25. Tag: Über Tudela nach Zaragoza

Donnerstag, 26.3.2026

Folgende Wetterlage sehen wir nach der Analyse unserer Wetter-Apps:
Das schöne Wetter im Norden Spaniens ist erst einmal vorbei.
So wie das Wetter gestern war, wird es hier die nächste Zeit bleiben…. aber ohne uns!

Zu Beginn unserer Reise war das Wetter in València über längere Zeit ziemlich schlecht, deshalb sind wir auch bis jetzt in Frankreich und Nordspanien geblieben. Nun sieht es so aus, dass im Raum València eine längere Schönwetterperiode bevorsteht…. also ab nach València!

Nach València sind es etwa 600 km…. heute fahren wir etwa 270 km nach Zaragoza, morgen machen wir dort einen Stadtbummel und übermorgen fahren war dann nach València…. so sollte das eigentlich klappen!

Map data ©2026 Google

In Tudela machen wir eine längere Pause zum Mittagessen und zur Besichtigung der Altstadt. Auf dem Parking Argentina, der sehr zentral zum Stadtzentrum liegt, sind etwa 10 Parkplätze für Wohnmobile eingezeichnet. Als wir um die Mittagszeit ankommen, finden wir problemlos einen Platz.

Tudela hat etwa 39’000 Einwohner und liegt in der Provinz Navarra (bask. Nafarroa), die gleichzeitig eine Autonome Gemeinschaft ist, die sich offiziell auf spanisch Comunidad Foral de Navarra, auf baskisch Nafarroako Foru Komunitatea und auf deutsch Foralgemeinschaft Navarra bezeichnet. 

Die Fueros de Navarra sind die historische Legislative und das Selbstverwaltungssystem von Navarra. Der Ursprung geht auf das Mittelalter mit dem Fuero General von 1238 zurück, der als Verfassung fungierte, um die Macht des Königs einzuschränken. Derzeit garantieren sie die administrative und finanzielle Autonomie der Region.

Die Umgebung vom Parkplatz ist nicht unbedingt so sehenswert!

Peluqueria Canina y Felina Ponme Guapo (Hunde- und Katzenfriseur)

Real Casa de Misericordia (Königliches Haus der Barmherzigkeit), ein Alters- und Pflegeheim

Der Paseo el Queiles

Diese Skulptur, bekannt als El Abrazo de Tudela (Die Umarmung von Tudela), wurde von Jesús Pérez Marín Bóregan geschaffen. Das Denkmal besteht aus Stein und zeigt eine Mutter mit zwei Kindern, die sich umarmen und stützen. Es handelt sich um ein Denkmal für die Opfer des Terrorismus in Spanien.

Quiosco de la Plaza Nueva, ein Musikpavillon

Der zentrale Platz ist die Plaza de los Fueros oder Plaza Nueva

Der historische Name (Plaza Nueva): der Platz wurde zwischen 1687 und 1691 erbaut. Da er ausserhalb der mittelalterlichen Stadtmauern als neuer, grosszügiger Bereich angelegt wurde, unter anderem, um die Stierkämpfe von der alten Plaza Vieja dorthin zu verlagern, nannte man ihn schlicht Plaza Nueva (Neuer Platz). Dieser Name wird von den Einheimischen noch sehr häufig verwendet.

Der offizielle Name (Plaza de los Fueros): diesen Namen trägt der Platz offiziell seit dem Jahr 1893. Er wurde zu Ehren der Fueros de Navarra, den historischen Sonderrechten und Gesetzgebungen der Region Navarra, so benannt.

Weitere historische Namen: im Laufe der Jahrhunderte wechselte der Name je nach politischer Lage mehrfach. Er hiess unter anderem auch Plaza de Toros (Stierkampfplatz), Plaza Real (Königlicher Platz), Plaza de la Constitución (Platz der Verfassung) und Plaza de la República (Platz der Republik).

Tudela…. Capital de la Verdura (Gemüsehauptstadt)

Das Wetter schwankt heute zwischen Sonne mit blau-grauem oder dunkelgrauem Himmel…. aber es bleibt trocken!

Sehr schön sieht die Plaza de los Fueros auch abends aus!

Photo by Zarateman, License CC0 1.0 Public Domain

In der Calle Concarera

Dieses Wandbild wurde von dem Künstlerduo Mots im Rahmen des Futura Tudela Festivals 2024 geschaffen. Es befindet sich an der Fassade des Mercado de Abastos (Lebensmittelmarkt). Die Arbeit ist Teil einer Reihe von urbanen Kunstinterventionen, die darauf abzielen, den öffentlichen Raum neu zu gestalten.

Wenn man das sieht, weiss man, warum Tudela die Gemüsehauptstadt genannt wird!

Weisser Spargel…. frisch gestochen!

Die Bronzeskulptur La Hortelana auf der Plaza del Mercado, auch bekannt als Homenaje a la verdura (Hommage an das Gemüse) ehrt die lokale Gemüsetradition mit der Darstellung einer Frau, die Artischocken hält. Es ist ein Werk des Bildhauers José Antonio Eslava Urra aus dem Jahr 2002.

An der Plaza Vieja (Alter Platz) steht die Catedral de Santa María de Tudela oder auch Santa María la Mayor genannt

Die Kathedrale vereint mehrere Baustile: Romanik, Gotik und Churriguerismus. Letzterer ist eine nach dem spanischen Baumeister und Bildhauer José Benito de Churriguera und seinen Brüdern und Neffen benannte iberische und iberoamerikanische Spielart des Spätbarocks im Zeitraum von etwa 1690 bis 1750.

Die westliche Puerta del Juicio (Tor des Gerichts)

Innen führt uns der Rundgang zuerst zum romanischen Kreuzgang (span. claustro románico)

Eines der Kapitelle scheint sehr wertvoll zu sein, daher der besondere Schutz

Auf dem Weg in’s Innere der Kathedrale

Plan der Kathedrale

Plan by Jialxv, License CC BY-SA 4.0

Blick zum Altarretabel (span. retablo) des Hauptaltars (span. Altar mayor)

Der Chor (span. coro)

Die Orgel (span. órgano)

Der Blumenschmuck für die bevorstehende Semana Santa (Karwoche) wird angebracht

Capilla de la Dolorosa (Kapelle der Schmerzen)

Diese Skulptur zeigt den Cristo yacente de la Cama (liegender Christus). Die Figur besteht aus Pappmaché (cartón piedra). Das Werk befindet sich typischerweise in einem Glaskasten (Urne) zur Präsentation in Kirchen oder bei Prozessionen.

Barocker Altarraum mit aufwendig geschnitzten, vergoldeten Säulen und religiösen Gemälden. Auf der linken Seite befindet sich eine polychrome Holzskulptur, die typisch für den spanischen Barock ist.

Capilla de Santa Ana (Kapelle der hl. Anna)

Cúpula de la capilla de Santa Ana (Kuppel der Kapelle der hl. Anna)

Die Kapelle verfügt über eine oktogonale Kuppel, die auf einem Tambour mit acht Fenstern ruht.

Photo by Fernando, License CC BY-SA 4.0

Die Kapelle ist ein herausragendes Beispiel für den Barockstil und wurde im 18. Jahrhundert erbaut. Im Zentrum befindet sich ein prächtiger barocker Altaraufsatz (Retablo), der zwischen 1751 und 1753 von José Ortiz aus poliertem Holz und Marmor geschaffen wurde. Er ist reichlich mit Gold verziert.

Retablo de la Virgen de los Desamparados (Altarbild der Jungfrau der Verlassenen)

Die Szene zeigt eine geschnitzte Statue der Jungfrau Maria mit dem Jesuskind auf dem Schoss. Die Statue befindet sich in einer aufwendig geschnitzten und vergoldeten Holzumgebung.

Capilla del Espíritu Santo (Kapelle des Heiligen Geistes)

Das Retablo der Capilla de Nuestra Señora de la Esperanza (Kapelle Unserer Lieben Frau der Hoffnung)

Dieses Foto zeigt das kunstvoll geschnitzte Grabmal von Mosén Francés de Villaespesa und seiner Frau Isabel de Ujué Romero. Die Figuren sind aus Alabaster gefertigt und zeigen feine Details in Kleidung und Haltung.

Isabel de Ujué Romero (ca. 13761418) war eine einflussreiche Adlige aus Tudela und eine der bedeutendsten Kunstmäzeninnen im mittelalterlichen Spanien. Sie entstammte dem mächtigen Adelsgeschlecht der Ujué und heiratete Mosén Francés de Villaespesa, den Kanzler der Könige von Navarra. Als grosse Förderinnen der Kunst liessen sie in der Kathedrale von Tudela eine prachtvolle gotische Kapelle errichten. Dort ruhen die beiden in einem aussergewöhnlichen Mausoleum.

Capilla de San Juan Evangelista (Kapelle des Heiligen Johannes des Evangelisten)

Das ist die Virgen Blanca (Weisse Jungfrau), eine romanische Skulptur aus dem 12. Jahrhundert. Sie ist aus polychromem Kalkstein gefertigt, 190 cm hoch und diente ursprünglich als Reliquiar.

Capilla de San Dionís (Kapelle des Heiligen Dionysius)

Das historische Kruzifix stammt aus dem 17. Jahrhundert. Das Bild zeigt die Skulptur vor einer ockerfarbenen Wand, flankiert von den Beschriftungen Penitente (Büsser) und Sacerdote (Priester), was auf die Nutzung dieses Bereichs für das Busssakrament hinweist.

Dieses Foto zeigt eine der historisch bedeutenden Liegefiguren (span. Yacentes, franz. Gisant), bei der die Füsse der verstorbenen Person traditionell auf einem Löwen als Symbol für Stärke und Auferstehung ruhen.

Diese Szene zeigt eine typische Karwochenprozession (Semana Santa), vermutlich aus dem 18. Jahrhundert. Die Figuren stellen die Stationen des Kreuzwegs dar, genauer gesagt, wie Simon von Cyrene Jesus hilft, das Kreuz zu tragen.
Die Skulpturen sind im barocken Stil gefertigt und sind Teil eines Paso, eines tragbaren Altars.

Der Rundgang schliesst im Palacio Decanal de Tudela (Dekanatspalast), wo sich das Museo de Tudela mit seiner Sammlung von Skulpturen, Gemälden, Goldschmiedearbeiten, liturgischen Ornamenten und Altarbildern lokaler Herkunft befindet.

Die Catedral de Santa María de Tudela ist eine eindrucksvolle und absolut sehenswerte Kathedrale. Wir sind froh, diesen Stopp auf der Fahrt nach Zaragoza hier gemacht zu haben. Und mittlerweile ist auch der Himmel ein bisschen blau 🟦 !

Dieses Foto zeigt ein farbenfrohes Wandgemälde eines jungen Gesichts, das von dem Künstler C215 im Rahmen des Avant Garde Urbano Festivals 2012 geschaffen wurde. Das Werk stammt von Christian Guémy, besser bekannt unter seinem Künstlernamen C215, einem bekannten französischen Streetart-Künstler, der sich auf Schablonentechnik spezialisiert hat.

Das Museo Muñoz Sola de Arte Moderno (Museum für Moderne Kunst)

Die Fassade wurde vom Künstler SPY mit einer Installation aus Sicherheitskameras gestaltet.

Nicht gesehen haben wir, ausserhalb der Stadt gelegen, das Monumento al Corazón de Jesús (Denkmal für das Heilige Herz Jesu). Die 12 m hohe Skulptur wurde vom italienischen Bildhauer Carlo Buzzi gebaut.

Es gäbe viel zu sehen in Tudela…. allein einschliesslich der Kathedrale sind es mindestens 23 religiöse Bauwerke, Kirchen, Klöster usw. und zahlreiche zivile Bauwerke, z.B. die Steinbrücke über den Ebro und viele weitere Gebäude oder Paläste.

An der Plaza de los Fueros gehen wir noch etwas essen….

…. Hausmannskost aus Navarra…. mit Morcilla, einer leckeren spanischen Blutwurst!

Nach dem Essen machen wir aus auf den Weg nach Zaragoza. Auf dem Camping Ciudad de Zaragoza, da waren wir schon mal, quartieren wir uns ein. Morgen geht’s in die Altstadt, das Casco Antiguo.

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