6. – 8. Tag: Geschichte und Moderne…. Cartagena

Freitag, 17.9.2021

Wir starten morgens und nehmen zunächst mal die Nationalstrasse N-332, um die bekannteren Orte auf dem Wag nach Cartagena zu durchfahren: Santa Pola, Guardamar del Segura und Torrevieja. Keiner der touristischen Orte motiviert uns zu einem Aufenthalt oder gar einer Übernachtung…. also fahren wir durch nach Cartagena.

Map data ©2021 Google

Am Nachmittag erreichen wir den Stellplatz Área de Autocaravanas y Camperpark de Cartagena. Ruhig und etwas ausserhalb der Stadt im Ortsteil Los Dolores gelegen, ÖV-Anschluss in der Nähe, ebenso der Ortsteil Santa Ana, wo sich Supermarkt und einige Restaurants befinden. Ansonsten ist alles da: Duschen, Toiletten, Waschmaschinen. Teresa, die Platzchefin, ist sehr freundlich und hilfsbereit.

Zum Abendessen geht’s in’s Restaurant El Marquesito. Spezialität sind hier rote Gambas mit «lebendem» Salz (a la sal viva). Wir bestellen das als Vorspeise…. sehr speziell ist die Zubereitung am Tisch…. eine flüssige Mischung aus Salzen wird über die Gambas gegossen, diese kristallisiert sofort und erreicht die notwendige Temperatur, um die Gambas gar zu kochen. Nach wenigen Augenblicken kann man die Gambas geniessen!

Leider kann ich das Video nicht verlinken, aber auf der Facebook-Seite von El Marquesito findet man am 24. Oktober 2021 ein kurzes Video!


Samstag, 18.9.2021

Wir fahren mit dem Bus L7 bis zum Plaza de España. Von dort aus geht’s in die Calle Carmen Richtung Calle Puertas de Murcia. Nach dem Plaza de San Sebastián beginnt die Calle Mayor bis zum Plaza Ayuntamento. Danach folgt der Plaza Héroes de Cavite und nach Überquerung der P.º Alfonso XII ist man am Hafen.

Cartagena wurde 227 v. Chr. von Hasdrubal als Qart-ḥadašt, was in der phönizisch-punischen Sprache „Neustadt“ bedeutet, also unter gleichem Namen wie Karthago, neu gegründet und war Flotten- und Militärstützpunkt, faktisch die Hauptstadt der Karthager auf der iberischen Halbinsel. 209 v. Chr. eroberten die Römer die Stadt und nannten sie in Carthago Nova um.

Die Calle Carmen ist eine wunderschöne Fussgängerzone, in deren Verlauf Richtung Calle Mayor immer wieder klassische Jugendstilhäuser stehen.

Das Gran Hotel de Cartagena am Plaza de San Sebastián ist ein modernistisches Gebäude des Architekten Víctor Beltrí, das wichtigste in der Region Murcia, das 1916 eingeweiht wurde.

Überall hängt Werbung für das jährlich stattfindende Fiesta de Carthagineses y Romanos. Bei diesem Fest wird die Eroberung Cartagenas durch die Truppen des römischen Feldherrn Publius Cornelius Scipio Africanus nachgestellt. Ausser einer vorbeiziehenden keltischen Musikgruppe bekommen wir von dem Festival nichts mit.

Hier ein Video aus dem Jahr 2018 über den Umzug am Schluss des Festivals

Wir sind in der Calle Mayor

Die Stadtverwaltung, Ayuntamiento de Cartagena, am Plaza Ayuntamiento

Gegenüber der Stadtverwaltung ist der Eingang zum Museo del Teatro Romano de Cartagena…. das lassen wir uns natürlich nicht entgehen! Das römische Theater aus dem 1. Jh. n. Chr. wurde 1987 entdeckt und ist seit 2008 der Öffentlichkeit zugänglich. Das Museum umfasst eine Ausstellung archäologischer Ausgrabungen und ein grosses Freigelände mit dem rekonstruierten römischen Theater und der Ruine der Catedral de Santa María la Mayor (die allerdings nicht zugängig war).

Auf der Webseite des Museums ist eine sehr gut gemachte 360º Virtual Tour und eine 3D Virtual Collection, bei der man sich die Exponate in 3D anschauen kann.

Hier sieht man die Ruine der Kathedrale

Sehr beeindruckend, was hier ausgegraben und rekonstruiert wurde.

Hier ist eine Animation des spanischen Fernsehens…. so hat das Teatro Romano einmal ausgesehen!

Etwas weiter östlich, nach dem Castillo de la Concepción, dessen Besuch wir uns sparen, wird unter der alten Stierkampfarena das Anfiteatro Romano ausgegraben. Kürzlich wurde die zweite von drei Phasen des Ausgrabungsprojekts des römischen Amphitheaters abgeschlossen.

Wir freuen uns darauf, evtl. in ein paar Jahren dieses Amphitheater besuchen zu können.

Der Vollständigkeit halber…. hier gibt es eine Virtual Tour durch das Castillo de la Concepción. An historischen Bauwerken gibt es so viel zu sehen, das würde für mehrere Tage reichen, z.B. die Muralla Púnica, eine der wenigen karthagischen Überreste in Spanien, oder das Casa de la Fortuna, das Haus Fortuna, ein römisches Wohnhaus aus dem 1. Jh. n. Chr., oder das Museo-Refugio de la Guerra Civil, das Schutzbunkermuseum des span. Bürgerkriegs, oder die Fuerte de Navidad, die Weihnachts-Festung.

Teilweise sind die Gebäude corona-bedingt nicht zugängig.

Die «Römer»…. oder sind es «Karthager»…. sind beliebte Fotoobjekte! 😀

Auch in Cartagena gibt es, wie in den meisten spanischen Städten, viel Kunst im öffentlichen Raum!

El Marinero de Reemplazo (von Jorge García Aznar, Cartagena) 

Mit der Skulptur des Marinedienstleistenden soll all den jungen Männern, die mit dem Seesack über der Schulter nach Cartagena kamen, um hier ihren Militärdienst zu leisten, Tribut gezollt werden. Die Bronzeplastik befindet sich auf der Plaza de los Héroes de Cavite, neben dem Palacio Consistorial.  

Esculturas al aire libre (Freiluft-Skulpturen)

Im Rahmen des Festival Mucho Más Mayo fand 2007 das 1. Nationale Symposium für Freiluft-Skulpturen statt. Dabei wurden vier Skulpturen aus weissem Macael-Marmor erschaffen, die heute in den Gärten des Paseo de Alfonso XII am Fusse der Muralla del Mar zu sehen sind.

Maternidad (von Belén Orta Núñez)

 Cara (von Jorge García Aznar, Cartagena)

El Soldado de Reemplazo (von Fernando Sáenz de Elorrieta)

Denkmal für die Tausenden junger Männer, die nach Cartagena kamen, um ihren Militärdienst im Heer, genauer gesagt im Infanterieregiment ‹España 18›, abzuleisten. Die Skulptur stellt einen Soldaten dar, der auf einer der Bänke der Explanada de Héroes de Cavite sitzt, bekleidet in einer alten Uniform des Heeres, mit einem riesigen Seesack zu seien Füssen.

El Icue, der Bengel (von von Manuel Ardil Pagán)

Darstellung eines typischen Lausbuben aus Cartagena, der sich an den Kais der Stadt herumtrieb.

Monumento al Procesionista, Denkmal des Prozessionsteilnehmers (von Manuel Ardil Pagán)

Eines der ikonischsten Denkmäler der Stadt Cartagena ist das Denkmal des Prozessionsteilnehmers, das der Semana Santa und den Prozessionsteilnehmern Cartagenas gewidmet ist.

Carmen Conde (von Juan José Quirós Illán, Cartagena)

Anlässlich des hundertsten Geburtstags der Schriftstellerin und Akademikerin Carmen Conde Abellán aus Cartagena, liess die Stadtverwaltung diese Bronzeskulptur errichten. Die lebensgrosse Statue zeigt Carme Conde auf einer Bank sitzend mit einem Buch in den Händen und einem leichten Lächeln im Gesicht. An einem Finger trägt sie einen Ehering, in dem der Name Antonio eingraviert ist.

Carlos III (von José Torres Guardia)

Die Büste Carlos III. befindet sich neben einem seiner bedeutendsten Projekte, der nach ihm benannten Mauer, zu Füssen der Haupttreppe der Servicios Generales und vor der Plakette in Gedenken an die Befestigungsanlagen.  

Carlos III. hatte einen prägenden Einfluss auf Cartagena, denn unter ihm wurde durch den Bau der Muralla del Mar (1766), das neue Cuartel del Rey, den Parque de Artillería und der Fertigstellung des Arsenals (1782) das Verteidigungssystem des Hafengebiets vervollständigt. Unter seiner Herrschaft wurden auch die Burgen Galeras, La Atalaya, Los Moros und San Julián errichtet.

Cola de Ballena, die Walflosse (von Fernando Sáenz de Elorrieta)

Eine fünf Meter hohe und acht Meter breite Skulptur mit einem ungefähren Gewicht von 24 Tonnen, sie ist aus Cortenstahl. Die Skulptur stellt den Sprung eines Wals in das Wasser des Hafens von Cartagena nach. Die Säugetiere können vor den Küsten von Cabo Tiñoso und Cabo de Palos, die sie für gewöhnlich auf ihren Wanderungen passieren, beobachtet werden.

Die vermutlich auffälligste und beeindruckendste Skulptur in Cartagena…. El Zulo (von Víctor Ochoa)

Am westlichsten Punkt der Explanada de los Héroes de Cavite am Hafen von Cartagena befindet sich diese Skulptur. Die Stadt hat sie zu Ehren der Opfer des Terrorismus aufstellen lassen. Sie besteht aus hohler Bronze, hat eine Höhe von 4,80 Metern und ein Gewicht von zwei Tonnen. Sie stellt einen sitzenden nackten, schutzlosen Mann dar, der sich mit eingezogenem Kopf in einer fast embryonalen Stellung die Beine hält.

Das sind Strassenlampen…. auch das ist Kunst! 😀

Am Hafen…. zum Glück haben wir keine Bootstour mit diesem Katamaran gemacht….

…. am 14. November 2021 ist er mit 33 Personen an Bord knapp 2 km vor der Küste auseinander gebrochen. Alle Passagiere wurden gerettet! Die Costa Nachrichten berichteten darüber.

Photo by © Salvamento Marítimo

Um der Überschrift gerecht zu werden…. Geschichte und Moderne…. das Museo Nacional de Arqueología Subacuática (Nationalmuseum für Unterwasserarchäologie) ist ein Beispiel für moderne Architektur!

Die schiefen Lampen…. das muss so sein! 😀

Heute sind wir lange genug in der Hitze rumgelaufen…. es ist Zeit für ein paar Tapas und ein Bier! 😉


Sonntag, 19.9.2021

Waschtag, Faulenzen, Lesen, in der Sonne liegen…. nach Santa Ana laufen und bei Sabor Tandoori indisch essen.

Morgen geht’s weiter nach Cabo de Gata.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.