Costa de la Luz aus dem Jahr 1973. Es ist eine Hommage an die weissen Städte an der gleichnamigen Küste…. an den Lichtstrom, der Tag für Tag die Dörfer im Westen Andalusiens erhellt.

Es handelt sich um ein Werk des Bildhauers Luis Alberto Arata, dessen Thema die Lichteffekte sind, die auf den verschiedenen behandelten Oberflächen entstehen. Seine Werke sind aus Metall, insbesondere aus rostfreiem Stahl, Aluminium, usw.

Die Letras chipiona vor dem Santuario de Nuestra Señora de Regla

Das Santuario de Nuestra Señora de Regla de Chipiona (Heiligtum Unserer Lieben Frau von Regla)

Skulptur von Padre José María Lerchundi

Der Humilladero ist eine Kapelle, in der die 62 cm hohe schwarze Madonna Virgen de Regla, die Stadtpatronin Chipionas, aufbewahrt wird. Leider sind sowohl das Santuario, als auch der Humilladero, geschlossen.

Als die Araber im 8. Jahrhundert Chipiona eroberten, versteckten Eremiten das Heiligenbild in einem Wassertank, ca. 30 Meter von der Zitadelle, dem heutigen Kloster. Die Marienstatue wurde im 14. Jahrhundert durch eine Marienerscheinung wiederentdeckt. Über dem ehemaligen Wassertank wurde ein sogenannter Humilladero gebaut, eine Glaubensstätte mit dem Heiligenbild der Maria und anderen religiösen Symbolen. Sie steht bis heute neben der Sandsteinkirche Vírgen de Regla.

Neben dem Santuario…. ein Gedenkstein und eine Erinnerungstafel für Rocío Jurado

Mosaico Nuestra Señora de Regla…. Mosaik des Künstlers und Malers Diego Montalbán

So…. jetzt ist aber wirklich Zeit für la comida…. das Mittagessen! Auf dem Hinweg ist uns bereits das Restaurante AWA Beach Club am Beginn des Paseo Costa de la Luz aufgefallen…. genau da wollen wir wieder hin!

Spicy Beef Original…. Ternera, salsa picante aromática y arroz jazmin (Rindfleisch, aromatische Gewürzsauce, Gemüse, Jasminreis…. ein tolles Restaurant, angenehme Atmosphäre, sehr freundlicher und professioneller Service…. und schmecken tut’s fantastisch…. wir sind begeistert!

Frisch gestärkt machen wir uns auf dem Heimweg zum Campingplatz…. etwa 4 km.

Da waren wir vorgestern schon mal….

…. das Monumento a los Mariscadores am Paseo de las Canteras

Molino de Granja (Bauernhof-Mühle) auf der Plaza del Castillo

Gleich kommen wir an der Bodega El Castillito wieder vorbei….

…. ein Dessertwein wäre jetzt gerade richtig…. ein Moscatel muy dulce (sehr süss)…. schmeckt ausgezeichnet!

Das Monumento a Rocío Jurado an der Avenida de Rocío Jurado

Der Puerto Pesquero (Fischereihafen) und der Puerto Deportivo (Sportboothafen)

Genug für heute…. Chipiona gefällt uns ausgesprochen gut…. da sind keine gewaltigen Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, die vielen kleinen Dinge ergeben dennoch ein sehr sehenswertes Mosaik. Die Stadt strahlt ein äusserst sympathisches Flair aus, sie macht einen sehr ordentlichen und gepflegten Eindruck, wir fühlen uns hier sehr wohl!

Also doch…. viel mehr als traumhafte Strände und grüne Tomaten!

Morgen geht’s weiter nach El Puerto de Santa María.

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