16. Tag: Ronda…. die Neustadt, Plaza de Toros und Puente Nuevo

Montag, 27.9.2021

Wir sind sehr gespannt auf Ronda, wir haben schon viel über Ronda gelesen und viele schöne Fotos gesehen…. aber in Wirklichkeit ist die Stadt noch viel schöner! Vom Stellplatz sind es etwa 1,5 km zu Fuss bis zur Fussgängerzone im Zentrum…. wir laufen die Av. Málaga entlang bis diese nach rechts in die Av. Martínez Astein abbiegt, geradeaus geht’s in die Calle Carrera Espinel, die belebte Fussgängerzone Rondas.

Die Calle Carrera Espinel in Ronda liegt im Gebiet El Mercadillo. Sie ist nach dem berühmten Priester, Schriftsteller und Musiker des Goldenen Zeitalters in Spanien, Vicente Espinel, benannt, der 1550 in Ronda geboren wurde.

Die Strasse ist auch unter dem volkstümlichen Namen Calle La Bola bekannt, ein Name, der der Überlieferung nach von einem grossen Schneeball kommt, den einige Kinder nach einem starken Schneefall gemacht haben.

Es sieht voller aus, als es ist. Die meisten Leute tragen Masken, wir natürlich auch. Die Spanier sind überhaupt sehr diszipliniert, tragen Masken und halten Abstand, was man von sehr vielen Touristen leider nicht sagen kann! Es sind aber, das haben wir bis jetzt gemerkt und stellen es auch im weiteren Verlauf der Reise immer wieder fest, ständig die gleichen Nationalitäten, die sehr unangenehm auffallen!

Kleiner Abstecher nach links in die Calle Ángel zur Iglesia de Santa Cecilia. Dabei handelt es sich um das alte Kloster der «Trinitarios Descalzos«, von dem bis heute nur die Kirche erhalten geblieben ist.

Wieder zurück auf der Calle Carrera Espinel

Die Plaza del Socorro mit der Parroquia de Nuestra Señora del Socorro

El Pensamiento…. wir haben noch nie so ein schönes Spielwarengeschäft gesehen!

Nach ein paar Metern überqueren wir die Calle Virgen de la Paz und stehen dann auf dem Paseo de Blas Infante mit der gewaltigen Plaza de Toros de Ronda, der beeindruckenden Stierkampfarena. Der Eintritt kostet 8 €, einschliesslich Arena, Reitschule und Museum, das einen Einblick in die Geschichte des Stierkampfs bietet.

Die Stierkampfarena in Ronda, die als eine der schönsten und besterhaltenen des Landes die Wiege des modernen Stierkampfes symbolisiert, ist auch zugleich die älteste Arena ihrer Art in Spanien. Die Plaza de Toros de Ronda wurde in den Jahren von 1783 bis 1789 vom Architekten José Martín de Aldehuela erbaut. Francesco Romero (1700-1763) ging als Gründungsvater der Stierkampf-Dynastie in die Geschichte ein. Die Regeln, die er für den Stierkampf damals festlegte, gelten heute noch.

Ursprünglich jagte man den Stier zu Pferde durch die Arena. Heute wird zu Fuss gekämpft. Die Bewegung des Tuches ist es, die das Tier wild macht, nicht dessen Farbe, wie immer behauptet wird. In der kreisrunden Bauform der Sandstein-Arena sind zwei Galerien übereinander angeordnet, in denen die Besucher auf erhöhten Sitzen Platz nehmen.

Man kann über den Stierkampf denken wie oder was man will…. sehenswert ist diese Anlage allemal und der Stierkampf sollte als Teil der spanischen Kultur akzeptiert werden. Anschauen würden wir uns einen traditionellen Stierkampf nicht. Ohnehin finden Stierkämpfe in Ronda nur noch selten statt. In der ersten Septemberwoche feiert Ronda mit der «Feria y Fiestas de Pedro Romero» ein grosses Fest mit Stierkämpfen.

Neben der Stierkampfarena befindet sich die Galería Ecuestre del Picadero (Reithalle) und die Ställe der heutigen Reitschule der Real Maestranza de Caballería. Sie widmet sich dem Unterricht und der Ausbildung von klassischen Dressurreitern. Die Real Maestranza de Caballería de Ronda ist eine adelige Körperschaft mit Sitz in Ronda. Laut der Königlichen Spanischen Akademie ist es eine Gesellschaft von Rittern, deren Ziel die Ausbildung in der Reitkunst ist. Ursprünglich war es eine Schule für den Umgang mit Waffen zu Pferd, der Kavallerie.

Bild 1 zeigt die Bullenställe (Toriles) und die Bilder 2 und 3 zeigen den Zugang zur Arena für die Bullen.

Der Sandkreis mit 66 m Durchmessern ist der grösste der Welt, die Arena bietet Platz für ca. 6’000 Zuschauer.

Innen sind zwei rundum geführte balkonartige Arkadengalerien geschossartig angeordnet. Sie nehmen architektonisch Bezug auf die von Balkonen gesäumten Häuserfronten älterer Stierkampfplätze (z. B. Plaza del Coso in Peñafiel). Gleichzeitig verleihen 136 toskanische Säulen dem Ganzen eine hoheitlich-palastartige Atmosphäre. Jede Etage hat fünf jeweils um eine Stufe erhöhte Sitzreihen. Unterhalb der Sitzreihen, für Zuschauer nicht einsehbar, befinden sich die Gitterboxen für die wartenden Stiere und Pferde, ihre Bedienung erfolgt von oben.

Das Stierkampfmuseum (Museo Taurino)

Es bietet einen Überblick über die Geschichte des Stierkampfs. Ausgestellt sind Kostüme berühmter Stierkämpfer, Zeichnungen, Gemälde sowie zahlreiche Originalplakate. In einem Saal sind zahlreiche historische Feuerwaffen ausgestellt.

Das waren schon fesche Burschen, diese Toreros! 😀

Plakat zur letzten Feria de Pedro Romero Anfang September 2021

Nach der Arena laufen wir zur Puente Nuevo, der «Neuen Brücke», die die Schlucht El Tajo de Ronda überspannt. In 120 m Tiefe fliesst der Río Guadalevín. Die Brücke verbindet den jüngeren Stadtteil «El Mercadillo» (Neustadt) mit der maurisch geprägten Altstadt «Ciudad Vieja«, meist nur einfach «La Cuidad» genannt. Zwei weitere Brücken überspannen den Fluss, die Puente Árabe (Arabische Brücke) und die Puente Viejo (Alte Brücke). Diese Brücken liegen weit tiefer, sie erreichen nicht annähernd die Höhe der Puente Nuevo.

Der Architekt der Brücke war José Martín de Aldehuela, der auch die Stierkampfarena erbaut hatte. Der Bau dauerte rund 40 Jahre (1751-1793). Die Brücke war so beeindruckend, dass sich einigen Quellen zufolge der Meister kurz nach Fertigstellung von der Brücke stürzte, weil er glaubte, ein solches Bauwerk nie wieder bauen zu können.

Fest steht, dass er 1802 in Málaga starb, wo er zuvor weitere Bauwerke schuf! 😀

Map data ©2021 Google

Auf dem Weg zur Puente Nuevo haben wir einen herrlichen Ausblick in die Serranía de Ronda.

Die Serranía de Ronda ist eine bergige, bewaldete und nur wenig touristisch erschlossene Gegend. Sie ist Teil der Cordilleras Béticas, der Betischen Kordillere, auch Andalusisches Faltengebirge, ein Gebirgszug, der sich im Süden Spaniens von der Bucht von Cádiz über 600 km nach Nordosten bis weit über Andalusien hinaus in die Region Valencia erstreckt.

Der Mirador de Ronda

Blick zur Altstadt

Die Puente Nuevo, das Wahrzeichen Rondas

Auf der anderen Seite der Brücke ist beim Palacio de Congresos de Ronda der Mirador de Aldehuela, auch von dort aus kann man in die Schlucht schauen. Weiter unten sieht man die Puente Viejo, die im Jahre 1616 fertig gestellt wurde.

Blick zum Parador de Ronda, ein Hotel der gehobenen Klasse

So kann man sich auch über die Puente Nuevo bewegen lassen! 😀

Um die Puente Nuevo noch aus einer etwas anderen Perspektive zu sehen, gehen wir durch die Calle Tenorio zur Plaza de María Auxiliadora. Da gibt es einige schattige Bänke und von dort aus geht ein Fussweg zum Mirador Puente Nuevo de Ronda.

Von hier aus sieht man die Brücke aus einem anderen Blickwinkel

In der Calle Tenorio

Ein etwas verspätetes Mittagessen gibt’s in der Calle Nueva (ab Plaza España) im Il Forno a Legna…. es gibt in Ronda mehrere Strassen wie diese, wo kein Autoverkehr ist und sich Restaurant an Restaurant reiht…. die ersten Lokale sind immer die teuersten, je weiter man in die Strasse hinein läuft, umso preiswerter wird es…. aber nicht schlechter…. wir sind mit unseren Pizzen sehr zufrieden!

Eine vergleichbare Gasse ist übrigens die Calle José Aparicio zwischen Plaza España und Paseo Blas Infante…. dort ist es uns zu voll!

Hier ist noch ein 4K-Drohnen-Video aus Ronda:

Schluss für heute, es ist noch ein ganzes Stück zum Stellplatz zu laufen, wir gehen gemütlich durch die Fussgängerzone Carrera Espinel zurück. Wir müssen noch planen, was wir morgen machen….

…. bei der Bar El Semáforo trinken wir noch etwas und sehen gegenüber diesen Künstler, der eine Hausfassade bemalt…. ein tolles Projekt…. leider sind wir nicht mehr hier, wenn das Bild fertig ist….

…. aber zum Glück gibt es ja Google…. und mit der Google Bildersuche finde ich das fertige Bild!

Es ist von dem Strassenkünstler Okuda, aka Oscar San Miguel aus Santander, Spaniens Gegenstück zu Banksy. Dieses 13 Meter hohe Werk stellt eine moderne Version der Mona Lisa des italienischen Künstlers Leonardo da Vinci dar.

Photo by Paul Whitelock

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