29. Tag: Sevilla…. Tag 2

Sonntag, 10.10.2021

Es ist heute voll in Sevilla…. übermorgen ist Nationalfeiertag, der Día de la Hispanidad, auch Kolumbus-Tag genannt. Am 12Oktober 1492 landete Christoph Kolumbus auf der Insel Guanahani, die heute zu den Bahamas gehört. Von einem neuen Kontinent ist hier noch keine Rede, da Kolumbus bis zu seinem Tod 1506 glaubte, in Asien gewesen zu sein.

Also übermorgen ist der 12. Oktober…. und die Spanier nutzen das als verlängertes Wochenende. Die Touristen in der Stadt sind überwiegend Spanier, die im eigenen Land einen Kurzurlaub machen. Die Restaurants sind zu den Essenszeiten übervoll…. nicht optimal…. aber damit müssen und werden wir uns arrangieren.

Auf dem Weg zur Plaza de España sehen wir am Rand des Parque de María Luisa diese Flamenco-Gruppe…. toll!

Anlässlich der Iberoamerikanischen Ausstellung 1929 wurde vom leitenden Architekten Aníbal González nach nur vier Jahren Bauzeit die Plaza de España im Parque de María Luisa am Ufer des Río Guadalquivir errichtet. Der gut 50.000 m² grosse und als Halbkreis angelegte Platz hat samt seines gut 500 Meter langen Kanals mit seinen die vier alten spanischen Königreiche repräsentierenden Brücken seit seiner Eröffnung nicht nur im lokalen und regionalen, sondern auch im nationalen Selbstverständnis einen ganz besonderen Stellenwert inne.

Diese Hochschätzung verdankt der Platz der durch seine genaue Gestaltung detailliert und dezidiert geplanten Absicht, als Spiegelbild ganz Spaniens zu dienen. So sollen das umgebende geschlossene Gebäude im Stil der Renaissance und des Barock das iberische Mutterland und die Öffnung auf der Seite zum Fluss den Weg zum Atlantik und den seinerzeit noch vorhandenen südamerikanischen Kolonien symbolisieren.

Die beiden Fotos sind von unserem Besuch am 24.2.2018…. da war genauso blauer Himmel und es war nicht so heiss und vor allem nicht so voll! 😀

Und wo viele Leute sind, da sind auch jede Menge Anbieter von Souvenirs und mehr oder weniger originellen Dienstleistungen! 😀

Wir gehen Richtung Innenstadt und versuchen unser Glück nochmal beim Real Alcázar de Sevilla, um Tickets zu kaufen…. auch heute zwecklos.

Der Eingang zum Ticketschalter durch die Puerta del León….

…. die ihren Namen von der Löwenfigur auf dem Türsturz hat. Die lateinische Inschrift «Ad utrumque» bedeutet soviel wie «Bereit für eine Alternative» oder «Für beide vorbereitet» und wird Vergil zugeschrieben.

Photo by CEphoto, Uwe Aranas, License CC BY-SA 3.0

Der muss nicht lange auf Kundschaft warten…. Kutschen auf der Plaza del Triunfo zwischen Kathedrale und Alcázar.

Handwerkermarkt in der Calle Fray Ceferino González zwischen der Kathedrale und dem Archivo General de Indias, einem Zentralarchiv des spanischen Staates, das Dokumente mit Bezug zum spanischen Kolonialreich sammelt.

Wir sind bereit für eine Alternative…. statt uns durch die sonntäglichen Massen zu schieben oder schieben zu lassen, entscheiden wir uns für eine Stadtrundfahrt mit City Sightseeing, Abfahrt am Paseo de Cristóbal Colón.

Die Stationen, die angefahren werden….

…. und die Fahrtroute durch die Stadt

Map data ©2022 Google

Schön, so eine Busfahrt! Man bekommt einen Überblick, wo in der Stadt was ist und kann dann entscheiden, ob oder wo man einen Zwischenstopp einlegen will. Wir machen keine Zwischenstopps, haben uns aber für morgen einige Ziele gemerkt, die wir zu Fuss erkunden wollen.

Im 16. und 17. Jahrhundert war Sevilla der Ein- und Ausgangshafen für den gesamten Handel und den Personenverkehr mit Amerika, weshalb die Stadt zahlreiche Erinnerungen an die Beziehungen Spaniens zu Amerika bewahrt, auch an die des Vizekönigreichs Neugranada, das damals zu Spanien gehörte.

Venezuela liegt im Norden Südamerikas an der Küste des Karibischen Meeres, wo es zahlreiche Inseln und Inselchen gibt. Die Spanier kamen zum ersten Mal während der dritten Reise von Christoph Kolumbus am 1. August 1498 hierher, gefolgt von einer grösseren Expedition von Alonso de Ojeda im Jahr 1499.

Die Nao Victoria 500 ist eines der herausragendsten Projekte der Nao-Victoria-Stiftung im Rahmen des Programms zur Erinnerung an den 500. Jahrestag der ersten Weltumsegelung.

Die Expedition, die sich aus 5 Schiffen und 245 Besatzungsmitgliedern zusammensetzte, hatte Sevilla am 10. August 1519 unter der Leitung von Hernando de Magallanes verlassen. Die Nao Victoria erreichte Sanlúcar de Barrameda und Sevilla mit nur 18 überlebenden Männern an Bord: Am 8. September 1522, nach drei Jahren und vierzehn Tagen und 37’753 Seemeilen (69’918 km), schloss die Nao Victoria damit die erste Weltumsegelung ab.

Der Nachbau der Nao Victoria liegt an der Paseo Alcalde Marqués del Contadero neben der Ausstellungshalle

In der Calle Betis befinden sich zahllose Restaurants, am Nachmittag schön schattig gelegen, über dem Ufer des Guadalquivir…. streng genommen ist das hier gar nicht der Guadalquivir, sondern ein Seitenarm, der Canal de Alfonso XIII…. aber das merkt ohnehin (fast) niemand! 😀

Hier zur Verdeutlichung…. rote Pfeile = Guadalquivir, blaue Pfeile = Canal de Alfonso XIII

Map data ©2022 Google

Es ist heute Nachmittag unmöglich, hier etwas zum Essen zu bekommen…. entweder ist die Küche zu, dann finden wir Plätze und können etwas trinken…. oder die Küche ist geöffnet, dann sind aber alle Plätze besetzt.

Der Torre del Oro, ein 36 Meter hoher Wehrturm aus dem 13. Jh. Von hier aus wurde eine dicke Kette bis an’s andere Ufer des Flusses gespannt, um so feindlichen Schiffen den Weg abzuschneiden.

Nach einigem Suchen finden wir schon etwas zum Essen…. man muss flexibel sein und die Szene im Überblick haben…. und wenn jemand Anstalten macht zu bezahlen, dann muss man bereit stehen…. wenn nicht schon andere Suchende warten…. 😀

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